Ihre Saison ist kurz. Dafür umso leckerer und gesünder. Die Aprikose ist nicht nur etwas für Schleckermäuler, sie hat es wirklich in sich. In der Zeit von Mai bis August hat das Steinobst, in Österreich auch Marille oder in der Schweiz Barille genannt, Platz in unseren Obstkörben. Sie ist wertvoll, sie ist sensibel, aber vor allen Dingen ist sie zum Beginn des Sommers das Beste, was Sie für Ihre Gesundheit und die Schönheit tun können. Ob im Nahen oder Fernen Osten, Nahrung ist das Medikament der Medikamente, so die Grundregel der ganzheitlichen Heilkunde. Auch die Aprikose gehört zum ganzheitlichen Wissen der alten Asiaten. Sie wird als eine der ältesten Obstsorten bezeichnet und soll bereits vor rund 5000 Jahren in Nordchina kultiviert worden sein. Heute werden die anmutigen Bäume mit der breiten dichten Krone, den herzförmigen Blättern und den wunderbar leuchtenden Blüten überwiegend in warmen bis subtropischen Klimazonen des Mittelmeerraumes angebaut. Hauptlieferant für den europäischen Markt ist die östliche Türkei. Und mehr denn je wissen wir heute, dass die Aprikose Lebensmittel und ein wichtiges Mittel für Leben ist.
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Für Rudolf Steiner war der Löwenzahn ein Himmelsbote, ein Vermittler zwischen Himmel und Erde. Für Kinder wird er erst nach der Blüte richtig interessant, weil man herrliche Blumensträusse und andere Kunstwerke mit ihm gestalten kann. Und wenn er seine Samen voll entwickelt hat, dient er ihnen als Pusteblume. Wer Wildkräuter in der Küche schätzt, kommt nicht am Taraxacum officinale, so sein botanischer Name, vorbei. Eine interessante und vielseitige Pflanze also, die sich unbekümmert auf Wiesen, an Ackerränden und zum Leidwesen jedes Hobbygärtners auch in Beet und Rasen breit macht. Und sie lässt sich nur schwer von ihrem Standort vertreiben: Wer schon einmal versucht hat, die lange Pfahlwurzel des Krautes auszugraben, versteht den Gärtner sicherlich. Wenn auch nur ein Stückchen Wurzel im Boden verbleibt, hat der Löwenzahn keine Mühe, rasch wieder eine Pflanze hervorzubringen. Er ist wirklich sehr vital!
Kohl oder Wirsing in der Küche kennen wir alle. Vor allem im Winter ergänzen sie unseren Speiseplan, sind beliebt als Kohlroulade für Freunde deftiger Hausmannskost oder feine Gemüse-Fleisch-Kombination aus dem Wok. Alle Kohlarten enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe, besonders Vitamin C und Kalium. Wenig bekannt hingegen ist der Kohl als Naturheilmittel, obwohl Anwendungen mit den grünen Blättern seit der Antike beschrieben wurden. Es scheint, als sei der Kohl zu Unrecht in Vergessenheit geraten: Wie die Analyse der Inhaltsstoffe ergab, enthält das Gemüse entzündungshemmende und schmerzlindernde Senfölglykoside und Flavoide.
Artemisia absinthium lautet die lateinische Bezeichnung für die Pflanze. Und Absinth ist die Bezeichnung für eine berüchtigte Spirituose, die sich um die Jahrhundertwende als „Grüne Fee“ grosser Beliebtheit erfreute. Zur Herstellung des hochprozentigen Getränks wurden Kräuter und Gewürze wie Anis, Angelika, Fenchel, Koriander und eben Wermut verwendet. Und auch die typische grüne Farbe des Destillat wurde durch Zugabe von Pflanzenteilen des Wermuts erzielt. Der schlechte Ruf des Absinths hatte seine Gründe: Das im Wermut enthaltene Nervengift Thujon stand im Verdacht, bei langjährigem oder übermässigem Genuss zu schweren Gesundheitsschäden zu führen, weshalb die Produktion von Absinth über Jahrzehnte verboten war. Erst seit knapp 30 Jahren ist es wieder erlaubt, diese Spirituose herzustellen, da sich herausstellte, dass nicht das Nervengift, sondern der hohe Alkoholgehalt des Absinths krank macht.
Die Muskatnuss in der Küche ist uns vertraut: wir würzen damit Weihnachtsgebäck, Fleisch- und Kartoffelgerichte. Besonders Gemüsesorten mit zartem Eigengeschmack wie Blumenkohl profitieren sehr von ihrer pikanten Schärfe. Auch einem Schweizer Käsefondue verleiht sie noch mehr Würze. Wichtig ist eine sparsame Verwendung, da zuviel Muskatnuss die Speisen bitter schmecken lässt. Ihr Aroma ist allerdings sehr flüchtig, weshalb man sie immer frisch gerieben verwenden und erst am Ende der Kochzeit zugeben sollte. Die Lebensmittelindustrie verwendet aus diesem Grund lieber das intensivere Muskatnussöl. Das Öl lässt sich in der Produktion besser dosieren und ist auch länger haltbar als die Samen des Muskatnussbaums, die oft von Schimmelpilzen (Aflatoxine) befallen werden und dann nicht mehr zum Verzehr geeignet sind.
Fast jeder kennt sie und ihren typischen sanft-herben Duft: die Kamille gehört zu den bekanntesten Heilkräutern. Zu Recht! Seit Jahrhunderten hat sie einen festen Platz in jedem Kloster- und Bauerngärten, weil die Erfahrungsmedizin ihre Heilkraft schon schätzte, bevor sie wissenschaftlich bewiesen werden wurde. Heute wissen wir, dass die Kamille ätherische Öle, Bitterstoffe und Flavonoide enthält. Die Kamille wächst auch heute noch wild, vor allem an Wegrändern und auf naturbelassenen Äckern ist sie zu finden. Man erkennt sie sofort an ihren kleinen Blüten mit der gelben Mitte und den weissen Blütenblättern, die ein bisschen an Gänseblümchen erinnern. Zerreibt man eine Blüte zwischen den Fingern, entwickelt sich sofort der intensive Duft. Wer einen Standort von Kamillestauden kennt, kann ihre Blüten in der Zeit zwischen Mai und Juli sammeln. Nach dem Trocknen sollten die Blüten in Leinensäckchen oder sauberen, wieder verschliessbaren Gläsern aufbewahrt werden. Aus ½ Teelöffel getrockneter Blüten kann eine Tasse Tee zubereitet werden, einfach die Blüten mit kochendem Wasser übergiessen, 5 Minuten ziehen lassen und die Blüten entfernen. Kräuterkundige empfehlen, nicht mehr als 2 Tassen Kamillentee täglich zu trinken und eine Trinkkur nicht länger als 3 Wochen durchzuführen.
Dem bekannten Kneipp- und Kräuterpfarrer Sebastian Kneipp lag neben vielen anderen Heilkräutern auch der Spitzwegerich besonders am Herzen. Anspruchsvoll ist die Pflanze nicht, im Gegenteil: am besten wächst sie auf kargen Böden, an Wegrändern und auf Brachland ist sie deshalb zu finden. Da solche Böden immer mehr von gedüngten Felder und Wiesen verdrängt werden, ist die Heilpflanze inzwischen seltener geworden.
Sie wächst auf mageren Böden, in der Nähe von Häusern oder lichten Wäldern. Immer noch ist sie den meisten Gartenfreunden ein Dorn im Auge, weil sie sich rasch ausbreitet und als Unkraut gilt. Aber bei vielen findet bereits ein Umdenken statt: Die Brennessel ist für viele Schmetterlingsarten wie ein gedeckter Tisch und das freut wiederum den Naturliebhaber.
Achill, auch Achilles genannt, kennen wir alle: der fast unbesiegbare Held aus der Sage vom Trojanischen Krieg. Die gemeine Schafgarbe wird botanisch als Achillea millefolium bezeichnet, weil der starke Achill damit seine Wunden behandelt haben soll. Ob das stimmt oder nicht, tatsächlich ist die Pflanze ein altes Heilmittel. Millefolium beschreibt die vielen gefiederten Blätter der Schafgarbe. Ihren deutschen Namen hat sie erhalten, weil Schafe das Kraut zum Fressen gern haben.
Sauerampfer (lateinisch Rumex acetosa) gehört zur Familie der Knöterichgewächse und zu den Wildgemüsen, die immer noch auf feuchten Wiesen und an Fluss- oder Bachläufen zu finden sind. Gesammelt werden die jungen Blätter im Frühjahr und Herbst. Während die Pflanze im Sommer ihre Früchte ausbildet, sinkt der Vitamingehalt auf die Hälfte und steigt im Herbst wieder an. Wer keine geeignete Sammelstelle in der Nähe weiss, kann auch auf Wochenmärkten fündig werden: Immer häufiger werden die würzigen Blätter auch dort angeboten. Und gut sortierte Gärtnereien bieten Sauerampfer inzwischen als Saatgut an. Die Aufzucht im Gartenbeet ist unproblematisch, wenn man ein halbschattiges Plätzchen zur Verfügung hat.