Viele seiner Vorfahren waren Ärzte, auch sein Vater war ein bekannter Mediziner, und sein erster Lehrmeister. Hippokrates war allerdings der berühmteste aus dieser Familiendynastie, noch heute, immerhin über 2000 Jahre später, ist sein Name uns vertraut. Der griechische Mediziner lebte 460 bis 370 vor Christus, überwiegend auf der Insel Kos. In Kos-Stadt steht noch heute eine Platane, unter der Hippokrates seine Schüler unterrichtet haben soll. Wie viele Ärzte seiner Zeitepoche war er nach der Ausbildung viele Jahre unterwegs, reiste durch Griechenland und Kleinasien, um zunächst sein Wissen zu erweitern und seine ärztliche Kunst zu erproben, später um seine Kenntnisse an Schüler weiterzugeben.
Heute gilt Hippokrates in Ärztekreisen als ein Gründer der Medizin als Wissenschaft. Während viele seiner Berufskollegen ihre Heilkunst mit Magie oder Religion verknüpften, setzte Hippokrates auf die Vernunft und auf eine genaue Beobachtung der menschlichen Natur. Er gestaltete Leitlinien für den Arzt als Therapeuten: Nach einer sorgfältigen Beobachtung, Befragung und Untersuchung des Patienten sollte systematisch die Diagnose gestellt und eine Therapie ausgearbeitet werden. Auch die Hygiene im weitestens Sinne war einer seiner Schwerpunkte, nicht nur beim Patienten, sondern auch bei seinen Arztkollegen. Und selbst die uns heute selbstverständliche Schweigepflicht liess er nicht unerwähnt. Sie war ihm wichtig, um Schaden von Patient und Arzt abzuhalten.
Immer noch sind zahlreiche Schriften erhalten, die er verfasst hat, um seine Erkenntnisse festzuhalten und auch anderen Medizinern, aber auch interessierten Laien zugänglich zu machen. Der „Eid des Hippokrates“ ist jedem ein Begriff. Der vor über 2000 Jahren verfasste Eid enthält allerdings viele Elemente, die nicht mehr übertragbar sind, z.B. dass ein Arzt keine Blasensteine operieren dürfe. Auch Schwangerschaftsabbruch und aktive Sterbehilfe wurden ausdrücklich untersagt. Der Text ist zwar überliefert, aber im Lauf der Zeit immer wieder angepasst worden, so dass man nicht sicher sein kann, welche Bestandteile wirklich von dem berühmten Griechen formuliert wurden.
Aber auch in dem Eid, den Mediziner heute ablegen, finden sich noch immer Elemente des Schwurs, wie er uns von Hippokrates überliefert wurde: Der Respekt vor den Lehrern, die den jungen Mediziner ausgebildet haben, die Weitergabe des eigenen Wissens an andere und die sorgfältige Behandlung der Kranken mit grosser Achtung vor der persönlichen Geschichte eines jeden. Bemerkenswert ist, dass es wohl schon damals Ärzte gab, die nur auf ihren Geldbeutel schauten und am liebsten die reichen Kranken behandelten. Warum sonst hätte Hippokrates festhalten sollen, dass ein Arzt verpflichtet ist, unabhängig vom Stand des einzelnen Patienten jedem Hilfe zu leisten und niemandem Unrecht zu tun?
Heute ist die „Genfer Deklaration des Weltärztebundes“ aus dem Jahr 1948 die aktuelle Version des früheren Eides, wenn auch juristisch für die angehenden Mediziner nicht mehr verbindlich. Darin gelobt der Arzt, sein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen, seinen Lehrern Achtung und Dankbarkeit zu erweisen, gewissenhaft zu arbeiten und die Gesundheit des Patienten als oberstes Gebot zu betrachten.
Aber nicht nur Ärzte, sondern auch Apotheker und Hebammen leisteten in vielen Ländern einen ähnlichen Eid. Der Einfluss von Hippokrates auf die Heilkunde war gross und ist es bis heute geblieben.
Bücher zum Thema:
- Die Geschichte der Medizin: Von der Antike bis zur Gegenwart
- Heilkunst: 100 grosse Ärzte und ihr Wirken

Johann Heinrich Pestalozzi erlebte, was wir heute salopp „eine schwere Kindheit“ nennen: Als er 5 Jahre alt war, starb sein Vater und liess die Mutter und 2 Geschwister in armen Verhältnissen zurück. Ob Pestalozzi trotzdem oder gerade deswegen ein Mensch geworden ist, dem Erziehung und Bildung besonders wichtig waren, wissen wir nicht. Am 12.01.1746 in Zürich geboren, verbrachte er die Kindheits- und Jugendjahre in der Stadt an der Limmat. Als echtes Kind seiner Zeit begeisterten sich er und seine Mitschüler für die Idee der Aufklärung, deren Ziel eine Reform der politischen und sozialen Verhältnisse war. Sein Held war Jean-Jacques Rousseau. Da diese Ideen auch in der Schweiz damals nicht gefragt waren, musste Pestalozzi seine Hochschulausbildung vorzeitig beenden.
Wilhelm Conrad Röntgen wurde 27.03.1845 in Lennep, heute ein Stadtteil von Remscheid, in Deutschland geboren. Seine Kindheits- und Schuljahre verbrachte das einzige Kind eines Tuchhändlers mit seiner Familie in Utrecht in den Niederlanden. Da er wegen eines Streichs, den er gar nicht selbst begangen hatte, von der Schule verwiesen wurde, konnte er trotz guter Leistungen keine Abiturprüfung ablegen. Damit war ihm der Weg zum Studium in den Niederlanden verwehrt. An der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich wurde er schliesslich fündig: Diese Universität offerierte einen Zugang zum Studium auch ohne Abitur, wenn man sich einer strengen Prüfung stellte. Nachdem Röntgen seine hervorragenden Zensuren in der holländischen Schule nachweisen konnte, wurde ihm diese Prüfung erlassen und er zum Maschinenbaustudium zugelassen. Nach dessen Abschluss im Jahr 1868 folgte ein Studium der Physik. Die Stadt Zürich war ihm offenbar freundlich gesinnt. Während des Studiums lernte er die Tochter eines Gastwirtes kennen, die er 1872 zur Frau nahm. Dieser Heirat folgte eine 50jährige glückliche, wenn auch kinderlose Ehe.
Die Deutschen haben Robert Koch (siehe auch Artikel
„Inmitten der Waffen Menschlichkeit - Durch Menschlichkeit zum Frieden“, das war die Idee, die Henry Dunant verfolgte. Wie er dazu kam, ist eine spannende Geschichte. Im friedlichen Genf wurde er am 08.05.1828 als Sohn einer bürgerlichen Familie geboren. Schon früh entwickelte er einen weiten Horizont und arbeitete in einer Organisation, die der Landwirtschaft in Algerien, das von Frankreich besetzt worden war, auf die Sprünge helfen sollte. Eine Auseinandersetzung mit der dortigen Verwaltung brachte ihn zu dem Entschluss, sich mit einem Empfehlungsschreiben direkt an den französischen Kaiser Napoleon III. zu wenden, der im Juni 1859 in Norditalien Krieg gegen die Österreicher führte.
Schwangerschaft und Geburt – das war früher ausschliesslich ein Thema der Frauen. Hilfe und Unterstützung bekamen sie von ebenfalls weiblichen Geburtshelfern. Als die Entdeckungen der Wissenschaftler im 19. Jahrhundert die Medizin auf den Kopf stellten, übernahm der Arzt die wichtigste Rolle, die Hebammen verloren an Wert und Einfluss. Die Narkose machte auch komplizierte chirurgische Eingriffe wie einen Kaiserschnitt möglich, Bakterien wurden als Krankheitserreger identifiziert und damit auch die Ursache der hohen Sterblichkeit von Müttern kurz nach der Entbindung gefunden. Eigentlich ein grosses Glück für alle Mütter und Kinder, sollte man meinen. Die Schattenseite dieser Entwicklung wurde lange übersehen.
Sie muss eine ungewöhnliche Frau gewesen sein: Maria Montessori. Am 31.08.1870 wurde sie in Chiaravalle bei Ancona/ Italien geboren. Schon ihre Berufswahl hat Ende des 19. Jahrhunderts sicherlich für viel Aufsehen gesorgt: sie wurde nach Abschluss ihres Medizinstudiums 1896 die erste Ärztin Italiens. Von Anfang an lagen ihr die Entwicklung und Erziehung von Kindern besonders am Herzen.
In seiner Heimat, der Schweiz, ist er sehr bekannt und zählt zu den Pionieren der Naturheilkunde. 1902 wurde er in Aesch bei Basel geboren und in der Stadt Basel führte er ein eigenes Reformhaus und publizierte eine Monatszeitschrift. Nach einigen Jahren war ihm das nicht mehr genug. In Teufen baute er sein Lebenswerk auf. In seiner Naturarztpraxis behandelte er nicht nur seine Patienten, sondern stellte auch eigene Präparate her. Damals war es noch üblich, Kräutern erst zu trocknen und dann zu verarbeiten. Alfred Vogel ging einen anderen Weg: er entdeckte und entwickelte seine Medikamente aus Frischpflanzen, damals etwas ganz Neues.
Nur wenige Menschen aus dem Mittelalter sind uns heute noch namentlich bekannt, Hildegard von Bingen gehört dazu. Schon zu Lebzeiten erlangte die später heiliggesprochene Hildegard aus der Gegend um Bingen am Rhein grosse Berühmtheit. Als zehntes Kind einer adeligen Familie 1098 in Rheinhessen geboren, wurde sie mit 8 Jahren zur Erziehung in das Kloster auf dem Disibodenberg gegeben, wie es damals üblich war. Mit 16 Jahren trat Hildegard in den Benediktinerorden ein. Nach dem Tod der Leiterin übernahm Hildegard dieses Amt. Einige Jahre später verliess sie das Kloster, um ihr erstes eigenes Kloster zu gründen, das Haus auf dem Rupertsberg. Dort hat sie bis zu ihrem Tod im Jahr 1179 gelebt und gearbeitet. Eine zweite Klostergründung folgte später in Eibingen bei Rüdesheim, dieses Haus betreute sie vom Rupertsberg aus mit häufigen Besuchen.
Wir kennen sein Bild: ein grauhaariger Herr mit Brille und Bart. Er wirkt sanft, hat aber die Medizin seines Jahrhundert revolutioniert. Als er am 11.12.1843 in eine Bergmannsfamilie aus Clausthal-Zellerfeld im Harz mit insgesamt 13 Kindern hineingeboren wurde, ahnte noch niemand, dass der Name Robert Koch einmal überall auf der Welt bekannt sein würde.