Kurkuma - „Safran“ aus Indien

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Kurkuma - „Safran“ aus Indien

Christa Becker | Freitag, den 11. Juli 2008

KurkumaDie Kurkuma, auch Gelbwurz genannt, ist eine wunderschöne exotische Pflanze mit dicker Wurzelknolle. Ist diese Wurzel, botanisch ein Rhizom, nach einem Jahr ausgewachsen, wird sie ausgegraben, gereinigt, mit heissem Wasser überbrüht und dann getrocknet. Im feucht-warmen Klima von Indien, Indonesien, Bangla Desh, China und Südamerika gedeihen auch heute noch die meisten Kurkuma-Pflanzen. Soweit wir wissen, wird das Pulver aber schon seit 4000 Jahren als Gewürz und Heilmittel in Südostasien verwendet. Im mittelalterlichen Europa benutzte man damals Safran zum Würzen von Speisen, der allerdings fast ein Vermögen kostete. Es soll der venezianische Seefahrer Marco Polo gewesen sein, der erstmals Kurkuma in die alte Welt brachte. Das neue Gewürz fand schnell reissenden Absatz, weil es auch für die weniger Reichen erschwinglich war. Geschmacklich haben Safran und Kurkuma nichts gemeinsam, aber beide färben jede Speise kräftig gelb.

Heute fehlt Kurkuma in keiner Curry-Mischung, gibt Gemüse-, Geflügel- und Fleischgerichten die typische Farbe und einen pfeffrigen, leicht bitteren Geschmack. Die indische Küche ist ohne das Gewürz nicht denkbar. Und in der indischen Heilkunst (Ayurveda) wird die Gelbwurz schon seit Jahrtausenden bei Erkrankungen der Gallenblase und der Leber, bei Appetitlosigkeit, bei Atembeschwerden und Kreislaufstörungen, sowie als Vorbeugung gegen Fettablagerungen in Blutgefässen eingesetzt. Heute haben Labortests bewiesen, dass die Gelbwurz antibakterielle und entzündungshemmende Inhaltsstoffe enthält. In Asien ist sie deshalb fester Bestandteil von Salben bei Hauterkrankungen, färbt aber auch die Haut nachhaltig gelb.

Diese gelbe Farbe gilt in Indien noch heute als heilig, Grund genug, um jedem Neugeborenen mit einem kleinen Tupfer Kurkuma auf der Stirn Glück zu wünschen. Und wenn wir die typischen Gewänder asiatischer Mönche bestaunen, finden wir auch hier das strahlende Gelb der Kurkuma wieder. Noch heute wird das Pulver zum Färben von Kleidung, Leder und sogar Holz verwendet. In der Lebensmittelindustrie ist Kurkuma als Farbstoff E100 zugelassen, um Käse, Butter, Spirituosen und Gebäck ein noch kräftigeres Gelb zu verleihen.

Aus der Farbtherapie wissen wir, dass die Farbe Gelb positiv auf die Stimmung wirkt. Die Kurkuma ist also doppelt gesund! Und weil die indische Küche so reich an phantasievollen Gerichten mit einfachen und überall erhältlichen Zutaten ist, kommen sowohl Fleischliebhaber als auch Vegetarier ganz auf ihre Kosten. Und was raffiniert schmeckt, ist oft in kurzer Zeit auf dem Tisch, eine gelungene Abwechslung für die Familie oder Freunde. Kochen Sie also mal ein indisches Menü, kochen Sie mit Kurkuma!

Bücher zum Thema:
- Indien: Kochen und verwöhnen mit Originalrezepten
Indien Basics: Alles, was ein Küchenguru braucht – von Ayurveda bis Bollywood


Christa Becker | Freitag, den 11. Juli 2008

Veröffentlicht in Naturheilmittel, Gesund ernähren

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