Der Löwenzahn - pure Vitalität!
Christa Becker | Montag, den 14. April 2008
Für Rudolf Steiner war der Löwenzahn ein Himmelsbote, ein Vermittler zwischen Himmel und Erde. Für Kinder wird er erst nach der Blüte richtig interessant, weil man herrliche Blumensträusse und andere Kunstwerke mit ihm gestalten kann. Und wenn er seine Samen voll entwickelt hat, dient er ihnen als Pusteblume. Wer Wildkräuter in der Küche schätzt, kommt nicht am Taraxacum officinale, so sein botanischer Name, vorbei. Eine interessante und vielseitige Pflanze also, die sich unbekümmert auf Wiesen, an Ackerränden und zum Leidwesen jedes Hobbygärtners auch in Beet und Rasen breit macht. Und sie lässt sich nur schwer von ihrem Standort vertreiben: Wer schon einmal versucht hat, die lange Pfahlwurzel des Krautes auszugraben, versteht den Gärtner sicherlich. Wenn auch nur ein Stückchen Wurzel im Boden verbleibt, hat der Löwenzahn keine Mühe, rasch wieder eine Pflanze hervorzubringen. Er ist wirklich sehr vital!
Was den Gartenbesitzer ärgert, freut den ambitionierten Koch. Löwenzahn ist fast überall zu finden und seine herben Blätter ergänzen im Frühling jeden Salat. Delikat schmeckt er auch im Kräuterquark und Kräutersauce. Auch frisch gehackt auf einer gebutterten Schwarzbrotscheibe gehört er für viele zu den besonderen Genüssen. Für den Einsatz in der Küche sollten nur die jungen Blätter gesammelt werden, nach Beginn der Blüte schmecken sie bitter. Mit kaltem Wasser kurz abgebraust und abgetropft sind sie schon bereit, um als Ganzes oder kleingehackt den Speisezettel zu ergänzen. Die Wurzeln können übrigens als Gemüse gekocht werden, am besten in Kombination mit anderen Sorten wie Möhren oder Spinat.
Die Volksmedizin verwendet den Löwenzahn schon seit langem zum Entgiften und Entschlacken. Eine Stoffwechselkur im Frühjahr ohne diese Wildkräuter – für Heilkundige undenkbar. Auch die Homöopathie macht sich die zarten Blätter, die Stängel, die Blüten und die Wurzeln zunutze, hier finden alle Pflanzenteile Verwendung. Für Erkrankungen von Bauchspeicheldrüse, Leber, Nieren und Harnblase wird die Heilpflanze eingesetzt. Aber auch bei einer schlechten Verdauung mit Blähungen und Fettunverträglichkeit sowie Entzündungen des Darmes soll er Abhilfe schaffen. Ein weiteres Anwendungsgebiet sind Hauterkrankungen wie Akne, Neurodermitis und allergische Hautausschläge. Als fertige Präparate kann man Löwenzahn als Tinktur oder Presssaft, aber auch die getrockneten Blätter für eine Tee-Zubereitung kaufen.
Vitamine der Gruppe B und C, Mineralstoffe, vor allem Kalium, Bitterstoffe und Gerbstoffe machen den Löwenzahn zu einem echten Powerkraut. Wer Heilkräuter gerne selbst sammelt, sollte die Zeit von April bis Mai und ab September nutzen. Die Blüten sind zwar essbar, aber für die Verwendung als medizinisches Mittel wenig geeignet. Man könnte auch sagen: Ab der Blüte gehört der Löwenzahn ganz den Kindern.
Bücher zum Thema:
– Wildkräuter. Essbare Landschaften. Natur & Küche
– Wildkräuter Delikatessen. Einfach & sicher bestimmen – köstlich & raffiniert zubereiten
Christa Becker | Montag, den 14. April 2008
Veröffentlicht in Naturheilmittel
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