Vital heute


Kein Formtief bei Roger Federer - Drüsenfieber!
Christa Becker | Mittwoch, den 12. März 2008

MononukleoseNach einigen verlorenen Spielen munkelte man, Roger Federer habe wohl seinen sportlichen Zenit überschritten. Aber die Nummer 1 der Weltrangliste im Tennis hat sich eindrucksvoll zurückgemeldet und gab bekannt: Er litt am Pfeiffer’schen Drüsenfieber. So wie es aussieht, hat Federer die Erkrankung relativ rasch überwunden, nach wenigen Wochen stand er schon wieder auf dem Tennisplatz – und siegte. Seine Fans aus aller Welt werden sich mit ihm darüber freuen.

Aber was war das für eine Krankheit, die diesen sehr durchtrainierten Sportler für Wochen ausser Gefecht setzte? Überträger der Krankheit, die vom Mediziner Mononucleosis infectiosa genannt wird, ist das Epstein-Barr-Virus. Die Vernichtung der weissen Blutkörperchen (Lymphozyten) ist sein Ziel. Diese Viren sind wenig bekannt, aber sehr verbreitet. Schätzungen zufolge werden 9 von 10 Menschen weltweit bis zu ihrem 50. Lebensjahr damit infiziert. Nur bei jedem zweiten Infizierten bricht auch die Krankheit aus, trotzdem können sie andere damit anstecken.

Wie bei allen Viruserkrankungen sind die ersten Anzeichen für das Drüsenfieber eher untypisch, weshalb die Krankheit anfangs oft mit einer Mandelentzündung oder Scharlach verwechselt wird. Die Mandeln und der Rachenraum sind geschwollen, das Schlucken fällt schwer und schmerzt. Meistens kommt hohes Fieber dazu, oft auch Schweissausbrüche. Nach ein paar Tagen schwellen die Lymphknoten am Hals, in der Achselhöhle und Leiste an. Manche Erkrankte klagen auch über Bauchschmerzen im Leber- und / oder Milzbereich. Zu diesen Symptomen kommen noch Appetitlosigkeit, oft verbunden mit Gewichtsverlust, und eine extreme Müdigkeit.

Nachweisen lässt sich die Erkrankung durch Antikörper gegen Epstein-Barr-Virus im Blut, zur Sicherheit wird meistens noch ein Rachenabstrich gemacht, um eine bakterielle Infektion auszuschliessen. Eine Behandlung gegen das Drüsenfieber gibt es leider nicht, nur die Symptome können gelindert werden. Schmerzmittel senken das Fieber und kühle Getränke helfen gegen die Halsschmerzen. Ansonsten ist es wichtig, sich körperlich zu schonen und Anstrengungen zu vermeiden.

Bei den meisten Patienten heilt die Krankheit völlig aus, bei anderen führt sie zu einer lang anhaltenden Müdigkeit und Erschöpfbarkeit. Diese kann einige Monate andauern und lässt sich nicht durch eine Therapie beeinflussen. Roger Federer hat also wirklich Glück gehabt, dass er relativ schnell wieder gesund wurde. Und die gute Nachricht ist: Wer einmal am Drüsenfieber gelitten hat, bekommt es nicht noch einmal. Nach einer Erkrankung besteht eine lebenslange Immunität.