Vital heute


Kamille - das universelle Heilkraut
Christa Becker | Freitag, den 16. November 2007

KamilleFast jeder kennt sie und ihren typischen sanft-herben Duft: die Kamille gehört zu den bekanntesten Heilkräutern. Zu Recht! Seit Jahrhunderten hat sie einen festen Platz in jedem Kloster- und Bauerngärten, weil die Erfahrungsmedizin ihre Heilkraft schon schätzte, bevor sie wissenschaftlich bewiesen werden wurde. Heute wissen wir, dass die Kamille ätherische Öle, Bitterstoffe und Flavonoide enthält. Die Kamille wächst auch heute noch wild, vor allem an Wegrändern und auf naturbelassenen Äckern ist sie zu finden. Man erkennt sie sofort an ihren kleinen Blüten mit der gelben Mitte und den weissen Blütenblättern, die ein bisschen an Gänseblümchen erinnern. Zerreibt man eine Blüte zwischen den Fingern, entwickelt sich sofort der intensive Duft. Wer einen Standort von Kamillestauden kennt, kann ihre Blüten in der Zeit zwischen Mai und Juli sammeln. Nach dem Trocknen sollten die Blüten in Leinensäckchen oder sauberen, wieder verschliessbaren Gläsern aufbewahrt werden. Aus ½ Teelöffel getrockneter Blüten kann eine Tasse Tee zubereitet werden, einfach die Blüten mit kochendem Wasser übergiessen, 5 Minuten ziehen lassen und die Blüten entfernen. Kräuterkundige empfehlen, nicht mehr als 2 Tassen Kamillentee täglich zu trinken und eine Trinkkur nicht länger als 3 Wochen durchzuführen.

Aber auch wer keine Kamillenblüten in freier Natur findet, kann sich ihre Heilkräfte zunutze machen: in Drogerien und Apotheken steht ein breites Angebot bereit, von bereits getrockneten Blüten bis zu fertigen Teebeuteln, Essenzen, Tropfen und Salben. Die Vielfalt des Angebots verrät: die Kamille hat viel zu bieten. Besonders bekannt ist ihre wohltuende Wirkung bei Magenbeschwerden. Ihre Inhaltsstoffe bekämpfen Entzündungen und lösen Krämpfe, auch bei Magengeschwüren bringen sie Erleichterung. Und was der empfindlichen Haut des Magen-Darm-Traktes hilft, nützt auch bei Erkältungen den Schleimhäuten des Mund-, Nase- und Rachenraumes. Mit Kamillentee kann man gurgeln oder inhalieren, damit die gereizten Atemwege sich wieder beruhigen und die Schmerzen nachlassen.

Ihre entzündungshemmende Wirkung entfaltet die Kamille auch bei äusserlicher Anwendung, zum Beispiel bei schlecht heilenden Wunden. Oft findet man sie auch als Bestandteil von Badezusätzen und in Kosmetikprodukten, auch für empfindliche Babyhaut. Bei besonders trockener Haut sollte man allerdings auf Vollbäder mit Kamille verzichten, da sie leicht austrocknend wirkt. Auch Allergiker sollten vorsichtig sein: Bei einer Überempfindlichkeit gegen Korbblütler müssen sie die Kamille meiden, denn sie gehört botanisch zu dieser Pflanzenfamilie.

Bücher zum Thema:
Medizin der Erde. Heilanwendung, Rezepte und Mythen unserer Heilpflanzen
ABC der Kamille. Heilanwendungen
Die heilenden Kräfte der Kamille