Wilhelm Conrad Röntgen - erste Blicke in den Körper

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Wilhelm Conrad Röntgen - erste Blicke in den Körper

Christa Becker | Montag, den 5. November 2007

RöntgenWilhelm Conrad Röntgen wurde 27.03.1845 in Lennep, heute ein Stadtteil von Remscheid, in Deutschland geboren. Seine Kindheits- und Schuljahre verbrachte das einzige Kind eines Tuchhändlers mit seiner Familie in Utrecht in den Niederlanden. Da er wegen eines Streichs, den er gar nicht selbst begangen hatte, von der Schule verwiesen wurde, konnte er trotz guter Leistungen keine Abiturprüfung ablegen. Damit war ihm der Weg zum Studium in den Niederlanden verwehrt. An der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich wurde er schliesslich fündig: Diese Universität offerierte einen Zugang zum Studium auch ohne Abitur, wenn man sich einer strengen Prüfung stellte. Nachdem Röntgen seine hervorragenden Zensuren in der holländischen Schule nachweisen konnte, wurde ihm diese Prüfung erlassen und er zum Maschinenbaustudium zugelassen. Nach dessen Abschluss im Jahr 1868 folgte ein Studium der Physik. Die Stadt Zürich war ihm offenbar freundlich gesinnt. Während des Studiums lernte er die Tochter eines Gastwirtes kennen, die er 1872 zur Frau nahm. Dieser Heirat folgte eine 50jährige glückliche, wenn auch kinderlose Ehe.

Beruflich folgte er seinem Professor von Zürich bald nach Würzburg, wo das fehlende Abitur ihm wiederum Steine in den beruflichen Weg legte, da die bayerischen Gesetze keine Habilitation ohne den Abschluss dieser Prüfung erlaubte. Erst der Umzug nach Strassburg machte es 1874 möglich, sich als Dozent zu habilitieren. Dann ging es wieder zurück nach Deutschland, nach Jahren in Giessen war wiederum Würzburg die nächste Station. Da er sich jetzt habilitiert hatte, wurde ihm der Lehrstuhl für Physik angeboten, später sogar das Rektorenamt.

Längst hatte er sich mit seinen fundierten und präzisen Experimenten einen guten Ruf verschafft. Zeitgleich mit anderen Physikern beschäftigte er sich mit Kathodenstrahlversuchen. Und – wie so oft in der Forschung – entdeckte er 1895 einen Nebeneffekt: die bis dahin unbekannten „X-Strahlen“. In einer Demonstration 1986 zeigte Röntgen zum ersten Mal öffentlich seine Untersuchungsmethode und fand weltweite Beachtung. Allen Wissenschaftlern war klar, dass diese Strahlen die Naturwissenschaften, die Technik und ganz besonders die Medizin deutlich voranbringen würden. Im deutschen Sprachraum wurden diese Strahlen gegen den Willen des bescheidenen Forschers Röntgenstrahlen genannt. Röntgen selbst war der ganze Trubel um seine Person und Entdeckung eher zuviel. Er verzichtete auf ein Patent, so dass seine Strahlentechnik sehr schnell weltweit eingesetzt werden konnte. Er setzte seine Arbeit und Forschung bis zu seiner Emeritierung an der Universität von
München fort.

1901 wurde W. C. Röntgen für seine Arbeit der erste Nobelpreis für Physik verliehen, eine späte, aber angemessene Würdigung des Forschers. Wenige Jahre nach dem Tod seiner geliebten Frau erkrankte der Forscher an Darmkrebs und erlag diesem Leiden 1923. Im Familiengrab in Giessen fand er seine letzte Ruhestätte.

Bücher zum Thema:
- Wilhelm Conrad Röntgen. Aufbruch ins Innere der Materie
- Der Blick in den Menschen. Wilhelm Conrad Röntgen und seine Zeit


Christa Becker | Montag, den 5. November 2007

Veröffentlicht in Biographien

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