Brennessel - Kraut mit Biss
Christa Becker | Mittwoch, den 29. August 2007
Sie wächst auf mageren Böden, in der Nähe von Häusern oder lichten Wäldern. Immer noch ist sie den meisten Gartenfreunden ein Dorn im Auge, weil sie sich rasch ausbreitet und als Unkraut gilt. Aber bei vielen findet bereits ein Umdenken statt: Die Brennessel ist für viele Schmetterlingsarten wie ein gedeckter Tisch und das freut wiederum den Naturliebhaber.
Zum schlechten Ruf trägt auch noch eine andere Eigenschaft der Brennessel bei, auf die schon der Name hinweist: Berührt man die Blätter mit der blossen Haut, entstehen kleine brennende Quaddeln. In der Volksheilkunde wurde diese Wirkung gegen Gelenkrheumatismus oder Ischiasschmerzen genutzt. Diese Anwendung empfiehlt sich aber nur in kleinen Mengen und wenn die Haut eher robust ist.
Die Brennessel birgt noch eine weitere Überraschung: Ihre Samen waren früher ein altes Geheimmittel der Pferdehändler. Einige Wochen vor dem Verkauf in das Futter der Pferde gemischt, bekamen sie ein glänzendes Fell und ein frischeres Aussehen. Der Effekt soll aber von kurzer Dauer gewesen sein.Eine weitere Anwendung gilt mittlerweile aber als erprobt: Viele Menschen sammeln die Brennessel im Frühjahr, um eine Blutreinigungskur durchzuführen. Dazu werden die getrockneten Blätter als Tee zubereitet. Einige Tage sollte man diese Kur schon durchführen, bevor ein Effekt einsetzt. Überliefert ist auch eine heilende Wirkung von Brennessel-Tee bei
Verschleimungen der Lungen und des Magen. Noch kräftiger sollen die Wurzeln, entweder im Sommer frisch ausgegraben oder im Winter in gedörrter Form, auf den Körper wirken.
Nach der Überzeugung von Sebastian Kneipp ist die Brennessel zudem ein ausgezeichnetes Mittel für den Erhalt von fülligem Haar. Wo die Haarwurzeln noch nicht abgestorben sind, sorge sie für neuen Wuchs.
Bücher zum Thema:
Heilkräuter und Zauberpflanzen zwischen Haustür und Gartentor
Medizin der Erde. Heilanwendung, Rezepte und Mythen unserer Heilpflanzen
Die Heilkraft der Brennessel
Christa Becker | Mittwoch, den 29. August 2007
Veröffentlicht in Naturheilmittel
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