Vital heute


Wirksame Hilfe bei Haarausfall
Christa Becker | Donnerstag, den 8. März 2007

Wirksame Hilfe bei HaarausfallAls wärmendes Fell hat das Körper- und Kopfhaar schon lange ausgedient. Biologisch ist es damit fast überflüssig geworden. Aber bei Frauen gilt langes, schönes Haar auch heute noch als Symbol für Weiblichkeit und Erotik, daran hat sich seit der Loreley nichts geändert. Frisur, Farbe und Form der Haare sind wichtig für eine erste Einschätzung von uns noch unbekannten Personen und dienen damit der sozialen Positionierung. Und weil für uns dichtes, gepflegtes Haar so wichtig ist, verdienten ganze Industriezweige damit 30 Milliarden Euro jährlich.

Jenny Latz, die Autorin des Buches, holt weit aus, begleitet uns auf einem Weg durch die Biologie, die Symbolik, die Märchenwelt und die soziale und psychische Bedeutung der Haare früher und heute. Dem Aufbau des Haars wird viel Augenmerk geschenkt und über verschiedene Methoden berichtet, um gesundes Haar zu pflegen oder auch richtig auf Probleme wie Schuppen, trockene Kopfhaut, fettiges oder dünnes Haar zu reagieren.

Der Hauptteil des Buches beschäftigt sich mit den verschiedenen Formen des Haarausfalls. Bekannt ist vor allem der genetisch bedingte androgene Haarausfall, von dem überwiegend Männer betroffen sind. Dieser Haarverlust beginnt bei manchen schon ab dem 20. Lebensjahr, schreitet mit beginnender Lichtung der Haare allmählich fort, bis nur noch Schläfen und Hinterkopf mit Haaren bedeckt sind. Noch schockierender ist für die Betroffenen aber der sogenannte kreisrunde Haarausfall, der mit einzelnen kahlen Stellen beginnt. Diese Alopecia areata kann sich spontan wieder zurückbilden, führt aber bei manchen zu einem völligen Haarverlust, im schlimmsten Fall sogar am ganzen Körper. Und Krebspatienten müssen zusätzlich zu ihrer schweren Erkrankung mit den Nebenwirkungen einer Bestrahlungs- oder Chemotherapie fertig werden, die häufig mit Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und eben komplettem Haarausfall verbunden ist. Während am Ende einer solchen Therapie die Haare wieder wachsen, ist dies bei anderen Ursachen oft nicht der Fall.

Die Ursachen des Haarausfalles sind vielfältig: Erkrankungen der Schilddrüse oder Nieren, Diabetes, Störungen des Hormonhaushalts, Schwäche des Immunsystems, Mangelerkrankungen, Stress, Nebenwirkungen von Medikamenten oder Vergiftungen können dazu führen. Der erste Schritt ist die Suche nach einem Arzt, zu dem man Vertrauen hat. Dieser wird nach einer gründlichen Erfassung der Vorerkrankungen sowie einer genauen Untersuchung von Kopfhaut und Haaren eine ausführliche Laboranalyse des Blutes durchführen. Sobald der Grund für den Haarausfall gefunden wurde, sollte möglichst rasch mit der Therapie begonnen werden. Jeder Haarausfall fordert die entsprechende Behandlung, schreibt die Autorin Jenny Latz. In vielen Fällen kann der Hausarzt weiterhelfen, wenn z. B. Mangelerkrankungen oder Stoffwechselstörungen wie eine Zuckerkrankheit oder Schilddrüsenfunktionsstörungen vorliegen. Ist dies nicht der Fall, sollte ein Spezialist aufgesucht werden; eine Auflistung von dermatologischen Ärzten und Kliniken findet sich am Ende des Buches. Die Autorin gibt einen sehr guten Überblick über die verschiedenen Therapieformen wie Auftragen von Kortison, Einnahme von Hormon- oder Zinkpräparaten, Phytotherapie oder Akupunktur. Aber auch die Risiken oder unangenehmen Begleiterscheinungen der Therapien werden nicht verschwiegen.

Ist auf eine Besserung des Haarausfalles nicht mehr zu hoffen, gibt es dennoch viele Möglichkeiten, wie man damit umgehen kann. Das Tragen von Perücken oder Toupets, Tüchern, Hüten oder Mützen ist eine davon. Aber auch die Transplantation von eigenen Haaren, die Haarverlängerung oder –verdichtung mit Echthaar ist für manchen Betroffenen eine gute Lösung, allerdings teilweise mit erheblichen Kosten verbunden. Alle Möglichkeiten werden detailliert beschrieben und zusätzlich Checklisten aufgestellt, worauf man achten sollte, bevor man eine Behandlungsform wählt. Auch die Anfrage bei der Krankenkasse lohnt sich zur Klärung, welche Kosten übernommen werden.

Die Besonderheit dieses Buches besteht darin, dass die Autorin Jenny Latz im Alter von 19 Jahren alle ihre Haare durch die Alopecia areata verloren hat. Viele Therapien kennt sie aus eigener Erfahrung. Einfühlsam und offen beschreibt sie auch, auf welche Methoden man besser verzichten sollte. Es gibt keine Wundermittel gegen den Haarausfall, ist ihre Überzeugung. Neben der guten Diagnostik und Therapie ist ihr besonderes Anliegen der selbstbewusste Umgang mit dem Verlust der Haare, denn ein sozialer Rückzug aus Angst vor der Reaktion der Umgebung nützt dem Erkrankten nicht. Jenny Latz vermittelt Ansprechpartner wie Selbsthilfegruppen, empfiehlt seriöse Informationsquellen im Internet und in Büchern.

Von der umfassenden Erfahrung der Autorin kann man nicht nur durch dieses Buch profitieren. Damit jeder Betroffene schneller die Art von Hilfe findet, die ihm am meisten nützt, bietet sie individuelle Beratung durch ihr Projekt HAIRCOACHING® an. Ihr Anliegen ist es, Klarheit in den Dschungel von Medizin und Kosmetik zu bringen. Niemand mit Haarausfall muss sich so alleingelassen fühlen, wie Jenny Latz dies vor 30 Jahren selbst erfahren hat. Als Ziel hat sie sich gesetzt, jeden Betroffenen so zu unterstützen, dass er sich selber helfen kann. Unter www.haircoaching.de kann man sich über das Angebot kostenlos informieren.

Bücher zum Thema:
Wirksame Hilfe bei Haarausfall
Das Glück beginnt im Kopf

Link zum Thema:

-http://www.haircoaching.de/