Der Granatapfel - rote, sinnliche Frucht
Christa Becker | Montag, den 9. Oktober 2006
Punica granatum stammt wahrscheinlich aus Asien und ist schon seit 5000 Jahren als Kulturpflanze bekannt. Zudem galt er schon immer als Symbol für Liebe und Fruchtbarkeit. In Pharaonengräbern hat man bildliche Darstellungen des Granatapfels entdeckt. In der christlichen Kultur findet man die Punica-Frucht auf alten Gemälden der Maria als Zeichen für Reinheit und Liebe, in den Schriften der Bibel findet der Baum neben Getreide, Weinstock und Feige Erwähnung, als Moses seine Kundschafter nach dem gelobten Land aussandte. Es wird sogar vermutet, dass der berühmte Baum im Paradies kein Apfel-, sondern ein Granatapfelbaum gewesen sein könnte. Für die alten Griechen waren die Früchte wegen der zahlreichen Kerne ein Symbol der Fruchtbarkeit und den Göttinnen Demeter, Aphrodite und Hera zugeordnet. Die Römer importierten die Früchte aus ihrer Provinz Karthago. Juno, ihre Schutzgöttin der Ehe, wurde häufig mit der Frucht als Symbol der Liebe dargestellt.
Früher wurden Extrakte des Granatapfels für Liebestränke und gegen Durchfallerkrankungen verwendet. Heute wissen wir, dass er Kalium, Vitamine der Gruppe B und C sowie antioxidative sekundäre Pflanzenstoffe enthält. Seine Phyto-Östrogene werden in Medikamenten für Frauen in den Wechseljahren eingesetzt. Die Kosmetikindustrie stellt aus der Schale einen adstringierenden und entzündungshemmenden Extrakt her.
Die spanische Stadt Granada wurde sogar nach der Frucht benannt, das Wappen der Stadt zeigt einen geöffneten Granatapfel. Rund um das Mittelmeer und im vorderen Orient liegen auch heute noch die Hauptanbaugebiete der Früchte. Mit seiner roten Farbe und dem eingetrockneten Blütenkelchansatz ist er eine sinnliche Frucht. Mit dem Apfel hat der Granatapfel ausser der Grösse nichts gemeinsam, wie man beim Aufschneiden der ledrigen Schale sofort feststellt. Zwischen den Trennwänden liegen zahlreiche rötliche Kerne. Schale und Trennwände können nicht verzehrt werden, aber das Fruchtfleisch, welches die eigentlichen Samen umgibt, schmeckt süss-säuerlich und saftig.
Granatapfelkerne passen gut zu Obstsalat, Eis- oder Quarkdesserts, welche sie geschmacklich und optisch gut ergänzen. Wer Fleischgerichten wie Ente oder Rindfleisch gerne mit Früchten ergänzt, findet in den Kernen eine Alternative zu Apfel, Birne oder Orange. Wenn man die Kerne nicht einzeln herauslösen möchte, kann man die Frucht einfach halbieren und wie eine Orange auspressen. Für ganz eilige Geniesser empfiehlt sich die Frucht als fertiger Saft oder in Joghurts. Der vor allem in Frankreich bekannte Sirup Grenadine wird aus dem Saft des Granatapfels gewonnen und ist fester Bestandteil vieler Cocktails, denen er Aroma und Farbe verleiht.
Der Granatapfel ist übrigens auch ein unkompliziertes Bäumchen für den kalten Wintergarten oder eine schöne Kübelpflanze für die Terrasse, die bis 1 Meter an Höhe erreichen kann. Bei guter Pflege kann er sehr alt werden. Durch seine intensiv roten Blüten von Mai bis September, die während der Reifezeit von grün nach rot sich verändernde Früchte und seine hübschen gelben Blätter im Herbst sieht er immer attraktiv aus, ausser viel Sonne, mässig Wasser und kaum Dünger hat er keine Ansprüche. In der kalten Jahreszeit braucht er allerdings ein kühles Winterquartier, denn frosthart ist er nicht.
Bücher zum Thema:
– Granatapfel – Frucht der Götter
– Cocktails. Die 1000 besten Drinks mit und ohne Alkohol
– Eis, Sorbets & Parfaits. Alles selbst gemacht
– Die gekrönte Venusfrucht. Geschichten um den Granatapfel
Christa Becker | Montag, den 9. Oktober 2006
Veröffentlicht in Gesund ernähren
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