Was qualifizierte Traumdeutung Ihnen nützen kann?
Daniel Albisser | Montag, den 2. Oktober 2006
Nachts, wenn unser Bewusstsein schläft, erwacht das Unbewusste und offenbart sich uns in Träumen. Nacht für Nacht bieten uns unsere Träume kostenlose Beratung und nicht selten geniale Lösungsvorschläge an, auf die wir am Tag nie kommen würden. Jeder Traum verarbeitet Probleme, mit denen wir uns beschäftigen oder auch beschäftigen sollten. Wenn Sie Ihre Träume verstehen und sich entsprechend verhalten, wird Ihr Leben einfacher, lustvoller und erfolgreicher. Das Faszinierende am Traum ist, dass er uns einen Blick auf unser Unbewusstes ermöglicht, der uns im Wachzustand so nicht möglich ist. Der griechische Philosoph Platon (427 – 347 v. Chr.) nannte den Traum das Fenster zu Seele.

Viele Menschen fürchten sich vor der Macht des Unbewussten, weil in diesem Bereich der Seele ein starkes Leben und viel Bewegung herrschen. Gehen Sie davon aus, dass das, was Sie im Leben wie im Traum bedroht, stets ein Lebensprinzip ist, das Sie über längere Zeit in sich vernachlässigt haben. Durch diese Missachtung ist dieser Anteil (in) Ihnen böse geworden. Es handelt sich dabei allerdings um eine potentiell schöpferische Kraft, die sich wegen Ihrer Missachtung nur minderwertig zeigen kann. Nun rumort sie halt im Keller Ihrer Persönlichkeit. Träume steigen aus dem Unbewussten hoch und möchten uns inspirieren, diesen Schatz wieder zu heben. Das Unbewusste soll uns inspirieren, aber nicht beherrschen. So können wir seine bisweilen zerstörerische Macht in eine schöpferische Kraft transformieren. Sigmund Freud, der “Entdecker” des Unbewussten, sah den Königsweg zu diesem Verwandlungsprozess in der Traumdeutung. Hier werden unbewusste Inhalte bewusst gemacht.

Das Ziel des Unbewussten ist es, auf unser Kugelmodell bezogen, die ganze Kugel zu erleuchten. Der Sinn liegt in der Entwicklung unseres Potenzials. Der berühmte Schweizer Tiefenpsychologe C.G. Jung (1875 –1961) nannte diesen Vorgang Individuationsprozess. Da unsere Psyche ständig um unsere Ganzheit bemüht ist, hat der Traum eine ausgleichende Funktion gegenüber dem Alltagsbewusstsein. Der Traum zeigt Ihnen also, was Sie wirklich lieben oder hassen, was Sie verdrängen und vor allem durch seine Deutung die ungenutzten Lösungsmöglichkeiten.
Indem uns der Traum spiegelt, wie wir unsere Umwelt wahrnehmen, verdeutlicht er uns, wie wir unsere eigene Welt ständig selbst erzeugen. Denn durch unsere subjektive Wahrnehmung erzeugen wir unsere Welt. Dies meinte auch Albert Einstein (1879 – 1955), als er in seiner allgemeinen Relativitätstheorie unter anderem sagte, dass der einzige objektive Standpunkt der subjektive des Beobachters sei. Wenn wir also bereit sind, unseren inneren Vorgängen Beachtung zu schenken, haben wir es in der Hand, unsere Innen- und Aussenwelt selbst zu erzeugen. Als kreative – das heisst schöpferische – Menschen verbinden wir so das Unbewusste mit unserem Bewusstsein.
Für den wahren, langfristigen Erfolg im Leben braucht es eine Synthese beider Prinzipien. So wie es auch in der Natur die Verschmelzung des weiblichen mit dem männlichen Prinzip braucht, damit neues Leben entstehen kann. Oder symbolisch gesprochen: Die Vermählung des weiblichen Mondprinzips mit dem männlichen Sonnenprinzip bringt neues Leben auf der Erde hervor.
Um die Hilfe und Förderung der Träume anzunehmen, müssen Sie allerdings lernen, Ihre Träume zu verstehen. Im Talmud, der jüdischen Sammlung von Religionsgesetzen, findet sich hierzu der Satz: „Träume, die wir nicht deuten, sind wie Briefe an uns selbst, die wir nicht öffnen.“ Mit Verlaub: Dabei handelt es sich nicht um ärgerliche Werbepost!
Unsere Träume sprechen allerdings ihre eigene Sprache, nämlich die der Symbole. C.G. Jung schreibt zum Symbol: „Das Symbol ist immer ein Gebilde höchst komplexer Natur… Es hat zwar eine Seite, die der Vernunft entgegenkommt, aber auch eine Seite, die der Vernunft unzugänglich ist.“ (Jung, C.G.: Gesammelte Werke, Bd. 6, Walter Verlag, Olten 1971-1981, §903). Ähnlich wie ein Baum in der Erde wurzelt und seine Krone in den Himmel wachsen lässt, so hat ein Symbol Anteil an allem Irdischen und zugleich ist es ein Erscheinungsbild für ein geistiges Lebensprinzip.
Die Bilder in unseren Träumen sind Abbildungen unserer psychischen Energien. Die Symbole haben die Funktion von „Energietransformatoren“. Symbole verdichten unterschiedliche emotionale Kräfte zu einer geballten Energie, die sich im Traum ausdrückt. Dies weiss auch der Volksmund: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.“ Das Wort Symbol stammt vom griechischen Verb „symballein“ ab, was soviel wie „zusammenwerfen“ oder „verbinden“ bedeutet. Verstandene Symbole verbinden das Unbewusste mit dem Bewussten und führen so zu konkreten Veränderungen. Symbole beeindrucken durch ihre Tiefe.
So wie Goethes Faust an den zwei Seelen in seiner Brust leidet, so ergeht es uns auch in problematischen Situationen. Die krankmachenden Gegensätze des Lebens können nicht allein durch den Willen, sondern letztlich nur durch das emotionale Erleben und das verstandesmässige Erfassen überwunden werden. C.G: Jung bemerkte hierzu einmal:“ Probleme werden nicht gelöst, sondern wir wachsen über sie hinaus.“
Durch seine bildhafte Ausdrucksweise steht der Traum naturgemäss der Kunst nahe. So lässt er, wie ein Kunstwerk, viele Deutungen zu, berührt emotional und wühlt den Intellekt auf.
In jedem Traum gibt es eine Ebene, die unsere weibliche und männliche Seite betrachtet; eine Schattenebene, die uns Verdrängtes erkennen lässt; eine beratende und visionäre Ebene, die uns Zukunftsperspektiven zeigt sowie eine Beziehungsebene und eine erotische Komponente. Die Deutung eines Traumes ist demzufolge ein vielschichtiger Vorgang und besteht grundsätzlich aus folgenden Elementen.
Über die Gültigkeit einer Deutung entscheiden Sie als Träumer ganz allein. Akzeptieren Sie also niemals eine übergeordnete Autorität, die Ihnen eine Deutung aufzwingen will. Erst wenn Sie durch ein wirkliches Erleben „Ja!“ zu einer Deutung sagen können, gilt diese vorläufig als erhärtet. Glücklicherweise lässt sich unser Unbewusstes auch gar nicht dressieren, das Alltagsbewusstsein hingegen schon. Irren Sie sich als TräumerIn oder ich als Deuter, so korrigieren uns neue Träume stetig, bis sie wirklich verstanden worden sind. Hier tritt dann oft ein grundlegend neues Lebensthema auf, was als Zeichen geistiger Entwicklung angesehen werden darf.
Daniel Albisser ist Traumdeuter und kant. appr. Heilpraktiker. Mehr Infos und Anmeldungen unter: Praxis für Traumdeutung, Feierabendstr. 65, 4051 Basel, Schweiz oder telefonisch unter Tel. 0041/ (0)61 228 73 43.
Links zum Thema:
– http://www.traumpraxis.ch/
– http://www.clarkmedizin.ch/
– http://www.frohmedizin.ch/
Bücher zum Thema:
– Handbuch der Traumsymbole
– Die Weisheit der Träume
– Sprungbrett zur Kreativität
Daniel Albisser | Montag, den 2. Oktober 2006
Veröffentlicht in Gesund bleiben
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