Tinnitus - das Dauergeräusch im Ohr

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Tinnitus - das Dauergeräusch im Ohr

Christa Becker | Freitag, den 15. September 2006

TinnitusStatistiken belegen es: allein in Deutschland leiden über 3 Millionen Erwachsene am Tinnitus, einem ständigen Brumm- oder Pfeifton im Ohr. Was zunächst harmlos klingt, weil ja nichts weh tut, kann schnell zu einer grossen Belastung werden, weil das Dauergeräusch Tag und Nacht anhält und bei vielen Erkrankten auch nach Wochen oder gar Monaten nicht verschwinden will. Oft berichten die Betroffenen über grossen oder länger anhaltenden Lärm, dem sie ungeschützt ausgeliefert waren, bei vielen ging auch ein Hörsturz voraus, also eine drastische und plötzlich auftretende Verminderung des Hörvermögens bis zur Taubheit auf einem Ohr. Beides kann zu Schäden im Innenohr führen und irgendwann einmal das lästige Geräusch auslösen. Auch Nebenwirkungen von Medikamenten, eine schon bestehende Schwerhörigkeit oder ein Tumorleiden zählen zu den Ursachen. Inzwischen sind sich die Mediziner auch einig, dass Stress ebenfalls einen Tinnitus auslösen kann.

Zunächst sollte also nach der Ursache gesucht werden, bevor möglichst frühzeitig mit der Behandlung begonnen wird. Ärztlicherseits werden die Ohren mit einem Otoskop untersucht und das Hörvermögen getestet. Bei einer Schwerhörigkeit kann das Anpassen eines Hörgeräts das Geräusch in den Hintergrund drängen, so dass es kaum noch zu hören ist. Wird keine organische Ursache gefunden, kommt es sehr auf die subjektive Wahrnehmung an, welche Therapie am besten hilft. Manche Patienten kommen gut mit dem Dauerpfeifen zurecht, andere fühlen sich dadurch sehr gestört und in ihrer Lebensqualität eingeschränkt, können kaum noch an etwas anderes denken. Sie machen die Entdeckung, dass der Tinnitus sie auf etwas aufmerksam machen will. Jede Krankheit ist auch ein Signal des Körpers dafür, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Bei grosser Anspannung und viel Stress wäre es vielleicht an der Zeit, wieder mehr auf seinen Körper zu „hören“, wenn so ein Störgeräusch auftritt. Entspannungsübungen wie autogenes Training oder progressive Muskelrelaxation nach Jacobson können sicher nicht das Pfeiffen im Ohr beseitigen, aber dem Erkrankten helfen, wieder wachsamer mit seinem Körper umzugehen. Auch die Klangtherapie zählt zu den Therapiemethoden, die Erleichterung bringen kann. Die angenehmen Klänge übertönen die als störend empfundenen Pfeifgeräusche und führen zudem zu einer sehr tiefen Entspannung, helfen also doppelt.

Haben die Beschwerden aber bereits zu Schlafstörungen, Depressionen oder schweren Angstzuständen geführt, sollte eine stationäre Behandlung in Erwägung gezogen werden. Es gibt zunehmend mehr Kliniken, die sich auf das Krankheitsbild Tinnitus spezialisiert haben und neben der Schulmedizin auch alternative ganzheitliche Therapieformen an. Wer also unter den Geräuschen im Ohr sehr leidet, sollte auf jeden Fall selbst aktiv werden und nach Hilfe suchen, die ihm entspricht.

Bücher zum Thema:
Tinnitus: Endlich Ruhe im Ohr. So nutzen Sie alle Chancen modernen Tinnitus-Therapie
Tinnitus: Wirksame Selbsthilfe durch Musiktherapie


Christa Becker | Freitag, den 15. September 2006

Veröffentlicht in Krankheiten

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