Die Betroffenen behalten es lieber für sich: Darmerkrankungen wie der Reizdarm, vom Mediziner Colon irritabile genannt, sind im Gespräch tabu. Deshalb ist auch nur Wenigen bekannt, wie weit diese Verdauungsstörung verbreitet ist. Die meisten Betroffenen hoffen darauf, dass die Beschwerden sich wieder von alleine zurückbilden. Erst wenn die quälenden Symptome über mehrere Monate oder gar Jahre anhalten, wird Hilfe gesucht. Denn unangenehm ist er schon, der Reizdarm. Anfangs treten Bauchschmerzen auf, dann kommt Verstopfung im Wechsel mit Durchfällen dazu. Starke Blähungen, Schleimabgang mit dem Stuhl, Übelkeit und Erbrechen, zudem ständiges Völlegefühl machen den Betroffenen das Leben schwer.
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Schwangerschaft und Geburt – das war früher ausschliesslich ein Thema der Frauen. Hilfe und Unterstützung bekamen sie von ebenfalls weiblichen Geburtshelfern. Als die Entdeckungen der Wissenschaftler im 19. Jahrhundert die Medizin auf den Kopf stellten, übernahm der Arzt die wichtigste Rolle, die Hebammen verloren an Wert und Einfluss. Die Narkose machte auch komplizierte chirurgische Eingriffe wie einen Kaiserschnitt möglich, Bakterien wurden als Krankheitserreger identifiziert und damit auch die Ursache der hohen Sterblichkeit von Müttern kurz nach der Entbindung gefunden. Eigentlich ein grosses Glück für alle Mütter und Kinder, sollte man meinen. Die Schattenseite dieser Entwicklung wurde lange übersehen.
„Ganzheitliche Heilkunde statt seelenloser Medizin“, lautet der Untertitel des Buches. Und Rolf Verres weiss, wovon er in seinem Buch erzählt. In seiner Arbeit als Therapeut und ärztlicher Direktor eines Instituts für medizinische Psychologie spielen die Missverständnisse zwischen Ärzten und Patienten eine grosse Rolle. Immer wieder werden die individuellen Bedürfnisse von Patienten im Praxis- oder Krankenhausbetrieb nicht gesehen oder wichtig genommen. Niemand will als „die Gallensteine in Zimmer 14“ bezeichnet und behandelt werden, sondern als Ganzes. Körper und Seele bilden eine Einheit und können nicht getrennt voneinander gesehen und behandelt werden. Immer leidet die Seele mit, wenn der Körper erkrankt. Umgekehrt gilt aber auch, dass eine starke und gesunde Psyche unseren Körper beim Gesundwerden unterstützen kann. Jeder Arzt kann davon berichten: wenn ein Patient negativ oder schwermütig mit einer Krankheit umgeht oder sie kaum akzeptieren kann, hat er einen langen Weg bis zur Gesundheit vor sich.
Seit etwa 15 Jahren ist Rucola nicht mehr aufzuhalten. Waren uns die grünen Blätter vorher nur aus dem Urlaub in Italien bekannt, können wir sie jetzt das ganze Jahr über in jedem Supermarkt und auf jedem Wochenmarkt finden. Eine neue Salatzüchtung ist der Rucola aber nicht, als Rauke hat sie schon eine lange Geschichte im Kräuter- und Küchengarten hinter sich. Schon die alten Griechen und Römer kannten und schätzten die löwenzahnähnlichen Blätter. Rund um das Mittelmeer bis zum vorderen Orient ist sie auch heute noch weit verbreitet, vor allem in Frankreich und Italien wird sie angebaut. Unseren Vorfahren war die Rauke als Salat wohlbekannt, vom Gärtner aber auch gefürchtet: Denn wo man sie einmal gesät hat, macht sie sich ungehindert breit und verdrängt alles andere. Botanisch gehört sie wie Kresse oder Brokkoli zur Familie der Kreuzblütler.