Schwarzer Holunder - echte Heilkraft, keine Magie

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Schwarzer Holunder - echte Heilkraft, keine Magie

Christa Becker | Donnerstag, den 1. Juni 2006

HolunderVon Mai bis Juli kann Sambuca nigra auch von botanisch Unkundigen leicht entdeckt werden: dann bedecken üppige Dolden aus feinen weissen Blüten den robusten Strauch. Der Duft ist intensiv und herb. Gerne wächst der Holunder an einem windgeschützten Platz in der Nähe eines Gebäudes oder am Waldrand. Grosse Ansprüche an seine Umwelt stellt er nicht. Wo er ungestört wachsen kann, erreicht er leicht eine Höhe von 5-7 Metern. In Europa ist er weit verbreitet, aber auch in Vorderasien und Afrika zu finden. Den Kelten galt er als heiliger Baum, für die Germanen war er der Baum der Göttin Holder, auch Holla genannt, die uns im Märchen von Frau Holle wieder begegnet. Menschen, Pflanzen und Tiere standen unter dem Schutz dieser Göttin. Sie wurde als weise Frau und Heilerin bei Krankheiten verehrt. Auch eine Wirkung gegen Zauber und böse Geister wurde dem Strauch zugeschrieben, vor Blitzen sollte er ebenfalls wirksam schützen. Aus diesen Gründen war es lange Jahre verboten, einen Holunderstrauch zu fällen.

In der traditionellen chinesischen Medizin und in der Volksheilkunde spielt er schon seit Jahrtausenden eine wichtige Rolle, zu Recht, wie jüngste Studien bewiesen haben. Holunder enthält Blüte, Beere, Blätter und Rinde Bestandteile, die wie ein natürliches Antibiotika wirken. Unser Immunsystem unterstützt er zusätzlich mit grossen Mengen der Vitamine A und C. Damit ist er ideal zur Vorbeugung grippaler Infekte, aber auch während einer Erkältung tut Holunderblütentee einfach gut. Er wirkt schweisstreibend und löst zähes Sekret in den Bronchien, damit es leichter abgehustet werden kann.

Am einfachsten macht man sich die Heilkräfte des Holunders in einem Tee zunutze. Aus 2-3 Teelöffel getrockneten Blüten, heissem Wasser und 5 Minuten Geduld lässt sich ein aromatisches Getränk zubereiten. Wer lieber die Beeren verwerten will, muss etwas mehr Zeit investieren. Zwischen August und Oktober ist es soweit: der Holunder ist erntereif. Wenn alle Beeren an einer Dolde tief schwarz gefärbt sind, ist der beste Zeitpunkt für das Pflücken. Der Saft des Holunders färbt alles intensiv und wurde deshalb früher als Färbemittel verwendet. Hände färbt er natürlich auch! Bei der Verarbeitung in der Küche sollte man vorsichtig sein: in unreifem Zustand enthalten die Beeren, Rinde und Blätter den Giftstoff Sambunigrin, der zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen kann. Auch reife Beeren sind nicht ganz giftfrei. Erst durch Erhitzen über 80° wird es zerstört.

Während viele den puren Genuss des Holunders lieben, finden ihn andere etwas zu herb. Gemischt mit Äpfeln, Zwetschgen oder Brombeeren schmeckt er milder. Ob als Saft, Gelee oder Marmelade, Sekt oder Likör, es lohnt sich in jedem Fall, den Holunder für sich zu entdecken.

Bücher zum Thema:
Natürlich gesund mit Holunder
Holunder: ein bewährtes Hausmittel neu entdeckt


Christa Becker | Donnerstag, den 1. Juni 2006

Veröffentlicht in Naturheilmittel

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