Lomi-Lomi - die hawaiianische Tempelmassage
Dr. med. Ingfried Hobert | Donnerstag, den 16. Februar 2006
Die Lomi Lomi Nui-Massage wurde auf Hawaii bereits vor mehreren tausend Jahren durch die Ureinwohner, die Menehune, praktiziert. Lomi bedeutet massieren, reiben, drücken und steht für eine ganzheitliche Heilkunst. Durch die Verdoppelung des Worts Lomi erhöht sich die Bedeutung um ein Vielfaches. Nui sagt aus, dass es sich um eine wichtiges und einzigartiges Ereignis handelt.
Huna ist die Bezeichnung für die hawaiianische Heilkunst, welche der Lomi Lomi Nui Massage zu Grunde liegt. Lomi verkörpert auf Hawaii seit Urzeiten eine Familientradition. Das Wissen über Huna und Lomi wurde jeweils von Generation zu Generation weitergegeben. Ein junges Familienmitglied wurde ausgewählt, um Kahuna, das heisst Heiler, zu werden. Aus den unterschiedlichen Familientraditionen auf Hawaii sind fast ebenso viele verschiedene Arten von Lomi-Massagen oder Lomi-Heilungen entstanden.
In den Urzeiten wurde die Lomi Tradition auf Hawaii auch an heiligen Stätten, die Heiaus genannt wurden, gepflegt. Daher entstand auch der Name hawaiianische Tempelmassage. Lomi Lomi Nui kann nicht im herkömmlichen Sinn mit einer westlichen Massage verglichen werden, sondern eher mit einer Heilzeremonie, welche dem Körper und dem Geist die notwendigen Kräfte verleiht, sich selber zu heilen. Das Massage-Ritual begann und endete auf Hawaii mit einem Gebet. Gemäss den Überlieferungen werden zu Beginn der Massage die Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde sowie die guten Geister der Pflanzen, Tiere und Ahnen (Kahunas) in den Raum gebeten, um die Massage zu unterstützen und zu begleiten. Das reichlich verwendete Massageöl wird symbolisch durch den Wind gesegnet.
Sie wirkt sich positiv auf die körperliche, seelische und geistige Reinigung und Erneuerung aus. Schon von jeher und auch heute noch, hat Lomi auf Hawaii einen spirituellen Charakter. Das Wort Spannung und dasjenige für Krankheit sind in hawaiianisch identisch. Ungelöste körperliche Verkrampfungen werden als Zeichen seelischer und geistiger Blockaden angesehen und gelten deshalb als Hauptursache von Erkrankungen. Menschen, welche aus dem inneren Gleichgewicht gekommen sind, sollen durch die Lomi-Massage wieder ins Gleichgewicht gebracht werden.
Dem Lokahi, wie die Herrichtung des Massageplatzes in Hawaii heisst, wird deshalb grösste Aufmerksamkeit geschenkt, um das Umfeld harmonisch zu gestalten und das Fliessen von Energie möglich zu machen. Die hawaiianische Kultur kennt die Vorstellung, dass alle Lebewesen von Energie, Ki und Mana, durchströmt sind. Je besser die Energie fließen kann, umso gesünder ist der Mensch. Lomi spendet Kraft und Energie und löst körperliche und seelische Blockaden, auch weil die Lomi-Massage im Gegensatz zu herkömmlichen, traditionellen Massagen rund 2 Stunden dauert. Weil Hawaii eine üppige, blühende Vegetation, eine vielfältige Tierwelt und kraftvolle Vulkane hat, steht die Verbindung des Menschen mit der Fülle der Natur, der Erde an erster Stelle. Sie gilt als Quelle der Kraft und des Friedens. Kraftvolle Pflanzen, farbenprächtige Blumen und Blütendüfte spielen deshalb auch bei Lomi eine wichtige Rolle.
Die Heilmassage des klassischen Lomi Lomi vollzieht sich in drei Stufen:
Stufe 1: Durch warme Waschungen mit abgekochten Kräutern (vor allem Ti Pflanzen) und Meerwasser wird die Haut gereinigt und die Muskulatur entspannt. Dadurch werden zudem aus Sicht der Kahunas „niedere Geistwesen“, die Lebenskraft stehlen können, vertrieben.
Stufe 2: Mit Lockerungen vor allem des Beckens und der angrenzenden Gelenke wird der Körper weiter gelockert und entspannt. Dann folgt ein Beugen und Bewegen der Gelenke mit Tiefenmassage durch gezielte Reibebewegungen. Oft werden warme oder gar heiße Steine aus dem Feuer genommen, um damit zusätzliche Reibebewegungen über verspannten Muskeln auszuüben.
Stufe 3: Durch Auflegen der Hände fließt Mana (Vitalenergie) in den Körper und harmonisiert das psychoemotionale Gefüge. Mittels hypnotischer Suggestion wird hier Vitalkraft in den Körper geleitet, welche ein harmonisches Spannungsfeld in den einzelnen Organen erzeugen soll.
Dr. med. Ingfried Hobert ist Arzt für Allgemeinmedizin mit dem Schwerpunkt Naturheilverfahren und Traditionelle Tibetische Medizin in eigener Praxis (An der Friedenseiche 5, 31515 Steinhude am Meer, Tel. 0049-(0)5033/95030, Fax. 0049-(0)5033/950333). Sein besonderes Interesse gilt der Erforschung traditioneller Heilverfahren anderer Kulturen mit dem Ziel, dort effektive und praktisch anwendbare Ansätze ganzheitlicher Heilung zu finden. Er ist Autor zahlreicher Gesundheitsratgeber wie z.B. „Die Praxis der tibetischen Medizin“ und „Die Medizin der Aborigines“ sowie Begründer und Leiter der Ethnomed Akademie für visionäre Medizin.
Bücher zum Thema:
– Die Medizin der Aborigines
– Heilungsgeheimnisse der Aborigines
– Essenzen der Liebe
– Gesundheit selbst gestalten
– Algen- und Thalasso-Therapie
– Die Praxis der Traditionellen Tibetischen Medizin
– Heilung aus dem Ozean
– Das Heilbuch für das neue Jahrtausend
– Handbuch der natürlichen Medizin
Links zum Thema:
– http://www.drhobert.de/
– http://www.medicalcity.de/
– http://www.ethnomed.de/
– http://www.alohazita.ch/