Vital heute


Alfred Vogel - der kleine Doktor
Christa Becker | Mittwoch, den 25. Januar 2006

alfredvogelIn seiner Heimat, der Schweiz, ist er sehr bekannt und zählt zu den Pionieren der Naturheilkunde. 1902 wurde er in Aesch bei Basel geboren und in der Stadt Basel führte er ein eigenes Reformhaus und publizierte eine Monatszeitschrift. Nach einigen Jahren war ihm das nicht mehr genug. In Teufen baute er sein Lebenswerk auf. In seiner Naturarztpraxis behandelte er nicht nur seine Patienten, sondern stellte auch eigene Präparate her. Damals war es noch üblich, Kräutern erst zu trocknen und dann zu verarbeiten. Alfred Vogel ging einen anderen Weg: er entdeckte und entwickelte seine Medikamente aus Frischpflanzen, damals etwas ganz Neues.

Durch Reisen in die ganze Welt und eigene Forschung lernte er viele, in Europa noch unbekannte Naturheilmittel kennen, die er dann in seinem Zentrum kultivierte und verarbeitete. Ihm ist es auch zu erdanken, dass heute fast jedem der Purpursonnenhut (siehe auch Artikel Echinacea), geläufig ist. Auf einer Reise durch die USA in den 50er Jahren machte Vogel die Bekanntschaft eines Ureinwohners namens Black Elk. Häuptling und Naturarzt wurden gute Freunde. Vogel war sehr beeindruckt vom Wissen der Ureinwohner Nordamerikas über die Heilkraft der Pflanzen und bekam vor seiner Rückkehr nach Europa Echinacea-Samen geschenkt. Diese Samen bildeten die Basis einer grossen Pflanzenzucht und der Entwicklung eines Präparats, das heute überall bekannt ist: Echinaforce®. Das bewährte Präparat wird inzwischen seit 50 Jahren hergestellt und hat nichts von seiner Wirksamkeit und Beliebtheit verloren.

Seine Neugierde und Aufgeschlossenheit muss sehr gross gewesen sein, der Erfolg mit seinen Frischpflanzenprodukten war es auch. Schon bald reichte der Platz in Teufen nicht mehr für die benötigte Produktion aus. 1963 gründete Vogel deshalb in Roggwil die Bioforce AG. Dass dort inzwischen jährlich 300 Tonnen Frischpflanzen geerntet und verarbeitet werden, hat sich der Naturarzt anfangs sicher nicht träumen lassen. Aber auch heute noch gelten die strengen Massstäbe, die Alfred Vogel festgelegt hat, was den eigenen biologischen Anbau, die möglichst rasche Verarbeitung und hohe Qualität seiner Medikamente angeht.

Neben seiner Arbeit als Naturarzt und Forscher fand Alfred Vogel immer wieder Zeit für eigene Publikationen. Bereits 1952 erschien das Buch „Der kleine Doktor“, inzwischen ein Standardwerk der Naturheilkunde. In 12 Sprachen wurde es inzwischen übersetzt und mehr als 2 Millionen Mal verkauft, das spricht für sich. Und noch heute erscheint monatlich das Magazin „A. Vogel Gesundheits-Nachrichten“, das er begonnen und jahrzehntelang selbst betreut hat.

Besonders wichtig war ihm immer die Eigenverantwortung eines jeden für die eigene Gesundheit. Dies beschreibt er in einem schönen Bild: Ein Arzt oder Therapeut ist wie ein Bergführer: er geht einige Schritte voran, aber tragen wird er den Patienten nicht. Für seine Arbeit hat Alfred Vogel zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Im hohen Alter von 94 Jahren ist er 1996 verstorben. Der A.-Vogel-Wissenschaftspreis für Forschungsarbeiten, der jährlich vergeben wird und mit 10 000 Franken dotiert ist, erinnert an das Lebenswerk des Naturheilkunde-Pioniers.

Bücher zum Thema:
Der kleine Doktor
A. Vogel Aktiv gegen Rheuma
Das A. Vogel Venen-Buch
Die Leber als Regulator der Gesundheit
Krebs. Schicksal oder Zivilisationskrankheit?
Die frische Welt der Heil- und Küchenkräuter

Links zum Thema:
http://www.avogel.ch/