Freie Radikale - ein unfassbarer Begriff
Markus Oetliker | Mittwoch, den 11. Januar 2006
Um den Begriff der „freien Radikalen“ überhaupt einordnen zu können, betrachten wir das Stoffwechselgeschehen etwas genauer. In einigen Gesundheitsjournalen und Zeitschriften ist dieser Begriff aus der orthomolekularen Medizin zu finden. Die orthomolekulare Medizin befasst sich grundsätzlich mit der sinnvollen Anwendung und dem Einsatz von Vitalstoffen. Unter Vitalstoffen versteht man eine spezielle Nährstoffgruppe; dazu gehören Vitamine, Provitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Amino- und Fettsäuren und Enzyme.
Bei all diesen Substanzen handelt es sich um sogenannte Regulatoren. Um den menschlichen Stoffwechsel (Stoffwechsel ist ein Sammelbegriff für die biochemischen Vorgänge der Ernährung, Stoffumsetzung und Stoffabgabe im Körper des Menschen) wieder ins Gleichgewicht zu bringen, braucht bzw. verbraucht der menschliche Stoffwechsel Vitalstoffe. Die Regulation des Stoffwechsels braucht Zeit und genügend Vitalstoffe!
Bildhaft könnte man das Zusammenspiel dieser Vitalstoffe als ein Orchester mit verschiedensten Instrumenten und Musiker sehen. Der Dirigent hat dabei eine ganz wesentliche Aufgabe: er führt die Choreographie, das Zusammenspiel. Welches Organ hat nun diese Aufgabe? Diese Aufgabe fällt dem limbischen Teil des Gehirns zu. Das Bild hilft uns besser verstehen.

Dieses System könnte man, vereinfacht gesagt, als eine Erlebnis-DVD Anlage bezeichnen. In dieser Anlage werden all unsere Erlebnisse gespeichert. Bei jeder Aktion in unserem Alltag vergleicht dieses System, was an Nährstoffen verbraucht wurde und stellt quasi die Rezeptur für die jetzige Aktion zusammen. Es geht also um den Verbrauch spezifischer Nährstoffe. Das limbische System gibt die geprüften Informationen an die entsprechenden Organe weiter. Diese Organe stellen praktisch das Lager für diese Vitalstoffe dar. Allerdings beachtet der Körper jeweils die Priorität des Vitalstoffverbrauchs; Vorrang hat die Säureneutralisierung. Sind dann noch genügend Nährstoffe für die Regeneration vorhanden, wird diese eingeleitet; andernfalls unterbleibt die Regeneration und wir fühlen uns am Morgen unwohl und nicht erholt.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass der Mensch zu den oxidativen Wesen gehört, was soviel bedeutet, dass bei jedem Menschen zu jeder Zeit ein Verbrennungsvorgang abläuft. Bei diesen Verbrennungsvorgängen (Oxidationen) werden nun die sogenannten Freien Radikalen gebildet.
Freie Radikale werden als aggressive Sauerstoffverbindungen bezeichnet. Kohlendioxid (CO2) ist beispielsweise eine aggressive Sauerstoffverbindung. Ozon, welches anstelle von Chlor als keimtötende Substanz im Wasser bei öffentlichen Schwimmbädern eingesetzt wird, ist ein O3. Stellen wir uns ein Feuer vor, denn hier können wir einen Verbrennungsvorgang genau nachvollziehen!

Je mehr Sauerstoff wir dem Feuer zuführen, desto aggressiver die Verbrennung. Zurück zum Menschen: Je intensiver der Mensch „verbrennen“ muss, z.B. beim Sport, desto mehr aggressive Sauerstoffverbindungen entstehen. Diese Freien Radikale greifen nun in die verschiedenen Stoffwechseln ein. Sie beeinflussen den Fettstoff-, den Eiweiss- und den Kohlehydratestoffwechsel. Leider sind es keine Fehlfunktionen, sondern die Informationsleitung hat ihren Dienst versagt; der Körper weiss nicht, wie er eine Reparatur durchführen muss.
Damit nicht genug. Die Freien Radikalen haben die Fähigkeit, sich in die DNS einzuschleichen und sich dort in den sogenannten Reparationsprogrammen des Körpers festzusetzen; der Körper „vergisst“ quasi, wie er sich reparieren bzw. regenerieren muss. Auch hier gilt, dass dies keine Fehlfunktion, sondern ein Versagen der Informationsleitung bedeutet. Der „Fehler“ liegt in der Zerstörung der Basenverbindungen in der Doppelhelix.
Das Bild der Doppelhelix lässt uns verstehen, warum es so ist. Wir sprechen übrigens in diesem Zusammenhang vom Alterungsprozess.

Betrachten wir die hell- und dunkelblauen Felder als Reparationsprogramme des Körpers, so können diese nur gestartet werden, wenn die farbigen Querverbindungen intakt sind. Genau dort richten die freien Radikalen den Schaden an.

Unser Leben ist geprägt von verschiedenen Stressformen. Diese fördern die Übersäuerung. Die freien Radikale bestehen aus Sauer-Stoff und fördern die Säurebildung im Körper.
Im Bild der DNA sehen wir die farbigen Querverbindungen; sie stellen, wie schon erwähnt, Basenverbindungen dar. Bei konstanter Säurebildung werden diese Verbindungen zerstört, das heisst, die Säure „zerfrisst“ und unterbricht diese Basenverbindungen. Die Säure wird unter anderem durch die verschiedensten Stressformen gefördert. Unsere Emotionen fördern die Säurebildung ganz beträchtlich.
In der Fachsprache sprechen wir von Oxidation (die Säure „verbrennt“ diese Verbindung). Um diese Oxidation zu stoppen brauchen wir Antioxidantien bzw. Fänger von freien Radikalen. Die aggressiven Sauerstoffverbindungen müssen möglichst gut neutralisiert werden. In der Erfahrensmedizin haben wir feststellen können, dass das Zuführen von Antioxidantien (Scavengers genannt), die Säurebildung massiv senkt. Durch den Umstand, dass die Zellen nunmehr besser geschützt sind, werden diese Querverbindungen nicht mehr zerstört – der Körper weiss, wie er die Reparations- und Regenerationsprogramme wieder aufstarten kann. Die Antioxidantien hemmen also den Alterungsvorgang – das nennt man in der Fachsprache „Anti-Aging“.
Daraus folgt: Die Übersäuerung kann mittels sinnvoll eingesetzten Antioxidantien gestoppt werden. Durch diesen Schutz bleibt die DNA bestmöglich erhalten und der Körper ist in der Lage, seine Regeneration durchzuführen. Dies geschieht nach Auffassung der traditionellen chinesischen Medizin ab 17 Uhr am Abend. Am Morgen sind die Ausscheidungsprodukte, vor allem der Urin, sauer und dunkel. Hat der Körper zuwenig Antioxidantien, so läuft er Gefahr, dass die DNS nachhaltig geschädigt wird; dann sprechen wir nicht mehr von akuten Krankheiten, sondern von chronischen bis hin zu degenerativen Krankheitsbildern.
Jeder Mensch, welcher heute in seine Gesundheit investiert, indem er sich eine bestimmte Menge an Antioxidantien zuführt, erfährt eine deutlich höhere Lebensqualität und deutlich bessere Chancen, seinen Lebensabend gesund zu erleben.
Markus Oetliker arbeitet als dipl. Körpertherapeut in eigenen Praxen (Kirchberg und Kloten). Neben der Postural Integration bietet er seinen Klienten auch Behandlungen mit Fussreflexzonenmassage, manueller Lymphdrainage, Hot Stone Therapie, sowie eine Haar-Mineralanalyse und intensive Ernährungstherapie an. Er führt Seminare durch und ist Co-Autor des Buches „Abenteuer Gesundheit“. Weitere Informationen unter http://www.oetliker.info/.
Buch zum Thema:
– Abenteuer Gesundheit
Link zum Thema:
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