Die Pflaume und ihre Schwestern - lecker und gesund

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Die Pflaume und ihre Schwestern - lecker und gesund

Christa Becker | Samstag, den 5. November 2005

Die Pflaume und ihre Schwestern – lecker und gesundDie ersten Früchte aus der Pflaumenfamilie sind zwar schon ab Juni zu haben, aber die Haupternte der einheimischen Zwetschgen kommt im Herbst in Gang. Botanisch gehört die Pflaume zu den Rosengewächsen, auch wenn ihr das mit ungeübtem Auge nicht anzusehen ist. Die Schlehe kommt als Mutter von Pflaume, Zwetschge, Reineklode und Mirabelle in Betracht, gesichert ist das jedoch nicht. Dokumentiert ist dagegen, dass schon vor 4000 Jahren das Steinobst in Griechenland angebaut wurde, Alexander der Grosse soll es von einem Feldzug aus Kleinasien mitgebracht haben.

Über Italien gelangte es später nach Nordeuropa und das mit grossem Erfolg: Heute steht Deutschland hinter China und den USA an dritter Stelle der weltweiten Zwetschgen-Produktion, aber auch in Österreich gibt es grosse Anbauflächen mit Zwetschken, wie sie dort genannt werden. Da die Bäume langsam wachsen, sind sie auch für kleinere Hausgärten geeignet. Wer sich nicht für eine Sorte aus dem grossen Pflaumen-Sortiment entscheiden kann, sollte eine Duo-Pflaume kaufen. Violette Pflaumen und gelbe Reinekloden auf einem Stämmchen bieten nicht nur einen schönen Anblick, sondern auch mehr Abwechslung.

Auf dem Balkan werden die Früchte auch zur Herstellung des bekannten Zwetschgenbrands, dem Slibowitz, verwendet. Durch die Lagerung in Eichenholzfässern bekommt er seine typische gelbe Farbe. Sie denken vielleicht eher an leckeren Hefekuchen mit saftigem Belag, Knödel mit Fruchtfüllung oder dickflüssiges Mus auf dem Frühstücksbrötchen, wenn Sie Pflaumen oder Zwetschgen sehen? Gönnen Sie sich diese Leckerei, gesund ist sie auf jeden Fall. So gut wie kein Fett, aber viele Mineralstoffe und Vitamine (vor allem A, B und C), das haben Pflaumen zu bieten. Wenn Sie zudem Ihren Speicher an Eisen, Phosphor, Natrium, Kalium und Calcium wieder füllen wollen, sind Pflaumen und ihre Verwandten genau richtig. Am gehaltvollsten sind die Steinfrüchte natürlich dann, wenn sie frisch gepflückt und ungekocht verzehrt werden.

Der hohe Anteil an Ballaststoffen macht die Pflaume zum Obst der ersten Wahl, wenn auf sanfte Weise und ohne Nebenwirkungen die Verdauung angeregt werden soll. Abends 5-10 Dörrfrüchte in etwas Wasser einweichen und morgens zu sich nehmen, das genügt.

Damit Sie das ganze Jahr das gesunde Obst geniessen können, hier noch ein Rezept für Pflaumenmus: 1 kg Pflaumen in warmem Wasser gründlich säubern, Früchte entsteinen und zerkleinern. Mit 1 kg Zucker vermischen und einige Stunden durchziehen lassen, am besten über Nacht stehen lassen. Dann die Früchte-Zucker-Masse unter ständigem Rühren erhitzen, etwa 6-8 Minuten sprudelnd kochen lassen und eine Gelierprobe machen. Sofort in Gläser füllen, die vorher mit heissem Wasser ausgespült wurden, und verschliessen.

Wer mag, kann das Pflaumenmus mit Zimtstangen, Ingwerstückchen oder Vanilleschoten aromatisieren. Diese können einfach mitgekocht und vor dem Umfüllen des Mus in die Gläser wieder entfernt werden. Auch die Zugabe von Rum oder Obstbrand verfeinert den Geschmack.

Wer es lieber pikant mag, sollte einen Versuch mit Zwetschgen im Speckmantel machen. Die Früchte waschen und den entsteinen, mit einen schmalen Scheibe durchwachsenem Speck umwickeln und mit einem Zahnstocher fixieren. In einer heissen Pfanne knusprig anbraten und auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Diese Speckpflaumen eignen sich gut als Vorspeise zu einem herzhaften Menü oder als kleiner Imbiss zum Wein.

Bücher zum Thema:
Von Apfel bis Zwetschge
Das Landfrauen Obstbuch
Prinzessin Prunella und die purpurne Pflaume
Steinobst ökologisch angebaut
Leckeres Obst, gesundes Gemüse

Links zum Thema:
http://www.www.gartenspaziergang.de/


Christa Becker | Samstag, den 5. November 2005

Veröffentlicht in Kochrezepte, Gesund ernähren

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