Vital heute


Die Haarmineralanalyse - worin besteht der Nutzen?
Markus Oetliker | Samstag, den 22. Oktober 2005

Die Haarmineralanalyse - Markus OetlikerIn der Gerichtsmedizin ist es seit langem erwiesen, welche Informationen über die Haarproben gewonnen werden. Warum zieht man die Ergebnisse der Haar-Mineralanalyse gerne in Zweifel? Weil dieses Analyseverfahren, sofern es nicht von einem ausgewiesenen Labor gemacht worden ist, berechtigt angezweifelt werden kann und weil diese Analysen meiner Erfahrung nach nicht vollständig ausgewertet werden.

Man darf die verschiedenen Analysenverfahren auch nicht miteinander vergleichen; das führt unweigerlich zu Fehlschlüssen. Man weiss, dass zum Beispiel die Schwermetalle (Blei, Arsen, Cadmium, Barium und Quecksilber) nach 24 Stunden nicht mehr ohne weiteres im Blut nachzuweisen sind. Sind diese Stoffe durch den Körper verstoffwechselt, so zeigen sich ca. nach 9 Monaten die ersten Spuren in den Haaren. Nähere Informationen folgen später im Text.

Wie bin ich auf diese Art von Analysen gestossen und welche Informationen kann ich den Werten entnehmen? Seit mehr als acht Jahren befasse ich mit der Wirkungsweise von Vitalstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Amino- und Fettsäuren). Viele gute Therapien könnten einen noch besseren Erfolg vorweisen, wenn das Wissen dieser Vitalstoffe hinzugezogen würde. In einer solchen Analyse, die man nicht nur einmal machen sollte, ist manche Konstellation (für das geübte Auge) sichtbar. Als einfaches Beispiel lässt sich schnell erkennen, wie z. B. das Säure-Basenverhältnis aussieht.

Diese Parameter abzulesen ist das eine. Es zeigt sich in einer solchen Analyse, was dem Körper fehlt, welche Speicher leer sind und welche Stoffe der Körper nicht aufnimmt und daher als „Überschuss“ erscheint. Nun stellt sich die Frage, warum diese Parameter so unterschiedlich sind. Dazu hilft uns wiederum ein Denkmodell: Sie fahren mit einem Auto eine bestimmte Strecke gerade aus mit 60 Km/h. Das Auto hat einen bestimmten Verbrauch an Benzin, Öl, Reifen, Bremsen usw. Würden wir dieselbe Strecke jedoch über einen Pass fahren, so hätten wir unweigerlich einen anderen Verbrauch, stimmt’s?

Nun, wie oft höre ich, dass der Körper gewisse Mängel selbst auszugleichen vermag. Das stimmt insofern, dass sich der Körper die Vitalstoffe von den Reserven holt. Was geschieht jedoch, wenn die Reserven verbraucht sind? Wo holt sich der Körper dann die fehlenden Stoffe? Wir essen nicht nur, um „Verbrennungsmaterial“ wie Fette, Eiweisse und Kohlenhydrate zuzuführen. Um diese überhaupt verbrennen zu können, brauchen wir sogenannte Regulatoren, also Vitamine, Mineralien (Salze) Spurenelemente usw. Die einen fördern den Auf- die andern den Abbau (Anabolismus und Katabolismus). Bei jeder Verbrennung finden wir Schlacke. Diese Schlacken sollten jedoch nicht im Körper eingelagert werden. Der Körper versucht, diese nicht verwerteten Stoffe zu einem späteren Zeitpunkt abzubauen. Leider kommt er nicht dazu, weil wir ihm immer wieder neue Arbeit aufbürden. Was geschieht mit einem Menschen, dem man zuviel aufbürdet? Er bekommt Krankheiten wie z.B. Burnout (Ausgebranntsein), Nervenzusammenbruch oder massive Stoffwechselkrankheiten. Muss das sein? Bestimmt nicht.

Ganz vereinfacht ausgedrückt müssen wir dem Körper das zurückgeben, was wir ihm durch unseren Verbrauch abverlangen. Stellen Sie sich einmal vor, in einer Stressphase von nur 20 Minuten verbraucht der Körper ca. 300 mg Vitamin C (Raucher 40% mehr!). Um dies zum Beispiel mit Äpfeln wieder auszugleichen, müsste man ca. 23 Stück essen – das ist nicht die Lösung! Wenn wir uns zudem vorstellen, dass wir Abertausende von Kilometer Blutbahnen in uns haben, die genährt werden müssen, so müssen wir uns ernsthafte Gedanken machen, wie hoch denn die Zufuhr von Nährstoffen sein soll. Um die tägliche Menge Magnesium z.B. über Käse abzudecken, müssten wir ca. 1 Kilogramm davon „vertilgen“, ein anderer Begriff wäre da wohl Fehl am Platz. Allein diese Beispiele machen deutlich, dass wir es mit zwei Themenkreisen zu tun haben. Der erste Themenkreis ist die Menge unseres Verbrauches und der zweite ist die tägliche Zufuhr.

Nun kommt jedoch noch ein weiterer Punkt ins Blickfeld – warum hat nicht jeder Mensch ein und denselben Verbrauch? Diese Frage ist relativ einfach zu beantworten; es kommt auf sein gesamtes Umfeld, seine Konstitution, seine Vererbung, sein Belastungsvermögen und seine emotionale Stärke an.

Im meinem Bericht über „Postural Integration“ habe ich erwähnt, dass jeder Mensch seine Geschichte mit sich trägt. In diesem Bericht beschränke ich mich auf gewisse Zusammenhänge des Vitalstoffwechsels. Wie zuvor erwähnt geht es darum, in dieser Analyse einen Einblick in die Geschichte des Menschen zu bekommen und diese, quasi wie ein Röntgenbild, lesen und verstehen zu können.

Nun sind Sie sicher gespannt, wie eine solche Analyse aussieht; zu diesem Zweck stelle ich meine Analysen zur Verfügung. Sie werden daraus erkennen, dass meine Werte auch nicht so stimmen, obwohl ich mich sehr intensiv damit befasse.

Bild 1

Das Bild kann wie folgt gelesen werden:

Ganz links sind die Kürzel der jeweiligen Mineralstoffe bzw. Spurenelemente, in der zweiten Kolonne von links finden wir die Normwerte. In der Mitte finden wir dann hellgrüne Felder mit dunkelgrünen Markern. Diese Werte befinden sich in der Toleranz. Es zeigt aber auch, welche Werte schon tief liegen. Dann sind dunkelgrün-rote Felder sichtbar; links sehen wir diejenigen Werte, die unter der Toleranz liegen und rechts diejenigen, die der Körper nicht aufzunehmen vermag, daher scheidet der Körper diese Salze wieder aus. Beachten Sie das Datum oben rechts. Das zweite Bild zeigt den Nährstoffstatus nach ca. einem Jahr – beachten Sie, was gleich geblieben ist und was sich verändert hat.

Bild 2

Welchen Nutzen hat dann eine solche Analyse? Sie zeigt uns mehrere Aspekte auf. Bei jährlicher Wiederholung der Analyse werden wir feststellen, welche Parameter immer wieder auftreten und das gibt uns dann, wie in der Kriminalistik, Hinweise, wo quasi unsere „Achillessehne“ zu finden ist, mit anderen Worten – unsere Schwachstelle.

Diese Schwachstelle ist nicht nur ein Hinweis auf den emotionalen Teil, sondern wir finden einen deutlichen Bezug im Körper. Wenn z.B. ein grosser Tank an einer Schweissnaht undicht wird, so müssen wir das Leck suchen und reparieren, sonst verlieren wir konstant die gespeicherte Flüssigkeit. Dasselbe geschieht in unserem Körper. Krankheiten entstehen unter anderem durch einen jahrelangen Verlust an Nährstoffen und wir bemerken es lange nicht!

Durch jahrelange Kleinstarbeit sind andere Zusammenhänge aufgetreten, die der Haar-Mineralanalyse einen völlig neuen Stellenwert geben können. Man kann jedoch nicht auf Charaktertypen rückschliessen, jedoch kann man sehen, dass z.B in den Bildern Calzium, Kalium und Molybdän in derselben Konstellation zu sehen ist. Diese Konstellation gibt Hinweise auf ein angespanntes Nervensystem und eine „nervöse“ Verdauung, zudem ist das Abwehrsystem nicht optimal.

Schauen wir diese drei Werte einmal unter dem emotionalen Aspekt an, so kann man sagen, dass ein Calziummangel starke Belastungen anzeigt. Das Calzium hat mit dem symphatischen Nervensystem zu tun, während das Kalium mit dem parasymphatischen Nervensystem zu tun hat – eine nervliche Belastung! Das hat Konsequenzen mit der Verdauung, auch emotional. Das Molybdän hat einen grossen Einfluss auf die Fett-, Eiweiss- und Kohlehydratestoffwechsel, was in dieser Situation keine optimale Aufspaltung der Nährstoffe als Konsequenz zeigt.

Es ist nicht Sinn dieses Berichtes, meine beiden Analysen völlig bis ins Detail darzulegen. Es soll dem Leser lediglich andeuten, welch ein Potential durch diese Auswertung erschlossen wird. Jede Analyse zeigt einen emotionalen Spiegel des betreffenden Menschen.

Betrachten wir es einmal vom Hirn aus, genau genommen, vom limbischen System (siehe Bild):

Alle Eindrücke (man beachte das Wort) werden von der Amygdala wie auf einer DVD gespeichert. Nach dem Inhalt des Eindruckes wird der Stoffwechsel bestimmt, also wie das Individuum in diesem Moment zu reagieren hat. Im Körper findet quasi ein Scanning statt, es wird geprüft, welche Substanzen für genau diese Situation vorhanden sind und welche nicht. Das erklärt u. U. auch ein Andersreagieren.

Ein weiteres Thema ist die Bildung von Hormonen. Damit der Körper Hormone herstellen kann (das sind keine Fertigprodukte), muss er die dafür notwendigen Baustoffe haben; fehlen diese, so haben wir mit Fehlreaktionen innerhalb der Hormonbildung zu rechnen, was sich konsequenterweise auf das Wohlbefinden der betroffenen Person bemerkbar macht. Die Haar-Mineralanalyse kann uns also weit mehr Informationen an die Hand geben und ist meiner Meinung nach ein gutes ergänzendes Instrument, um der Erhaltung der Gesundheit ein Stück näher zu kommen.

In welchen Fällen ist eine solche Analyse angezeigt?

  • als Vorsorgeuntersuchung

  • zur Überwachung des Ernährungsstatuses

  • zur Überwachung des Elementehaushaltes bei erhöhtem Bedarf (bei Schwangerschaft, Stillzeit, intensivem Sport, für Manager, welche unter ständigen Belastungen stehen)

  • Als Dokumentation eines erhöhten Verlustes an Elementen in Folge von Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes und der Nieren

  • Als Verbrauchsprofil des Stoffwechsels; dazu braucht es jedoch über längere Zeit (5 Jahre) jährlich eine Analyse; erst dann ist sichtbar, wo der wirkliche Verbrauch liegt

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass diese Analysen einen besseren Status verdient haben, als es heute der Fall ist. Diese Analyse gehört in den Bereich der orthomolekularen Medizin (richtiger Umgang und Einsatz von Vitalstoffen). Dieses Wissen ist jedoch noch sehr wenig verbreitet. Es muss jedoch auch erwähnt werden, dass die Analysen als ein Instrument betrachtet werden sollen, was uns gewisse Informationen über eine Person zur Verfügung stellt. Der geübte Interpret kann gewisse Konstellationen erkennen – es dürfen jedoch daraus keine Diagnosen erstellt werden. Als therapeutische Unterstützung schätze ich dieses Hilfsmittel sehr. Die Auseinandersetzung mit der Analyse kann dem Klienten wertvolle Hinweise geben, wo er selbst im Alltag Veränderungen vornehmen kann.

    Markus Oetliker arbeitet als dipl. Körpertherapeut in eigenen Praxen (Kirchberg und Kloten). Neben der Postural Integration bietet er seinen Klienten auch Behandlungen mit Fussreflexzonenmassage, manueller Lymphdrainage, Hot Stone Therapie, sowie eine Haar-Mineralanalyse und intensive Ernährungstherapie an. Er führt Seminare durch und ist Co-Autor des Buches „Abenteuer Gesundheit“. Weitere Informationen unter http://www.oetliker.info/.

    Bücher zum Thema:
    Abenteuer Gesundheit

    Links zum Thema:
    http://www.oetliker.info/