Echinacea purpurea - der Kick für das Immunsystem
Christa Becker | Dienstag, den 11. Oktober 2005
Keine andere Pflanze mit einer so günstigen Wirkung auf unser Immunsystem ist bekannter und gleichzeitig wissenschaftlich genauer untersucht als die Echinacea purpurea. Die Pflanzenfamilie ist groß, aber nur der Purpursonnenhut verfügt über diese spezielle Heilwirkung.
Der Effekt konnte in über 500 pharmakologischen, chemischen und klinischen Studien nachgewiesen werden. Den Ureinwohnern der nordamerikanischen Prärie galt die Echinacea als wichtigste Heilpflanze. Und diese Menschen hatten zwar nicht unsere Forschungsmethoden, aber ganz offensichtlich eine gute Beobachtungsgabe. Sie waren der Überzeugung, dass die Natur uns alles gibt, was wir brauchen, solange wir ihr mit Respekt begegnen. Sie sahen in dem Pflanzensaft des Purpursonnenhuts ein Geschenk der Natur.
Von den Ureinwohnern Nordamerikas haben schon die ersten Einwanderer gelernt, dass man Echinacea äußerlich und innerlich anwenden kann. Auch bei anderen Verletzungen als durch Pfeilspitzen wirkt der Extrakt der Pflanze, wenn die Wunde damit betupft wird. Selbst bei anderen Schäden der Haut wie Psoriasis, Akne, Ekzem oder Insektenstichen geht die Heilung nach einer Behandlung schneller voran. Besonders bekannt ist der Sonnenhut aber für seine aktivierende Wirkung auf unser Immunsystem bei innerlicher Anwendung. Die körpereigenen Abwehrzellen (Leukozyten) vermehren sich schneller, um besser mit einer beginnenden Infektion fertig zu werden. Gleichzeitig bekämpft der Sonnenhut Viren und Bakterien, wirkt also wie ein pflanzliches Antibiotikum. Ob grippaler Infekt, Husten, Nebenhöhlenentzündung, Schnupfen, Halsschmerzen oder Harnwegsinfekt: der Einsatz von Echinacea besonders im Anfangsstadium lohnt sich immer.
Schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts werden aus dem Purpursonnenhut Medikamente hergestellt. Auch in der Homöopathie (siehe Artikel Samuel Hahnemann – Der Beginn der Homoöpathie) spielt die Pflanze eine wichtige Rolle. Für die Herstellung des Extraktes werden die oberirdischen Pflanzenteile ausgepresst und sind als Tee oder Salbe, in Tropfen- oder Tablettenform erhältlich. Die Tropfen enthalten meistens Alkohol, um die Haltbarkeit zu verbessern, sollten von Kindern und Alkoholkranken also nicht eingenommen werden. Spätestens nach einer Behandlungszeit von 6-8 Wochen sollte man eine Pause eingelegen. In Studien wurde beobachtet, dass Echinacea nach einer mehrwöchigen Dauerbehandlung langsam an Wirkung verliert. Auch bei akuten Beschwerden hat die Selbstbehandlung natürlich Grenzen. Sollte nach einer mehrtägigen Anwendung keine Besserung der Beschwerden eingetreten sein, muss ein Arzt oder Therapeut aufgesucht werden. Von einer vorbeugenden Behandlung mit Echinacea wird inzwischen abgeraten, auch wenn einige Hersteller diese noch empfehlen. Ihnen nutzt es ganz bestimmt…
Echinacea wird selbst von Allergikern ausgesprochen gut vertragen, nur wer bereits eine Allergie gegen Korbblütler (Margarite, Kamille, Beifuss) entwickelt hat, sollte auf eine Anwendung verzichten, das gleiche gilt während einer Schwangerschaft und für Säuglinge und Kleinkinder. Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind bislang nicht bekannt. Eine bereits bestehende Lichtempfindlichkeit kann sich nach Einnahme von Echinacea verschlechtern. Wer dagegen an Tuberkulose, Rheuma, Multipler Sklerose (siehe Artikel Mit Multipler Sklerose leben) und anderen fortschreitenden Autoimmunerkrankungen leidet, sollte ganz darauf verzichten. Über den Einsatz bei AIDS-Erkrankungen gehen die Meinungen der Experten weit auseinander, ein Risiko der Verschlechterung besteht.
Nicht zuletzt: die Wirkung von Purpursonnenhut und einem seiner zahlreichen roten, weißen oder gelben Verwandten im sonnigen Staudenbeet ist zauberhaft. Er blüht von Juli bis September, ist wenig windempfindlich und robust. Wer einer Pflanze gern beim Wachsen zusieht, kann Echinacea in vielen Varianten als Samen kaufen und keimen lassen, für Kurzentschlossene gibt es vorgezogene Stauden. Und bei der nächsten Verletzung durch Rosendorn oder Biene haben Sie die Apotheke gleich nebenan im Gartenbeet, ein ausgedrücktes Blatt bringt rasche Linderung.
Bücher zum Thema:
– Die Apotheke Manitous
– Medizin der Mutter Erde
– Natürlich gesund und fit mit Echinacea