Teebaumöl - das Penicillin der Aborigines

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Teebaumöl - das Penicillin der Aborigines

Christa Becker | Montag, den 12. September 2005

TeebaumölDie australischen Ureinwohner, von den Einwanderern aus England herablassend Aborigines genannt, hatten viel Zeit, um ihre Kultur und ihre Heilmittel zu entwickeln. Um 60 000 Jahre alt ist der älteste menschliche Knochenfund eines Ureinwohners.

Es wird vermutet, dass die Besiedelung des australischen Kontinents von Indonesien aus erfolgte. Die Männer gingen auf die Jagd, die Frauen sammelten Pflanzen und Früchte. Landbesitz im Sinne von Eigentum eines einzelnen war ihnen unbekannt, sie lebten als Nomaden in festen Gruppen, ließen sich dort vorübergehend nieder, wo das Land ihnen Nahrungsmittel bot und zogen weiter, wenn diese nicht mehr ausreichten.

Diese ökologische Lebensweise wurde jäh zerstört, als James Cook den Kontinent für Großbritannien eroberte. Die Ureinwohner Australiens erlitten dasselbe Schicksal wie die Ureinwohner Amerikas: sie wurden gnadenlos gejagt und vernichtet, ihr Lebensraum zerstört und ihre heiligen Stätten wie der Uluru, uns als Ayers Rock bekannt, entweiht.

Unter diesen Umständen ist es eigentlich erstaunlich, dass überhaupt noch etwas von dem Jahrtausende alten Wissen der Ureinwohner überliefert wurde. Nicht nur ihre Kenntnisse für das Überleben und die Nahrungsfindung haben sie in ihren Gesängen weitergegeben, sondern auch ihre Kunst und Heilmethoden (siehe Artikel Die Medizin der Aborigines – in Harmonie mit der Natur). Einer der 60 bekannten Arten von Teebäumen, botanisch Melaleuca alternifolica, gehörte schon immer zu den wirkungsvollsten Waffen ihrer Schamanen gegen Krankheiten. Der Baum wird bis zu 70 Metern hoch und hat noch einen zweiten, sehr poetischen Namen: Snow in Summer. Aus den Blättern dieses Teebaums wird ein Öl hergestellt, das auch vorbeugend angewandt wurde. Nach neuesten Forschungen werden durch die Inhaltsstoffe des Öls die körpereigene Abwehrkraft gestärkt, sie sind außerdem wirksam gegen Bakterien, Pilze und verschiedene Virenstämme.

Vor dem ersten Schnuppertest muss ich Sie allerdings warnen: Teebaumöl riecht sehr streng, manche sagen auch: Es stinkt! Beim Auftragen auf die Haut, am besten mit einem Wattestäbchen, brennt es allerdings nicht, wie man aufgrund des Geruchs vermuten könnte. In der Hausapotheke immer vorrätig, ist es ein sehr gutes Desinfektionsmittel auch für Kinder. Wie bei jedem Naturheilmittel gibt es natürlich auch Unverträglichkeiten auf Teebaumöl, sie sind jedoch selten. In manchen Fällen kann nach einer Verdünnung des Öls doch eine Behandlung durchgeführt werden, ohne dass allergische Reaktionen zu beobachten sind.

Wirksam ist das Teebaumöl auch, besonders gute Erfolge habe ich damit bei allen Arten von Entzündung oder Verletzung der Haut erzielt. Je früher das Öl aufgetragen wird, desto rascher setzt die Wirkung ein. Ein am Abend mit dem Öl betupfter, beginnender Pickel ist am nächsten Morgen oft nicht mehr zu finden. Auch gegen juckende Insektenstiche hilft das Öl gut, und weitere Mückenstiche werden Sie nicht zu befürchten haben, da der Geruch auch bei Insekten nicht beliebt ist. Und bei Ekzemen, gegen die häufig nur Cortison mit allen seinen Nebenwirkungen eingesetzt werden kann, weil nichts anderes zu helfen scheint, könnten Sie einen Versuch mit dem Öl machen.

Selbst bei Pilzinfektionen können Sie dem Teebaumöl vertrauen, mit etwas Geduld tötet es die Pilze ab, die Haut oder Nagel befallen haben. Bei Nagelpilz dauert es naturgemäß etwas länger, bis sich ein Heilerfolg einstellen kann. Das Horngewebe wächst langsam und der Pilz sitzt oft schon in den tieferen Schichten, so dass die Behandlung über einige Monate gehen kann.

Auch bei Herpes simplex, den gefürchteten Lippenbläschen, gibt es zahlreiche Erfolgsstorys. Auch hier gilt: rasch auftragen, sobald man die ersten Anzeichen spürt und alle paar Stunden wiederholen.

Auf eines sollten Sie allerdings achten: wird Ihnen ein sehr billiges Öl angeboten, schauen Sie sich lieber nach einer Alternative um. Die Gewinnung dieses Öls ist aufwändig, ein scheinbar preiswertes Angebot oft von schlechter Qualität. Und da das Öl sehr dünn aufgetragen werden kann und lange haltbar ist, lohnt sich der Kauf eines hochwertigen Produkts.

Bücher zum Thema:
Heilgeheimnisse der Aborigines
Geheimnisvolle Kultur der Traumzeit
Traumfänger
Traumpfade


Christa Becker | Montag, den 12. September 2005

Veröffentlicht in Naturheilmittel

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Ein Kommentar zu “Teebaumöl - das Penicillin der Aborigines”

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