Rotbusch - grüne Blätter, roter Tee
Christa Becker | Dienstag, den 30. August 2005
Karamel oder Krokant, Zitrone oder Zimt, Pfirsich oder Erdbeer, Vanille oder Eierlikör, wer Rotbuschtee kaufen will, steht vor einer schwierigen Entscheidung und einem langen Regal! Am einfachsten hat es der Purist: er genießt seinen Tee am liebsten ohne Zusätze, vielleicht weil ihm bekannt ist, dass die meisten Aromen künstlich hergestellt werden.
In seiner Heimat Südafrika wird der Tee in der Landessprache „Rooibos“ genannt, schon seit Jahrhunderten in großen Mengen und überwiegend naturbelassen konsumiert. In Europa oder Amerika ist der Rotbuschtee jedoch erst seit wenigen Jahrzehnten bekannt, beginnt sich aber zunehmend durchzusetzen.
Wer aus gesundheitlichen Gründen keinen Kaffee oder schwarzen Tee trinken sollte, hat in diesem Tee eine echte Alternative: er enthält kein Coffein und nur wenig Gerbstoffe. Das macht ihn sehr verträglich, auch für Kinder, für den empfindlichen Magen oder einen Genuss am Abend, weil er niemand um den guten Schlaf bringen wird. Im Gegenteil: die meisten Rotbusch-Teetrinker schätzen seine beruhigende Wirkung.
In den sandigen Hügeln des Cedarberglands, etwa 250 km nördlich von Kapstadt, liegt das weltweit einzige Anbaugebiet des Rotbusch, botanisch Aspalathus linearis. Wild wachsende Rotbuschsträucher können bis zu 50 Jahre alt werden, trotz der harten klimatischen Bedingungen mit kühlem Winter und heißem Sommer ohne Niederschlag. Die Sträucher haben sich perfekt an das Klima angepasst, bereits nach 18 Monaten Wachstum beginnt die erste Ernte. Die Herstellung des Tees ist einfach: Die Zweige werden abgeschnitten, die Blättchen abgenommen, zerkleinert und gewässert, um eine Fermentierung in Gang zu setzen. Die ursprünglich grünen Blätter werden durch diese Bearbeitung intensiv rot, so kam der Rotbusch auch zu seinem Namen. Nach dem Fermentieren werden die Teestückchen in der heißen Sonne Südafrikas einige Tage lang ausgebreitet und getrocknet, um die Feuchtigkeit wieder zu entziehen und den Tee haltbar zu machen.
In Südafrika ist Rotbuschtee seit Jahrhunderten das Nationalgetränk. Einem russischen Einwanderer namens Benjamin Ginsberg haben wir es mit zu verdanken, dass Rotbuschtee heute weltweit erhältlich ist. Als er sich 1904 in Südafrika niederließ, entdeckte er als erster das Potential dieses Strauchs, der bis dahin nur regional bekannt war. Ginsberg pflanzte die unscheinbaren Sträucher in Plantagen an und baute einen Vertrieb auf. Dass dieser Tee neben dem guten Geschmack auch über viele innere Werte verfügt, konnte Ginsberg nicht ahnen. Heute ist erforscht, dass Rotbuschtee hohe Konzentrationen von Eisen, Kalium, Zink, Mangan, Kupfer, Calcium, Magnesium und Fluoriden enthält, also ein ideales Sportler- und Leistungsgetränk ist. Auch mit anderen guten Eigenschaften geizt der Tee nicht: er enthält viel Vitamin C. Dass er auch ohne Zucker angenehm süß schmeckt, ist noch ein weiteres Plus. Und wer schwarzen Tee beim Aufbrühen schon mal vergessen hat und nach 20 Minuten als ungenießbar in den Ausguss schütten musste, wird sich freuen, dass ihm das mit Rotbuschtee nicht passieren kann: der Tee wird nicht bitter, falls er einmal länger als die erforderlichen 5-10 Minuten gezogen hat.
Viel diskutiert wird seit Jahren, ob die im Tee enthaltenen Wirkstoffe gegen Allergien, Hautalterung oder sogar AIDS helfen können. Ein letzter wissenschaftlicher Beweis dafür steht noch aus. Sicher ist aber, dass der Tee wirklich lecker schmeckt, ob er im Sommer kalt oder im Winter heiß getrunken wird. Dass er sich ideal zum Mixen mit anderen Früchtetees oder Säften sowie zum Aromatisieren eignet, macht den Rotbuschtee noch interessanter. Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt, es gibt sogar Rezepte zur Herstellung von Cocktails mit Rotbuschtee als Grundlage. Also trinken und ausprobieren!
Bücher zum Thema:
– Natürlich gesund durch Rooibos-Tee
– Rooibos
Links zum Thema:
– http://www.southafrica-infoweb.com/rooibos.shtm
Christa Becker | Dienstag, den 30. August 2005
Veröffentlicht in Gesund ernähren
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