Ohrkerzentherapie - der Kamineffekt
Doris Kern | Mittwoch, den 24. August 2005
Die Ohrkerze hat in der Naturheilkunde einen hohen Stellenwert. Sie wird von den Ureinwohnern Nord- und Mittelamerikas sowie den Naturvölkern im indonesischen Raum schon seit Jahrhunderten angewandt. Sie ist ein reines Naturprodukt aus Naturgewebe, Bienenwachs und je nach Sorte mit Honigextrakt und Kräuterzusätzen in pulverisierter Form versetzt. Auch heute noch wird sie in Handarbeit hergestellt.
In meiner Praxis setze ich Ohrkerzen gerne als Basis und sehr oft als Begleitanwendung bei verschiedenen Störungen im Stirn-, Hals-, Nasen-, Nebenhöhlen- und Ohrbereich ein.
Die wichtigsten Indikationen sind:
Störungen in den Nasennebenhöhlen
Ohrensausen, diffuse Ohrgeräusche
Ohrschmerzen
Chronische Ohrbeschwerden
Durchblutungsstörungen der Ohren
Kopfdruck
Schnupfen, Stockschnupfen
Lymphstauungen im Hals- und Nackenbereich
Die Wirkung der Ohrkerze ist eine rein physikalische. Es handelt sich sozusagen um eine Wärme- und Druckausgleichstherapie. Ein leichter Unterdruck (Kamineffekt) und durch die Flamme hervorgerufene Vibrationswellen der Luft in der Kerze wirken wie eine sanfte Trommelfellmassage. Die Reize werden auf das Mittelohr bis hin zum Innenohr übertragen, wo sie auf das eigentliche Hör- und Gleichgewichtsorgan einwirken. Ebenso werden die Ohrakupunkturpunkte erfasst.
Über den Gehörgang wirkt die Ohrkerze auf die Zonen des lymphatischen Rachenrings, wo die Durchblutung und der Lymphabfluss – und dadurch die Entschlackung und Abwehr, gefördert werden. Spontan kann es auch zu einer freieren Nasenatmung und einem verbesserten Geruchsempfinden bei zuvor verstopfter Nase kommen.
Bereits während der Behandlung kommt es zu einem Gefühl angenehmer Wärme und einem befreienden Druckausgleich im Ohr-, Stirn- und Nebenhöhlenbereich. Oft verspüren meine PatientInnen auch eine tiefe Entspannung, die sich darauf zurückführen lässt, dass die Ohrkerzentherapie über den Parasympathikus entspannend auf Herz und Kreislauf sowie anregend auf die Bauchorgane wirkt. Es entsteht ein Gefühl von Ruhe und Zufriedenheit.
Kinder sprechen auf die Ohrkerzentherapie sehr gut an. Allerdings müssen sie mindestens eine halbe Stunde ruhig halten und die Behandlung einordnen können.
Die Anwendung der Ohrkerzen ist sehr einfach. Es gibt nur wenige Kontraindikationen. Es müssen jedoch einige Vorsichtsmassnahmen beachtet werden, da die Kerzen mit offener Flamme abbrennen. Die Brenndauer einer Kerze beträgt ca. ¼ Stunde. Es werden immer beide Ohren nacheinander behandelt und anschliessend eine Nachruhe von ca. ¼ Stunde eingehalten.
In der Regel werden bei akuten Zuständen in der ersten Woche mehrere Anwendungen durchgeführt. Bei verbessertem Wohlbefinden werden dann laufend weniger Behandlungen nötig sein. Ohrkerzen können auch prophylaktisch und zur Ohrhygiene und Entspannung eingesetzt werden.
Ich möchte die Ohrkerzentherapie in meiner Praxis nicht mehr missen und hoffe, dass sie auch in unseren Breitengraden weiterhin Verbreitung findet!
Frau Doris Kern führt eine Naturheilpraxis in Zürich/Schweiz mit den Schwerpunkten Natur- und Pflanzenheilkunde, verschiedenen Körpertherapien und Irisdiagnose. Weitere Informationen unter http://www.naturheilpraxiskern.ch/.
Bücher zum Thema:
– Die Ohrkerze in Theorie und Praxis
– Grosses Hausbuch der Naturheilkunde
– Therapiehandbuch Naturheilkunde
– Aktiv entspannen, das Anti-Stress-Buch
Links zum Thema:
– http://www.naturheilpraxiskern.ch/
Doris Kern | Mittwoch, den 24. August 2005
Veröffentlicht in Heilmethoden
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