Vital heute


Lieber Cranberry Saft statt Blasenentzündung!
Christa Becker | Montag, den 22. August 2005

CranberryDer Sommer bringt Badewetter. Wir freuen uns darauf, bei großer Hitze Abkühlung im kühlen See oder Fluss, im Freibad oder Meer zu finden. Leider ist diese Freude bei vielen nicht ungetrübt: sie haben schon einmal oder öfter eine Zystitis, also Entzündung der Harnblase gehabt und fürchten die nächste.

Warum diese Entzündung ausgerechnet in den Sommermonaten häufig auftritt, ist vielen ein Rätsel. Die Zusammenhänge sind aber leicht zu klären. Während wir ein kühles Bad im Sommer als erfrischend empfinden, bedeutet es für unseren Körper Schwerarbeit. Unser Körper gleicht Hitze und Kälte aus, um die Körpertemperatur im Gleichgewicht zu halten. Das ist nötig, damit alle Organe ausreichend versorgt werden, Kreislauf und Stoffwechsel reibungslos funktionieren können.

Bei heißem Wetter bringt vermehrtes Schwitzen durch die Verdunstungskälte den Körper wieder auf Normaltemperatur, bei Kälte werden zunächst Hände und Füße weniger durchblutet, um die überlebenswichtigen Organe im Körperinneren ausreichend zu versorgen.

Wärmen wir uns nach dem kühlen Bad in der Sonne, aber mit nasser Badekleidung wieder auf, leidet unsere Harnblase an Unterkühlung. Dass Schwimmbäder nicht bakterienfrei sind, kommt dazu. Frauen haben noch ein zusätzliches Handicap: weil ihre Harnröhre kürzer ist als bei Männern, können Kälte und Bakterien leichter die Harnblase erreichen, eine Entzündung der Schleimhäute entsteht. Diese Zystitis wird überwiegend von Escheria coli ausgelöst und äußert sich innerhalb weniger Stunden durch Schmerzen im Unterbauch und starkes Brennen beim Wasserlassen. Der ständige Harndrang ist ebenfalls sehr unangenehm. Die Zystitis sollte rasch behandelt werden, da sonst ein aufsteigender Harnwegsinfekt mit noch schlimmeren Folgen droht. Die Harnblase ist durch die Harnleiter mit den Nieren verbunden. Diesen Weg können die Bakterien nehmen, die Entzündung würde dann auf die Nieren übergreifen. Hohes Fieber, ein allgemeines Krankheitsgefühl sowie dumpfe Schmerzen am hinteren, unteren Rippenbogen sind Alarmsignale dafür.

Aber so weit sollten wir es gar nicht kommen lassen. Ausreichendes Trinken gerade im Sommer, häufiges Entleeren der Harnblase und ein Wechsel der Badekleidung nach dem Schwimmen wären erste Maßnahmen. Eine gute Versorgung mit Vitamin C ist für unseren Körper ein zusätzlicher Schutz gegen die Zystitis, weil dieses Vitamin verhindert, dass sich Bakterien in der Harnblase vermehren können (siehe Artikel Was tun bei chronischer Zystitis?).

Die Natur bietet uns in der Cranberry eine wirksame Hilfe an. Die roten Früchte waren bei den Ureinwohnern Nordamerikas schon lange als Heil- und Nahrungsmittel bekannt, die ersten Einwanderer übernahmen die landestypische Ernährung und gaben der Pflanze den Namen, der noch heute gebräuchlich ist. Weil die Blüte der Sträucher die Pilgrim Fathers an den Kopf eines Kranichs erinnerte, nannten sie die Beere nach diesem Vogel „Crane Berry“. Die Cranberry oder Moosbeere gehört zur Familie der Heidekrautgewächse und wird ab Mitte September geerntet, mittlerweile nicht mehr mühsam im Wald, sondern auf großen Plantagen, hauptsächlich an der Ostküste von Amerika und Kanada. Schon seit 1912 werden Saucen, Säfte und getrocknete Beeren industriell produziert. In Deutschland und in der Schweiz können wir seit einigen Jahren den in England, Nordamerika und Kanada schon seit Jahrzehnten sehr beliebten Saft in ausgewählten Geschäften kaufen.

Dass die Cranberry sehr viel Vitamin C enthält, ist aber nur ein Grund, warum die Beeren uns vor einer Zystitis schützen. Die ebenfalls enthaltenen Tannine verhindern, dass Bakterien die Schleimhaut der Harnblase befallen können und damit eine Entzündung auslösen. Die Cranberry enthält zudem zahlreiche Antioxidanzien, die unser Körper nicht selbst bilden kann, aber für ein funktionierendes Abwehrsystem braucht, sowie zahlreiche Mineralstoffe (Kalium, Natrium und Phosphor). Wer morgens und abends ein Glas Cranberry Juice trinkt, schützt seine Blase vor Infekten und versorgt seinen Körper mit ausreichend Vitamin C. Dass der rote Cranberry Juice sehr lecker schmeckt, habe ich noch gar nicht erwähnt. Er ist nicht sauer, sondern herb-frisch und gut verträglich auch für den empfindlichen Magen, der mit Orangensaft wegen der Fruchtsäure Probleme hat. Und wer es mag, kann in zahlreichen Rezepten mit und ohne Alkohol viele Möglichkeiten finden, Cranberry Juice als Cocktail zu genießen.

Bücher zum Thema:
Beeren-Küche
Beeren und Früchte
Lexikon der Cocktails
Cocktails, Klassiker und Trendies

Links zum Thema:

-http://www.cranberries.ch/