Depression - eine weitverbreitete und ernste Erkrankung

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Depression - eine weitverbreitete und ernste Erkrankung

Claudia Wiegmann | Donnerstag, den 18. August 2005

Depression - Claudia WiegmannDeprimere bedeutet herabdrücken. Depressionen sind häufig, man geht davon aus, dass diese Störung die häufigste seelische Erkrankung in unserer Gesellschaft ist. Neueste Untersuchungen haben ergeben, dass ca. 17 bis 20 % der Erwachsenen in unserer Bevölkerung mindestens einmal im Leben an einer Depression erkranken, so dass jeder 5. inzwischen von dieser Krankheit betroffen ist.

Hinzu kommt die große Anzahl derer, die indirekt mit der Erkrankung in Berührung kommt, etwa als Angehöriger, Partner oder Freund. Schätzungen zufolge betreffen Depressionen somit inzwischen 50 % der Bundesbürger. Das Auftreten von Depressionen ist also unabhängig von der sozialen Schicht, des Geschlechts, des Alters.

Wichtig ist, dass die Depression als Krankheit begriffen wird, es handelt sich keinesfalls um eine kurzfristige „schlechte Phase“, keine einfache Niedergeschlagenheit, vielmehr beeinträchtigt sie das komplette Leben des Erkrankten und dauert lange an.

Depressionen gehen in der Regel nicht nur mit psychischen Symptomen wie Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit einher, sondern sind auch von körperlichen Symptomen wie Schlafstörungen, Appetitmangel, Angststörungen, Magenbeschwerden etc. geprägt. Depressionen sind durch Willensanspannung oder positives Denken nicht beeinflussbar. Von Angehörigen gut gemeinte Ratschläge wie „jeder ist mal schlecht drauf“, „reiß dich mal zusammen“, „das wird schon wieder“ usw. können einen depressiven Menschen nicht erreichen, bewirken eher das Gegenteil, denn bei dem Erkrankten bleibt vielmehr die Botschaft „selbst das schaffe ich nicht“ zurück.

Die Depression, die in der Regel unscheinbar und langsam anfängt, einhergehend mit Symptomen wie Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit und Übelkeit und dem ständigen Gefühl, alles in der Welt sei negativ und sinnlos, bestimmt jedoch nach und nach das komplette Leben des Betroffenen. Die Gedanken sind auf die Symptome eingeengt, ein normales Leben ist nicht mehr möglich, Partnerschaften zerbrechen, die Krankheit isoliert den Depressiven. Dass die Depression eine sehr ernstzunehmende Krankheit ist, zeigt allein die Zahl der Todesfälle. Mehr als 10 % der schwer an einer Depressionen erkrankten Menschen, die nicht behandelt werden, begeht Selbstmord. Hinzukommt, dass eine unbehandelte Depression im Durchschnitt ca. ein halbes bis ein Jahr anhält, eine lange Zeit, in der der Betroffene schwer leidet und zudem häufig das gesamte Umfeld (sowohl beruflich als auch privat) zerbricht.

Depressionen werden als psychobiologische Krankheit bezeichnet, da an ihrer Entstehung sowohl psychische als auch biologische Faktoren beteiligt sind, sie haben also nicht nur eine Ursache.

Zusammengefasst ist zu betonen, dass Depressionen ausgesprochen häufig auftreten und keine „Geisteskrankheit“ darstellen, jeder von uns kann – als direkt oder indirekt Betroffener – mit dieser Erkrankung in Berührung kommen.

Wichtig ist jedoch zu wissen, dass Depressionen dank verschiedener Behandlungsmöglichkeiten heilbar sind; fast jede Depression geht vorbei.

Um für den Betroffenen die geeignete Behandlungsform zu finden, sei es durch eine geeignete Medikation bestehend aus Antidepressiva, einer Psychotherapie oder einer Kombination aus verschiedenen Elementen, ist jedoch ein Arztbesuch unerlässlich.

Frau Claudia Wiegmann aus Hannover betreut die Webseite http://depressionen-depression.net/. Weitere Informationen über Erkrankung und Behandlungsmöglichkeiten der Depression sind dort zu finden.

Bücher zum Thema:
Depressionen überwinden
Depressionen bewältigen, die Lebensfreude wiederfinden
Depressionen, mehr als ein Stimmungstief
Depression als Lebenschance
Und wo bleibe ich? Leben mit depressiven Menschen
Depressionen im Kindes- und Jugendalter

Links zum Thema:
http://www.depressionen-depression.net/


Claudia Wiegmann | Donnerstag, den 18. August 2005

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