Vital heute


Buchweizen - gut für kranke Venen
Christa Becker | Freitag, den 5. August 2005

BuchweizenZu den Pseudocerealien gehöre er, sagen die Botaniker. Fagopyrum esculentum, der echte Buchweizen, sei nämlich gar keine Weizensorte, sondern ein Knöterichgewächs. Und damit steht er dem Rhabarber oder Sauerampfer näher als dem Getreide.

Seinen Namen hat er übrigens bekommen, weil seine dreieckigen Samenkörner den Bucheckern ähnelt. Ins Gepäck gehöre er, befanden im 14. Jahrhundert die Mongolen und brachten den Buchweizen ins ferne Europa, sagt uns die Legende. Andere Quellen behaupten, dass der Buchweizen schon in der Bronzezeit in Europa heimisch war. Unbestritten ist jedoch, dass er ursprünglich aus dem östlichen Zentralasien stammt, dort wird er schon seit 6000 Jahren kultiviert.

Auch heute noch wird die Pflanze vor allem in Asien und Russland angebaut und in der dortigen Küche vielseitig eingesetzt. In Russland gehören Buchweizenblini, die kleinen runden Hefepfannkuchen, zu den Nationalgerichten und werden mit Lachs oder Kaviar genossen.

Vor der Verwendung muss der Buchweizen aus seiner harten, unverdaulichen Schale gelöst werden. Die Mühe lohnt sich, denn seine inneren Werte klingen überzeugend: neben Eisen, Mineralstoffen, Vitaminen aus der Gruppe B und Ballaststoffen enthält er auch leicht verdauliche Eiweißverbindungen. Zudem sind 70 % der enthaltenen Fettsäuren ungesättigt und deshalb sehr gesund. Brot und Pfannkuchen, Grütze und Teigwaren, Torte und Frühstücksflocken werden aus den Körnern hergestellt und hauptsächlich über Bioläden und Reformhäuser vertrieben. Wer die Körner kurz in der heißen Pfanne anröstet und über den bunten Sommersalat streut, wird feststellen: der nussige Geschmack passt hervorragend dazu.

Für Zöliakie-Kranke (Sprue) ist der Buchweizen eine echte Alternative: er enthält kein Gluten. Das Protein Gluten schädigt bei diesen Patienten die Dünndarmschleimhaut so stark, dass Nährstoffe nicht mehr aufgenommen werden können. Während die Kranken auf Weizen, Roggen und Gerste, häufig sogar auch auf Hafer völlig verzichten müssen, wird der glutenfreie Buchweizen gut vertragen und kann unbedenklich in den Kochplan aufgenommen werden. Durch das Fehlen von Gluten hat er allerdings ganz andere Backeigenschaften. Ein Austausch von Weizen- oder Roggenmehl gegen gemahlenen Buchweizen ist also nicht ohne weiteres möglich. Es gibt jedoch zahlreiche Backbücher, die hier Anleitung geben.

Auch als Naturheilmittel findet der Buchweizen Verwendung. Er wird vor allem bei venösen Beschwerden wie Krampfadern und Schwellung der Beine eingesetzt. In der Volksmedizin ist seine heilende Wirkung auf das Venensystem (siehe Artikel Kranke Venen) schon lange bekannt, inzwischen ist wissenschaftlich nachgewiesen, worauf diese beruht. In den Blüten, Blättern und Stängeln der Pflanze fand man den Wirkstoff Rutin. Dieser bewirkt vor allem in den kleinen venösen Gefäßen eine bessere Zirkulation des Blutes und verhindert damit eine Rückstauung (Ödem), die sich in geschwollenen, schweren Beinen bemerkbar macht. Außerdem erschweren die Wirkstoffe des Buchweizens eine Fettablagerung an den Gefäßwänden, die zur gefürchteten Arteriosklerose führen kann.

Möchte man Buchweizen als Naturmedizin einsetzen, kann man zwischen Tabletten und Tee als Darreichungsform wählen. Eine längere Einnahmedauer ist nötig, bis eine Wirkung eintritt. Zusätzlich sollte natürlich mit dem Arzt oder Therapeuten besprochen werden, was noch für das Venensystem getan werden kann. Wer langes Stehen vermeidet und stattdessen mehr Spaziergänge und Schwimmen in seinen Wochenplan einbaut, macht sich die sogenannte Muskelpumpe zunutze. Der Druck der Muskulatur auf die Venen hilft diesen beim Transport des Blutes und trägt damit ebenfalls zur Entlastung der gestauten Gefäße bei. Auch eine gelegentliche Serie von Lymphdrainagen (siehe Artikel Lymphdrainage) kann Erleichterung bringen. Ein weiteres Hilfsmittel sind Stütz- und Kompressionsstrümpfe, bevor an einen operativen Eingriff gedacht wird.

Bücher zum Thema:
Buchweizen
Kochen und Backen mit Buchweizen
Kleines Heilkräuter-Lexikon
Das grosse Buch der Heilpflanzen