Pilates - Training nicht nur für Madonna und Tiger Woods

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Pilates - Training nicht nur für Madonna und Tiger Woods

Christa Becker | Freitag, den 1. Juli 2005

PilatesWir müssen weder prominent noch reich sein, um mit Pilates zu beginnen. Für wenig Geld bekommen wir überall fachkundige Anleitung und können trainieren wie Madonna. Die Methode wurde nach ihrem Erfinder benannt: Joseph Hubert Pilates (1880-1967). 1912 wanderte er von seiner Heimat Deutschland zunächst nach England, später nach Amerika aus und gründete in New York sein erstes Studio.

Von Beruf war er Boxer und Bodybilder, in seinem Training kombinierte er daher asiatische Kampfsportelemente mit Gymnastikübungen. Seine Kunden waren anfangs vor allem Schauspieler und Tänzer, die sich schnell von der Wirksamkeit des Trainings überzeugen ließen.

Heute sind es Prominente wie Sharon Stone, Richard Gere oder Jodie Foster, die Pilates für sich entdeckt haben. Und für viele Sportler wie Golfspieler oder Reiter gibt es eigene Übungseinheiten, um den einseitigen Gebrauch von Muskelgruppen auszugleichen. Weltweit haben die meisten Fitnessstudios sowie ambulante und stationäre Rehabilitationskliniken Pilates fest in ihr Programm integriert.

Im Gegensatz zum Krafttraining war es Pilates wichtig, nicht einzelne Muskeln, sondern ganze Muskelgruppen zugleich zu aktivieren. Alle Übungen gehen vom sogenannten „Powerhouse“, dem Zentrum im unteren Bauch- und Rückenbereich aus. Ganz bewusst hat Pilates ein Trainingsprogramm für Körper, Seele und Geist entwickelt. Nach einigen Übungswochen haben sich Haltung und Atmung verbessert, Ausdauer und Kraft gesteigert und das Gleichgewicht verbessert. Auch Stoffwechsel und Kreislauf werden angeregt. Die langsamen, konzentrierten Bewegungen bringen nicht ins Schwitzen, helfen aber beim Stressabbau, was sich wiederum auf die Seele harmonisierend auswirkt.

Wer sich für Sport nur schwer motivieren kann, kann sich mit Pilates angenehm entspannen und gleichzeitig die Figur straffen. Pilates selbst soll gesagt haben: Nach 10 Stunden fühlen Sie sich besser, nach 20 Stunden sehen Sie besser aus! Es gibt keine Altersbeschränkung und keine Krankheiten, die an einer Teilnahme am Pilates-Training hindern könnten. Es gilt sogar als gute Methode, um einer Osteoporose vorzubeugen. Nur wer bereits an ernsthaften orthopädischen Krankheiten wie Bandscheibenvorfall, Knie- oder Hüftarthrose leidet, sollte vor Beginn seinen Arzt oder Therapeuten zu Rate ziehen. Auch während einer Schwangerschaft oder kurz nach der Entbindung ist eine Besprechung mit dem behandelnden Arzt sinnvoll. Anschließend sollte man mit seinem Trainer besprechen, welche Übungen durchgeführt werden sollten.

Alle Grundübungen werden auf einer Schaumstoffmatte durchgeführt und für Fortgeschrittene durch verschiedene Hilfsmittel wie Hartschaumrolle, elastischer Ring oder den sogenannter Reformer ergänzt. Dieser Reformer erinnert mit seinen Seilzügen und Stahlfedern an die bekannten Geräte im Fitnessstudio. Da der Widerstand an diesem Trainingsgerät verändert werden kann, ist eine bessere Anpassung und Dosierung möglich. Eine Übungseinheit Pilates dauert zwischen 30 und 50 Minuten und sollte mindestens einmal wöchentlich durchgeführt werden, öfter ist natürlich auch hier besser. Wer sich in einer Übungsgruppe nicht wohl fühlt, kann in vielen Studios auch Einzelunterricht bekommen. Eine kostenlose Schnupperstunde ist fast überall möglich, alternativ gibt es Wochenend-Workshops, um besser beurteilen zu können, ob man sich beim Pilates-Training wohlfühlt.

Sobald man sich die Übungen nach Anleitung und Korrektur durch einen Trainer angeeignet hat, ist auch ein Training zuhause möglich: eine dicke Matte und ein paar Kissen genügen. Zumindest die Basisübungen sollten unter professioneller Betreuung begonnen werden. Eine DVD, eine Videokassette oder ein Buch bergen immer die Gefahr, sich falsche Bewegungsabläufe einzuprägen. Sie sollten deshalb nur zur Ergänzung, nicht für einen Einstieg verwendet werden. Die Übungen sind mit einer Koordination von Dehnung, Streckung, Atmung und Bewegung zu komplex, um sie von einem Bild oder einer Filmsequenz richtig umzusetzen.

Joseph Pilates hat seine Methode entwickelt, weil er als Kind unter Asthma und rheumatischem Fieber gelitten hatte. Wenn man spätere Bilder von ihm betrachtet, kann man sich kaum noch vorstellen, dass Pilates einmal ein schwächliches, krankes Kind gewesen war. Und was er geschafft hat, kann jeder erreichen: mehr Zufriedenheit mit dem eigenen Körper und viel mehr Wohlbefinden.

Bücher zum Thema:
Pilates-Training
Schlank und schön mit Pilates
Pilates
Superbody mit Pilates


Christa Becker | Freitag, den 1. Juli 2005

Veröffentlicht in Wellness

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