Ingwer - die Wurzel alles Guten

Vital heute » Ingwer - die Wurzel alles Guten
 

Ingwer - die Wurzel alles Guten

Christa Becker | Mittwoch, den 29. Juni 2005

IngwerSüdostasien war vermutlich die Heimat des Zingiber officinale, der Wurzel mit dem ganz eigentümlichen Geschmack, scharf und süß zugleich. Die Hauptanbaugebiete liegen heute in den tropischen Regionen von China, Japan, Indien, Australien und Afrika, aber von der Insel Jamaica komme die beste Qualität, sagen die Experten.

Der Anbau und das Wachstum sind so unkompliziert, dass Ingwer nicht zu den kostbaren und teuren Gewürzen zählt. Nach dem Pflanzen der Rhizome, so heißt der Wurzelstock des Ingwers botanisch korrekt, wächst innerhalb von 9 Monaten die etwa ein Meter hohe Pflanze mit ihren schlanken, grünen Blättern heran. Für das Gewürz wird nur die Wurzel der Pflanze verwendet. Nach dem Ausgraben trocknet die Ingwerknolle einige Tage in der Sonne, dann ist sie schon gebrauchsfertig und im Kühlschrank ungeschält einige Wochen haltbar.

Vor allem die asiatische Küche hat den Einsatz des Ingwers kultiviert, hier wird er meist frisch gerieben den pikanten Gerichten beigefügt. Getrockneter und fein gemahlener Ingwer ist ein fester Bestandteil der Gewürzmischung „Curry“, frisch schmeckt er aber völlig anders und viel intensiver. Bei uns führt er immer noch ein Schattendasein, zu Unrecht, wie ich finde.

Dabei ist der Ingwer keine neue Entdeckung; schon seit 3 000 Jahren wird die Pflanze angebaut. Man vermutet, dass Ingwer das erste Gewürz aus dem Fernen Osten war, das den Weg nach Europa fand. Das hat einen einfachen Grund: die robusten Wurzeln konnten in Töpfe gepflanzt und mit dem Schiff transportiert werden. Apropos Schiff: die Chinesen schätzten den Ingwer nicht nur als Gewürz, sondern auch als Medizin. Es ist überliefert, dass chinesische Seeleute Ingwerstückchen gegen Seekrankheit kauten. Auch heute noch ist der Ingwer Bestandteil verschiedener Medikamente, die gegen die Reisekrankheit entwickelt wurden. Aber man muss sich nicht aufs Meer hinausbegeben, um von der unscheinbaren Wurzel zu profitieren. Bei Magenverstimmung mit Erbrechen, bei Blähungen und Übelkeit ist Ingwer auch an Land ein wirksames Mittel. Gegen Appetitlosigkeit und Sodbrennen hilft er ebenfalls gut. In der Ayurveda-Medizin Indiens wird Ingwer außerdem gegen Husten, Asthma und Migräne eingesetzt.

Ein Multitalent ist Ingwer auch in der Küche: als Pulver würzt er Ginger Ale und Ginger Bread (kein Brot, sondern leckeres Weihnachtsgebäck) in England, die Chinesen stellen aus Ingwerwurzeln kandierte Stäbchen her. Auch als Teeaufguss kann Ingwer genossen werden. Die Japaner nennen in feine Scheiben geschnittenen, marinierten Ingwer „Gari“ und essen ihn als Beilage zu Sushi. Das indische Chutney, eine süß-pikante Mischung aus Früchten und Gewürzen, kommt nicht ohne Ingwer aus. Ich ziehe frisch geriebenen Ingwer dem Pulver in der Küche vor. Aber es gibt viele Varianten, das Gewürz nach dem eigenen Geschmack einzusetzen: Wird frisch geriebener Ingwer gekocht, gewinnt er an Schärfe, durch Anbraten wird er etwas milder und sein Aroma intensiver. Sie sollten beim Braten allerdings darauf achten, dass der Ingwer nicht zu stark bräunt; er wird sonst bitter. Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein Rezept zum Ausprobieren, nicht wahr? Hier mein absoluter Favorit:

Eine Zwiebel schälen und in dünne Scheiben schneiden. Ein etwa 2 cm großes Ingwerstück schälen und fein reiben oder hacken. Eine Knoblauchzehe fein hacken.

Etwas Ghee (geklärte Butter) oder Öl in einer Pfanne erhitzen und Zwiebelringe, Knoblauch und Ingwer unter ständigem Rühren anbraten, bis sie goldbraun sind. Je ein Teelöffel Kreuzkümmel und Koriander, etwas Kurkuma und Pfeffer zugeben und etwa eine Minute mitbraten. Dann 600 Gramm tiefgefrorener Blattspinat zugeben, salzen, bei mittlerer Hitze zugedeckt fertig garen. Zuletzt etwas süße Sahne unterrühren.

Dazu passen Reis, Chapatis (Fladenbrote) oder Naan, das typisch indische Hefebrot.

Die Geschmacksverbindung zwischen Spinat und Ingwer ist sensationell; Sie werden den Spinat nicht wiedererkennen!

Bücher zum Thema:
Ingwer, die heilende Wurzel Asiens
Gesund genießen mit Ingwer
Indische Currys
Das große vegetarische indische Kochbuch


Christa Becker | Mittwoch, den 29. Juni 2005

Veröffentlicht in Naturheilmittel, Kochrezepte

Artikel drucken | Artikel weiterempfehlen


Bitte beachten Sie den Haftungsausschluss.







Einen Kommentar schreiben: