Vital heute


Folsäure, ein wichtiges Vitamin der Gruppe B
Christa Becker | Donnerstag, den 26. Mai 2005

FolsäureDie Erforschung der Vitamine ist eine vergleichsweise junge Wissenschaft: die Folsäure wurde erst 1941 in Spinatblättern entdeckt und nach dem lateinischen Wort „folium“ für Blatt benannt.

Zusammen mit dem Vitamin B12 erfüllt die Folsäure eine ihrer Aufgaben, die Bildung von roten Blutkörperchen im Knochenmark. Sind zu wenig rote Blutkörperchen vorhanden, können diese ihrer Funktion, den Sauerstoff zu allen Körperzellen zu transportieren, nicht mehr nachkommen. Der Arzt spricht dann von einer Anämie, also einer Blutarmut. Auch für die Regulation des Homocysteinspiegels ist die Folsäure zuständig. Steigt das Homocystein wegen eines Folsäuremangels zu stark an, können Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Arteriosklerose die Folge sein, auch das Schlaganfallrisiko steigt.

Die Folsäure ist auch bei allen Entwicklungsprozessen unseres Körpers unentbehrlich, besonders beim Ungeborenen während der Schwangerschaft. Nimmt die werdende Mutter nicht genügend Folsäure zu sich, kann dies zu einem Neuralrohrdefekt beim Kind führen. Diese Missbildung, auch als Spina bifida oder „offener Rücken“ genannt, zeigt sich in einer Vorwölbung oder Öffnung über der Wirbelsäule, an der das Rückenmark zu Tage tritt. Diese schwere Fehlbildung des Rückenmarks und Gehirns muss mit einer sofortigen Operation behandelt werden. Da die Ausbildung des Rückenmarks in den ersten Wochen der Schwangerschaft stattfindet, sollte jede Frau mit Kinderwunsch bereits vor einer möglichen Empfängnis auf eine ausreichende Versorgung mit Folsäure achten.

Ein Mangel an Folsäure macht sich vor allem durch die typischen Symptome einer Blutarmut bemerkbar: man fühlt sich schwindelig und trotz ausreichendem Schlaf auch tagsüber extrem müde. Bei manchen Menschen führt die Anämie auch zu wiederholtem Kreislaufzusammenbruch mit Bewusstlosigkeit. Auffällig ist auch eine sehr blasse Gesichtsfarbe. Da es viele Arten und Ursachen für eine Blutarmut gibt, sollte man beim Arzt eine Laboruntersuchung durchführen lassen, um Genaueres herauszufinden. Erst danach kann man gezielt den bestehenden Mangel ausgleichen.

Folsäure ist in Milch und Ei, Salat (Kopf- und Feldsalat) und Gemüse (Spinat, Brokkoli, Tomaten, Kartoffeln), in Hülsenfrüchten, Vollkornbrot, Leber ebenso wie in Champignons enthalten. Langes Kochen oder Lagern führt zu einem raschen Abbau des Vitamins. Das Vitamin ist außerdem wasserlöslich, man sollte deshalb langes Waschen von Salat und Gemüse vermeiden, damit auch genügend Folsäure und andere Vitamine in der sonst gesunden Nahrung verbleiben. In frischen Lebensmittel sind die meisten Vitamine, durch das Konservieren reduziert sich in allen Gemüsesorten und Früchten der Vitamingehalt, natürlich nicht nur bei der Gruppe B.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. empfiehlt die Einnahme von 0,4 mg und in der Schwangerschaft sogar 0,6 mg Folsäure täglich. Aber keine Sorge! Schon 100 g Spargel enthalten zum Beispiel 0,08 mg. Wenn wir also ein Pfund Spargel essen, haben wir schon eine gesunde Dosis an Folsäure zu uns genommen. Wenn wir uns gesund mit Vollkornbrot, Salat, Gemüse und Früchten ernähren, werden wir keinen Folsäuremangel entwickeln.

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Folsäure