Vital heute


Arnika - das „Fallkraut“
Christa Becker | Montag, den 18. April 2005

ArnikaDie Arnika (Arnika montana) hat – obwohl schon seit Jahrhunderten bekannt – nichts von ihrer Bedeutung als Heilpflanze verloren. In der freien Natur ist sie allerdings selten geworden. Während sie früher auf jeder Bergwiese zu finden war, ist sie heute vom Aussterben bedroht und steht deshalb unter Naturschutz.

Außer der Bergarnika gibt es noch eine Wiesenarnika, die leichter zu züchten ist. Botanisch gehört die Arnika zu den Korbblütler und Stauden, sie treibt nach der Winterruhe im Frühling wieder aus. Ihre aromatisch und etwas herb duftenden Blüten öffnen sich von Juni bis August, sind auffallend und strahlend gelb.

In der Homöopathie werden sowohl die Blüte als auch der Wurzelstock verwendet. Auch Sebastian Kneipp (siehe Artikel Kneipp und das Giesskannenprinzip)zählte die Arnika zu den besten und unentbehrlichen Heilpflanzen.

Schon die Mönche des frühen Mittelalters schätzten die Pflanze. Sie wurde als „Fallkraut“ bezeichnet. Bei stumpfen Verletzungen mit Prellung, Bluterguss, Quetschung und Schwellung brachten in Arnika-Tinktur getränkte Umschläge schon damals Linderung. Aber auch bei Knochenbrüchen wurde Arnika zur Unterstützung der Heilung eingesetzt. Und bei Muskelschmerzen, Rheuma oder Gichtanfällen halfen diese feuchten Tücher mit Arnika ebenfalls gut. Bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum führte man Spülungen mit verdünnter Arnika-Tinktur durch. Heute kennt man die Gründe für den Heilerfolg der Pflanze: sie wirkt antibakteriell und schmerzlindernd, regt zudem die Durchblutung an.

Viele Patienten berichten über gute Erfahrungen mit Arnika, wenn sie kurz vor und gleich nach einer Operation eingenommen wird. Arnika trägt zu einer raschen Abschwellung im Op-Gebiet und einer beschleunigten Wundheilung bei. Unverdünnt kann Arnika allerdings zu Reizungen führen, man sollte sich also bei der Tinktur präzise an die empfohlenen Verdünnungshinweise halten. Allergiker sollten vorsichtig prüfen, ob sie Arnika vertragen, besonders wenn bereits gegen andere Korbblütler wie z.B. Schafgarbe eine Allergie besteht.

Von Goethe wird berichtet, dass ihm sein Arzt nach einem Herzinfarkt Arnikatee empfahl. Er lobte die gute Wirkung des Tees auf sein Befinden. Da man heute weiß, dass die Arnika in allen Teilen giftig ist, sollte man auf die innerliche Anwendung von Arnika als Tee verzichten. Der Nutzen steht in keiner Relation zu den Gefahren einer Vergiftung, besonders da uns heute für diese Indikationen ungiftige und bewährte Substanzen zur Verfügung stehen.

Heute muss und sollte keiner mehr einen Ausflug in die Bergwelt unternehmen, um Arnika zu pflücken. Apotheken und Reformhäuser bieten für jeden Zweck eine fertige Mixtur an: für die äußerliche Anwendung gibt es Salbe, verdünnte Tinktur zum Gurgeln oder als Wundauflage und zum Einnehmen Globuli.

Bei uns zuhause befindet sich Arnica C30 als Streukügelchen immer in der Hausapotheke. Ich machte folgende Beobachtung: Zweimal kurz hintereinander zog ich mir eine Verbrennung 2. Grades an der Hand zu. Die Haut war stark gerötet und es bildeten sich rasch Brandblasen. Das erste Mal hatte ich keine Heilmittel parat und die Verbrennung heilte unter großen Schmerzen innerhalb von einer Woche ab. Bei der zweiten Verletzung nahm ich auf Empfehlung einer Freundin sofort 5 Globuli Arnica C30 ein, was zu einer raschen Schmerzlinderung führte. Am nächsten Morgen war die große Brandblase zu meiner Überraschung kaum noch zu sehen, einen weiteren Tag später praktisch abgeheilt. Und da Arnika in Form von Streukügelchen lange haltbar, vielseitig einzusetzen und nicht teuer ist, lohnt sich die Anschaffung.

Bücher zum Thema:
Arnika
Arnika und Frauenwohl
Arnika, Gesundheit aus dem Kräutergarten
Die Arnika-Hausapotheke
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