Badesalz gegen trockene Haut?!
Christa Becker | Mittwoch, den 6. April 2005
Was ist eigentlich dran am Salz aus dem Toten Meer? Hilft das tatsächlich gegen raue, trockene Haut, wie überall zu lesen ist? Dass ein Bad im Toten Meer gegen Neurodermitis und Psoriasis (Schuppenflechte), ja auch bei unreiner Haut gut wirken soll, hört man überall. Aber trocknet Badesalz die Haut nicht noch mehr aus? Das Gegenteil stimmt.
Ein Versuch hat mich überzeugt: Gerade die im Winter durch trockene Heizungsluft und wenig Niederschläge strapazierte Haut reagiert sehr dankbar auf ein 15-minütiges Bad im Salz aus dem Toten Meer. Einfach Beutel aufreißen, Inhalt ins heiße Wasser geben, genießen, kurz warm abduschen und danach die Haut nur trocken tupfen, nicht rubbeln.
Der Effekt auf die Haut ist verblüffend: Sie fühlt sich angenehm weich und entspannt an, wie frisch gepolstert, aber nicht fettig. Wer extrem trockene Haut hat, kann nach dem Bad noch etwas Lotion auftragen, meist ist das überflüssig. Das Salz macht aber die Haut sehr aufnahmefähig, so dass die Pflege direkt nach dem Bad besonders gut wirksam ist. Und was noch besser ist: Endlich Schluss mit diesen schmierigen Belägen in der Badewanne wie nach einem Ölbad, die man hinterher wieder mühsam entfernen muss. Wer kann sich im Bad schon so richtig entspannen, wenn er gleich ans Putzen denken muss? Das Badesalz aus dem Toten Meer hinterlässt keine Rückstände in der Wanne.
Woher kommt dieser Effekt, dass dieses Salz die Haut nicht austrocknet, sondern ausgesprochen pflegt? Der hohe Gehalt an Mineralien wie Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen, Chlorid, Bromid und Kieselsäure ist verantwortlich dafür. Er führt zu einer fühlbaren Entspannung der Haut und regt ihre Selbstheilungskräfte an. Dass keine Zusatzstoffe oder Parfüms im Badesalz enthalten sind, macht es auch für empfindliche Haut gut verträglich. Und am hohen Bromgehalt liegt es, habe ich hinterher erfahren, dass man sich nach dem Bad allgemein sehr entspannt fühlt, also für das Bad am besten den Abend reservieren und danach gleich ins Bett.
Schon seit Jahrtausenden hat die Heilwirkung dieses Salzes in Kombination mit dem trockenen, heißen Klima Menschen zu einem Bad an das Tote Meer gelockt, um Linderung bei den verschiedensten Hautkrankheiten zu erreichen. Geographisch liegt das Tote Meer östlich von Jerusalem am tiefsten Punkt unserer Erde, nämlich fast 400 Meter unter dem Meeresspiegel. Die Gewinnung des Salzes und die starke Nachfrage nach Badereisen bei von Hautkrankheiten geplagten Touristen ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für das an Bodenschätzen arme Land Israel. Und Badereisen sind das ganze Jahr über möglich, bei einer Durchschnittstemperatur von etwa 26° Celsius!
Das Tote Meer hat viele unterirdische Quellen und mehrere Zuflüsse, aber keinen Abfluss, weshalb der Salzgehalt des Gewässers 30 % beträgt und damit zehnmal höher ist als in den Weltmeeren. Deshalb heißt es auch „totes“ Meer, weil in dieser Salzkonzentration kein Leben existieren kann, höchstens in der Nähe von Flussmündungen. Aus dem Salz werden inzwischen die verschiedensten Produkte für alle gewonnen, die nicht selbst ans Tote Meer reisen wollen oder können: Außer dem erwähnten Badesalz gibt es Shampoo, Duschgel, Peeling, Lotion, Creme, Maske und sogar Seife.
Unerschöpflich ist der Reichtum aus dem See nicht: Die Landwirtschaft entnimmt den zuführenden Flüssen viel Wasser, so dass die Länge des Sees von 80 auf 50 km geschrumpft ist. Der Wasserspiegel sank so dramatisch, dass der See in etwa 50 Jahren ausgetrocknet sein wird. Deshalb planen die Anliegerstaaten Israel und Jordanien, eine 320 Kilometer lange Röhre vom Roten Meer zum See als Frischwasserzufuhr zu bauen. Aber noch kann man entspannt im See liegen ohne unterzugehen; man kennt ja die Bilder von Badegästen, die im Wasser liegend eine Zeitung oder ein Buch lesen. Aber das geht in der Badewanne auch! Sie wissen schon: Beutel aufreißen und entspannen!
Und für die Skeptiker im Dschungel der Wellness-Produkte: Die Zeitschrift Öko-Test hat verschiedene Erzeugnisse einer Prüfung unterzogen und im Ratgeber Kosmetik und Wellness, Heft 4/2004 veröffentlicht.
Christa Becker | Mittwoch, den 6. April 2005
Veröffentlicht in Naturheilmittel
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