Fußreflexzonenmassage - Entspannung beginnt am Fuß
Christa Becker | Freitag, den 18. März 2005
Eine ganzheitliche Therapie sei sie, sagen die praktizierenden Therapeuten. Der Griff am Fuß umfasst also immer den ganzen Menschen, nicht nur eine gesundheitliche Störung. Und auch wenn diese Behandlungstechnik in den letzten Jahren immer mehr Anklang gefunden hat – neu ist sie nicht.
Es gibt Nachweise, dass in China und Ägypten sowie bei manchen indianischen Völkern diese Form der Behandlung schon seit Jahrtausenden verbreitet ist. Dem HNO-Arzt William H. Fitzgerald verdanken wir, dass die Methode nicht ganz in Vergessenheit geraten ist. In den USA erforschte er Anfang des 20. Jahrhunderts die überlieferte Massagetechnik und entwickelte daraus eine moderne Form. Die Therapeutin Eunice Ingham machte die Methode in den folgenden Jahren populär und viele Menschen begannen damit, ihre Anleitung zur Selbstbehandlung zu nutzen. 1958 entdeckte Hanne Marquardt die Therapie für ihre Praxis und sorgte dafür, dass sie sich auch in Europa verbreitete.
Die Wirkungsweise der Fußreflexzonenmassage beruht auf der Annahme, dass jedes Organ und jedes System des Körpers auf der Fußsohle ein kleines, ihm entsprechendes Areal hat. Energiebahnen verbinden das Organ mit diesem Areal auf der Fußsohle. Durch sanftes Drücken, Reiben und Kneten werden Reflexe, also kleine, kaum spürbare Reize gesetzt, die überall im Körper auf die gestörten Systeme wirken können. So sollen Blockaden aufgelöst, der Energiefluss normalisiert und die Durchblutung angeregt werden. Die körpereigene Immunabwehr werde gestärkt und damit die Selbstheilungskraft aktiviert. Wie bei jeder ganzheitlichen Therapie wirke die Massage auf die körperliche Erkrankung ebenso wie auf die zugrundeliegende seelische Störung. Jeder ernsthafte Therapeut wird vor der ersten Behandlung ein intensives Gespräch mit seinem Klienten über dessen Befinden und die bestehenden Erkrankungen führen. Während der Massage geben Entspannung, Tiefe der Atmung oder eventuelles Unbehagen des Klienten dem Therapeuten weitere Aufschlüsse auf gestörte Systeme und die Wirkung seiner Behandlung. So kann die Therapie ganz individuell gestaltet werden.
Dass es keinen wissenschaftlichen Beweis für die Wirksamkeit der Massage gibt, ist nicht erstaunlich. Dieses Schicksal teilt die Methode mit so bekannten Verfahren wie Akupunktur (siehe Artikel Akupunktur – kleiner Stich und grosse Wirkung) oder Akupressur (siehe Artikel Akupressur – Hilfe auf Fingerdruck). Die Akupunktur ist mittlerweile überall anerkannt, wenn auch ein Nachweis, wie sie eigentlich wirkt, noch nicht erbracht werden konnte. Bei der Fußreflexzonenmassage wird vielfach behauptet, dass die Behandlung sich so angenehm anfühlt, dass eine tiefe Entspannung und dadurch eine Verbesserung des Befindens erreicht wird. Aber wem die Methode hilft, der fragt nicht nach wissenschaftlichen Beweisen.
Vor allem Menschen mit orthopädischen Problemen, also muskulären Verspannungen, Gelenk- oder Rückenschmerzen sowie rheumatischen Beschwerden schätzen die Ergänzung ihrer konservativen Behandlung durch diese Therapieform. Aber auch bei seelischer Verstimmung mit Schlafstörung und Erschöpfung, bei häufigen Kopfschmerzen, starkem Stress, wiederholten Erkältungen, Verdauungsbeschwerden oder Allergien helfe die Fußreflexzonenmassage. Menschen jeden Lebensalters zählen zu den Klienten, vom Baby bis zum Greis, selbst schwangere Frauen können die Therapie für sich nutzen. Es gibt nur wenige Gründe, auf eine solche Behandlung zu verzichten: akute fieberhafte Infekte, Entzündungen oder Wunden am Fuß sowie Erkrankungen des Venen- oder Lymphsystems der Beine gehören dazu.
Wer sich selbst, die Familie oder Freunde behandeln möchte, sollte sich genau informieren, es gibt zahlreiche gute Bücher zu diesem Thema. Noch besser wäre ein Kurs mit Theorie und Praxis, der inzwischen sogar an Volkshochschulen angeboten wird. Aber der Selbstbehandlung sind Grenzen gesetzt. Eine so intensive Behandlung und tiefe Entspannung wie bei einem Therapeuten wird man vermutlich im Eigenversuch nie erreichen können. Um eine Therapie der Reflexzonen zu probieren, muss man natürlich nicht warten, bis man erkrankt ist: man kann sie gerade dann besonders genießen und von ihr profitieren, wenn man sich kerngesund fühlt.
Christa Becker | Freitag, den 18. März 2005
Veröffentlicht in Heilmethoden
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am 28. November 2005 um 13:13 Uhr.
[...] erden muss. Diese Erkenntnis macht sich auch die Fußreflexzonenmassage (siehe Artikel Fussreflexzonenmassage – Entspannung beginnt am [...]