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Traubensilberkerze - Wechseljahre gut bewältigen

Christa Becker | 28. November 2008

TraubensilberkerzeCimicifuga racemosa heisst die Traubensilberkerze mit ihrem lateinischen Namen; sie gehört zu der Pflanzenfamilie der Hahnenfussgewächse. Ursprünglich stammt sie aus Kanada, ist aber mittlerweile auch in Amerika und Europa zu Hause. Die schlanken Stängel werden bis zu 2 Meter hoch und enden in zarten Blütenbüschel von silbrig-weisser Farbe. Aber die Pflanze ist, obwohl sehr dekorativ, weniger dem Gartenfreund als Frauen in den Wechseljahren bekannt. Schon die Urvölker des nordamerikanischen Kontinents haben Wurzelstock und Wurzeln der Traubensilberkerze ausgegraben und als Naturheilmittel verwendet. In den unterirdischen Pflanzenanteilen sind Cimicifugin und Racemosin enthalten, zwei Substanzen mit einer guten und bewährten Pflanzenpower.

Die Wechseljahre, auch als Klimakterium bezeichnet, sind ein natürlicher Prozess im Leben einer Frau. Um das 50. Lebensjahr herum stellen die Eierstöcke allmählich ihre Produktion der Hormone Östrogen und Gestagen ein, die bis dahin den weiblichen Zyklus reguliert haben. Viele Frauen leiden während dieser Zeit mehrere Jahre heftig unter den Veränderungen, welche die Hormonumstellung mit sich bringt. Schlafstörungen, Hitzewallungen, Schweissausbrüche, depressive Verstimmung und grundlose Gereiztheit gehören dazu. Aber obwohl die Beschwerden die Lebensfreude und Energie der betroffenen Frauen stark einschränken können, schrecken viele vor einer Therapie zurück, weil sie keine Hormone einnehmen möchten. Das hat viele gute Gründe. Wir wissen heute, dass durch eine Hormontherapie die Gefahr einer Brust- und Gebärmutterkrebserkrankung steigt, ebenso das Risiko einer Thrombose, eines Schlaganfalles oder Herzinfarktes. Wer also bereits an einer solchen Erkrankung leidet oder von einer familiären Häufung weiss, sollte besser keine Ersatzhormone einnehmen.

Was also tun? Die Beschwerden, die Monate oder sogar Jahre dauern können, so geduldig wie möglich ertragen? Für viele Frauen ist die Traubensilberkerze eine echte Alternative. Eine Therapie mit Extrakten der Pflanze bietet viele Vorteile: Den meisten Frauen hilft sie ausgesprochen gut gegen sämtliche Wechseljahrbeschwerden, und die Nebenwirkungen sind vergleichsweise gering. Nur sehr selten wird über Magenbeschwerden oder eine Gewichtszunahme berichtet. Allerdings muss das Präparat etwa drei bis vier Wochen eingenommen werden, bis sich die volle Wirkung entfaltet. Das Naturheilmittel kann in der Apotheke als Tropfen, Tabletten oder Dragees ohne Rezept gekauft werden. Eine ärztliche Begleitung und Verordnung ist allerdings sinnvoll, um eventuelle Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auszuschliessen.

Und wenn die Traubensilberkerze dann wieder für besseren Schlaf, mehr Ausgeglichenheit und Lebensfreude gesorgt hat, kann eine Frau in der Mitte ihres Lebens sich den Herausforderungen stellen, die die Wechseljahre auch mit sich bringen: Dann ist vielleicht noch einmal das Wagnis eines neuen Jobs angesagt, das Lösen aus einer festgefahrenen Beziehung oder das Entdecken einer neuen Passion! Was wollten Sie schon immer mal machen: Schreiben, malen, Italienisch lernen, alleine verreisen? Horchen Sie gut in sich hinein und Sie werden herausfinden: Es lohnt sich, diese Zeit der Veränderung bewusst zu erleben.

Bücher zum Thema:
- Wechseljahre ohne Hormone: Natürliche Alternativen
- Weisheit der Wechseljahre: Selbstheilung, Veränderung und Neuanfang in der zweiten Lebenshälfte

Wahre Schönheit strahlt von innen

Christa Becker | 18. September 2008

Wahre Schönheit„Wenn ich nur nicht diese viel zu grosse Nase hätte, könnte ich richtig Karriere machen.“ Oder: „Ich habe so hässliche Beine, dass ich mich kaum noch ins Schwimmbad traue, weil mich alle anstarren.“ Kommt Ihnen das bekannt vor? Dann sind Sie nicht alleine. Fast jede Frau schaut sich kritisch im Spiegel an und findet den einen oder anderen Makel so störend, dass er sich negativ auf ihr Selbstbewusstsein auswirkt. Und die Werbung für Kosmetika oder Schönheitschirurgie tut ein Übriges, um diese Haltung zu fördern. „Nur wer schön ist, hat Erfolg und Glück“, so wird uns suggeriert. Den beiden Branchen nützt es auf jeden Fall, sie machen mit der Unzufriedenheit ihrer überwiegend weiblichen Kunden weltweit Milliardenumsätze. Aber was ist schön, und wer definiert „Schönheit“?

Die Psychologin Jenny Latz hat zu diesem Thema ein bemerkenswertes Buch geschrieben: „Wahre Schönheit strahlt von innen“. Und sie weiss, wovon sie spricht. Im Alter von 19 Jahren verlor sie innerhalb eines Jahres durch eine Krankheit alle Körperhaare und musste danach eine sehr schwierige Lebensphase durchstehen. In ihrem gerade erschienenen Buch möchte sie den Leser und die Leserin ermutigen und begleiten, nach der eigenen Schönheit zu suchen und sich nicht die Models der Mode- oder Kosmetikbranche als Vorbild zu nehmen.

Was wir im Fernsehen, im Internet oder in Zeitschriften zu sehen bekommen, ist oft ein sehr verzerrtes Bild eines Menschen. Viele Fotos sind bearbeitet und entsprechen nicht der Realität. Und wenn Sie Cameron Diaz im Supermarkt träfen, ganz ohne Make up und nicht frisch vom Friseur, würden Sie sie vermutlich nicht erkennen. Abgesehen davon soll Cameron Diaz sehr unglücklich über ihre hässlichen Füsse sein… Und manches Model ist sicherlich magersüchtig und nicht eigentlich schön, sondern krank. Wir können gar nicht mehr beurteilen, was an einer schönen Frau echt und natürlich ist, und was sie ihrem Visagisten oder Schönheitschirurgen zu verdanken hat. Ausserdem lohnt es sich darüber nachzudenken, warum „Schönheit“ für uns so wichtig ist, sagt Jenny Latz. Welchen Preis würden wir für ein besseres Aussehen zahlen? Und wären wir mit einer korrigierten Nase automatisch glücklich und zufrieden?

Genau diese Fragen stellt uns die Autorin. Sie hat früher selbst als Modell gearbeitet und kennt die Branche und ihre Tricks daher ganz genau. Als sie in jungen Jahren alle Haare verlor, hatte sie sehr zu kämpfen. Nicht nur mit diesem Makel, sondern auch mit ihrem verlorenen Selbstwertgefühl. Sie hat nach schweren Jahren ihr Selbstvertrauen wiedergefunden und ist mit sich und ihrem Aussehen zufrieden. Es war ein schwieriger und harter Weg, aber Jenny Latz ist heute eine schöne und zufriedene Frau. Und das ist es, was sie weitergeben will. Es geht ihr darum, dass jeder seine individuelle Schönheit finden und sich liebevoll statt kritisch im Spiegel ansehen kann. Denn nur wer zufrieden ist mit sich und seinem Äusseren, hat eine gute Ausstrahlung. Und diese Zufriedenheit mit sich ist etwas, womit man andere für sich einnehmen kann, auch mit der zu grossen Nase oder zu kurzen Beinen. Kaufen kann man das nicht, aber Schritt für Schritt erarbeiten. Jenny Latz begleitet Sie auf diesem Weg, mit den zahlreichen Tests und Tipps in ihrem Buch, oder auch persönlich als Coach.

Buch zum Thema:
- Wahre Schönheit strahlt von innen

Link zum Thema:
- www.haircoaching.de

Jungbrunnen - Vom A und O der Avocado

Petra Peschel | 27. August 2008

Petra PeschelWer hätte das gedacht. Die Avocado ist keine Steinfrucht, sondern tatsächlich eine Beere. Auch geschmacklich würde man die Avocado, genaue Bezeichnung Persea americana, eigentlich in den Gemüsekorb geben, doch gehört sie zu den südamerikanischen Lorbeergewächsen. Ob süß oder salzig, würzig oder als Likör, ob als Frischobst, Salat oder Mus, die Avocado beherrscht eine kaum nachahmbare Vielfalt an Zubereitungsarten. Das muss es wohl auch gewesen sein, was bereits vor etwa 10.000 Jahren die Zentralamerikaner begeisterte. Der Weg führte die Frucht, die an bis zu 15 Meter hohen Bäumen wächst, von Südmexiko über die Karibik nach Chile und zu den Kanaren. Im 19. Jahrhundert erfolgte die Verbreitung nach Afrika, Madagaskar, Malaysia und bis hin zu den Philippinen. Seit Anfang des Jahrhunderts wird die Avocado rund um das Mittelmeer angebaut.

Nahrungsmittel und Öllieferant
Äußerlich eher unattraktiv, dunkel, warzig und auch noch druckempfindlich, und doch macht die Avocado mit ihrem Innenleben der Olive ernst zu nehmende Konkurrenz. Keine Frucht neben der Olive enthält mehr Öl. Der Anteil liegt bei 10 bis 25 Prozent. Die ungesättigten Fettsäuren des Öls bestehen fast ausschließlich aus Linolsäuren, die das Risiko von Erkrankungen der Herzkranzgefäße senken können, sowie aus einem pflanzlichen Sterin, das die Aufnahme von Cholesterin im Darm vermindert. Darüber hinaus ist der Proteingehalt bei Avocados mit bis zu 2,4 % im Vergleich zu anderen Früchten ziemlich hoch. Avocadoöl ist ein stark antioxidatives Mittel, da es das Schutz-Vitamin E enthält. So findet sich das Öl auch nicht nur in der Küche, sondern häufig in Kosmetika, die bei trockener Haut eingesetzt werden, um die Hautregeneration zu unterstützen.

(Quelle: AOK-Bilderservice)

Gut sortiert
Grundsätzlich werden drei Sorten unterschieden, aus denen wiederum verschiedene Zuchtsorten entstehen. Die Mexikanische Avocado ist eine relativ kleine Frucht, die dafür mit mehr als 15 Prozent einen relativ hohen Ölgehalt hat. Die Guatemaltekische Avocado ist größer, ihre Haut ist dick und warzig, und der Ölgehalt liegt bei um die 10 Prozent. Westindische Avocados finden sich auf unserem Markt eher selten. Sie haben eine durchscheinende Schale und lassen sich daher nur schwer transportieren. Dafür sind sie mit bis zu 900 Gramm sehr groß. Das Fruchtfleisch ist wässrig und weist mit weniger als 10 Prozent im Sortenvergleich den niedrigsten Ölgehalt auf.

Jungbrunnen Avocado
Die Avocado gehört zu den Nahrungsmitteln, die für die Schönheit von innen regelmäßig auf der Einkaufsliste stehen sollten. Die Erklärung ist relativ einfach. Wer viel Zucker zu sich nimmt, beschleunigt Hautalterung und Faltenbildung. Zucker hinterlässt Spuren und verklebt bestimmt Fasern des Bindegewebes, die so genannten kollagenen Fasern. Zuckermoleküle reagieren nämlich mit unseren Hautbausteinen und bilden Querverbindungen, die leider die Strukturen härter und unelastischer werden lassen. Das ist ähnlich wie bei einem Gummiband, das nicht mehr geschmeidig flexibel, sondern eben starr und porös ist. Nahrungsmittel wie die Avocado, die demgegenüber einen so genannten niedrigen glykämischen Index GI haben, sind wahre Jungbrunnen für die Haut. Der Glykämische Index, der auch aus dem Konzept der Glyx-Diät bekannt ist, beschreibt, wie rasch der Zucker aus dem Darm in die Blutbahn gelangt. Je höher dieser Wert, desto schneller ‚verzuckert’ unsere Haut. Verschiedene Wissenschaftler, so auch der amerikanische Arzt Archer aus der Abteilung für Präventivmedizin an der Universität von Utah in Salt Lake City, verweisen hierzu auf Studienergebnisse, die einem niedrigen Blutzuckerspiegel aufgrund niedriger glykämischer Indexe in der Nahrung die Fähigkeit zuschreiben, Alterskrankheiten und somit auch die Hautalterung zu verzögern.

Avocado und Glück
Die Avocado gehört mit einem GI von 14 zu den Nahrungsmitteln mit einem niedrigen Wert. Der GI wurde erstmalig von Medizinern eingeführt, die sich mit der Ernährung bei Diabetes mellitus beschäftigten. Niedrige GI-Werte und damit eine verlangsamte Blutzuckerreaktion haben zum Beispiel Zwiebeln, Tomaten oder auch Auberginen, mittlere Werte haben Pflaumen mit einem Glyx-Index von 40 oder auch Orangen mit 44. Zu den Nahrungsmitteln, die Alterungsprozesse unserer Haut beschleunigen und einen hohen GI haben, gehören beispielsweise rote Beete mit einem Wert von 64, Wassermelone mit 71, Pommes Frites mit 75 oder auch getrocknete Datteln mit einem GI von 103. Neben den besseren Bedingungen für unsere Hautstruktur haben GI-niedrige Nahrungsmittel wie die Avocado den Vorteil, dass die langsamer verlaufende Blutzuckerreaktion den Blutzuckerspiegel nicht so drastisch abfallen lässt und in der Folge auch nicht so starke Jojo-Hungergefühle verursacht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt über die Kenntnis dieser Reaktion hinaus, für eine ausgewogene Ernährung weitere Faktoren, wie die Verteilung von Ballaststoff- und Fettgehalt oder auch Zubereitung und Temperatur der Speisen, zu berücksichtigen.

Reif oder unreif
Die Avocado ist reif, wenn ihre Schale auf Druck nachgibt. Da die Frucht stets unreif geerntet wird, erfolgt die unproblematische Nachreife bei Zimmertemperatur in Zeitungspapier gewickelt für rund drei Tage. Dann geht es ab in den Kühlschrank. Schnittflächen sollten mit etwas Zitronensaft beträufelt werden, um vor Verfärbungen durch Oxidation zu schützen.

Internationale Avocado-Küche
Das Fruchtfleisch der Avocado ist idealer Butterersatz, kann beispielsweise aufs Brot geschmiert und mit Salz bestreut werden. Jede Kultur hat ihre ganz eigenen Rezepte. In Brasilien wird der Milchshake aus der Avocado getrunken, die Südamerikaner kennen das Avocado-Eis, die Japaner bereiten mit Avocado vegetarische Sushis zu. Äußerst delikat wird es in Indonesien: Dort entsteht aus Avocado, Milch, Kaffee und Rum ein köstliches Getränk. Bekannt und beliebt ist auch hierzulande Guacamole, die mexikanische Avocadocreme mit Limettensaft, Knoblauch, Tomaten, Zwiebeln, frischem grünen Chili, Salz und Pfeffer sowie Korianderkraut. Für die veganische Küche ist Avocado ein guter Fleisch- und Käseersatz. Grundsätzlich ist die Frucht ähnlich wie Milch ein vollwertiges Nahrungsmittel, das einen höheren Energiewert als beispielsweise Bananen aufweist.

Rezept Avocado-Sommer-Shake
Sie brauchen ½ Avocado, den Saft ½ Zitrone, ¼ l Milch sowie 1 El Honig. Das Fruchtfleisch der Avocado wird mit allen Zutaten im Mixer püriert und in ein Longdrinkglas mit Crushed-Eis gegeben. Zur Dekoration können auf den Glasrand Limetten- oder Zitronenscheiben sowie ein kleiner Minzezweig gesteckt werden.

Petra Peschel ist Freie Journalistin, Autorin und Fernsehmoderatorin in München. Neben sozialen und gesellschaftspolitischen Themen, arbeitet sie gemeinsam mit Wissenschaftlern und Therapeuten an Beiträgen zur Gesundheit, die Wohlbefinden stets ganzheitlich betrachten. Die ehemalige Leistungssportlerin und Gesundheitspädagogin konzentriert sich in ihren Veröffentlichungen darauf, Wissen über den Erhalt von Lebensstil und Gesundheit bis ins hohe Alter zu vermitteln. Petra Peschel moderiert u.a. Service- und Ratgebermagazine und schreibt als Autorin für Gesundheits- und Wellnesszeitschriften. Weitere Informationen unter http://www.petra-peschel.de.

Buch zum Thema:
- Die 12 Fitmacher aus der Natur: Gesund mit Oliven, Avocado & Co

Kartoffelauflauf mit Birnen

Christa Becker | 25. August 2008

Immer wieder finden Sie hier ein neues Rezept zum Ausprobieren und Geniessen, immer passend zur aktuellen Saison. Es wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von http://www.kochbu.ch/, der Webseite mit tausenden Rezepten nicht nur aus der Schweiz.

Härdöpfel-Uflouf aus dem Emmental

Zutaten:

Butter
700 g Kartoffeln
300 g Birnen

Guss:
150 g geriebener Emmentaler
2,5 dl Rahm
2,5 dl Milch
1 Ei
Pfeffer aus der Mühle
Salz

Zubereiten:

Auflaufform mit Butter bestreichen. Kartoffeln und Birnen waschen, schälen und in dünne Scheiben schneiden. Abwechslungsweise Kartoffeln und Birnen in die Auflaufform legen. Leicht pfeffern. Käse, Rahm, Milch und Ei mit Pfeffer und Salz würzen und alles mischen. Gleichmässig in die Auflaufform verteilen.

Bei 220° C 40-50 Minuten backen.

Zu Fleisch und Geflügel als Beilage oder mit einem gemischten Salat als Hauptspeise.

Uzara – Heilmittel aus Afrika

Christa Becker | 22. August 2008

UzaraEin deutscher Forscher namens Hopf hat vor über 90 Jahren im Süden Afrikas die geheimnisvolle Uzara-Pflanze entdeckt, deren Wurzel von den Einheimischen schon lange als Heilmittel gebraucht wurde, in Europa aber bis dahin völlig unbekannt war. Die afrikanischen Heiler wussten schon lange, was dann in aufwendigen Laboruntersuchungen und Tests in Deutschland nachgewiesen wurde: Der Wurzelextrakt wirkt schnell und zuverlässig gegen Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Bis zu einem Meter hoch wächst die Uzara-Pflanze mit ihren dicken fleischigen Blättern und unscheinbaren Blüten. Botanisch gehört sie zur Familie der sogenannten Schwalbenwurzgewächse. In der Naturheilkunde wird ausschliesslich die Wurzel verwendet. Sie enthält eine Form von Glykosiden, die chemisch nahe mit den Digitalis-Glykosiden verwandt ist, die bei der Behandlung von Herzkrankheiten eingesetzt werden. Wegen dieser ähnlichen Wirkstoffe ist deshalb Vorsicht geboten, wenn man bereits Digitalis-Präparate einnehmen muss. Hier ist unbedingt Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu halten.

Aber ansonsten kann ich Uzara uneingeschränkt empfehlen. Ich kenne kein Mittel, das so rasch bei Magen-Darm-Erkrankungen Linderung bringt. Uzara wirkt bereits eine halbe Stunde nach der ersten Einnahme auch gegen starke Übelkeit und Erbrechen, und bringt Krämpfe und Durchfall zum Stillstand, ohne dass die Darmtätigkeit gleich ganz zum Erliegen kommt, wie das häufig bei anderen Präparaten der Fall ist. Gerade die rasche Wirksamkeit gegen alle Begleiterscheinungen der Magen-Darm-Erkrankungen macht Uzara zu einem idealen Mittel für die Haus- und Reiseapotheke. Da bei Durchfall und Erbrechen sehr viel Flüssigkeit und Mineralstoffe aus dem Körper ausgeschieden werden, kommt es häufig zusätzlich zu Kreislaufstörungen bis zum Kollaps. Besonders bei Säuglingen und Kleinkindern kann der vom Mediziner „Dehydrierung“ genannte Flüssigkeitsverlust schon nach kurzer Zeit zu einem lebensbedrohlichen Zustand führen. Um Stoffwechsel und Kreislauf im Schwung zu halten, sollte man möglichst viel trinken, Wasser oder Tee eignen sich am besten dafür. Zusätzlich kann man Elektrolyte einnehmen, die es genau zu diesem Zweck in einer fertigen Zusammensetzung als lösliche Tablette zu kaufen gibt. Sollten Durchfall und Erbrechen länger als 2 Tage andauern, sollte unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Uzara gibt es in der Apotheke in verschiedenen Darreichungsformen rezeptfrei zu kaufen: Tropfen, Saft oder Dragee. Die Tropfen sind am einfachsten zu dosieren, schmecken aber sehr bitter und enthalten Alkohol. Wer sich daran stört, sollte lieber zu den Dragees greifen. Für Kinder steht Uzara als Saft zur Verfügung, natürlich ohne Alkohol oder bitteren Geschmack.

Hippokrates - Arzt und Ethik

Christa Becker | 8. August 2008

HippokratesViele seiner Vorfahren waren Ärzte, auch sein Vater war ein bekannter Mediziner, und sein erster Lehrmeister. Hippokrates war allerdings der berühmteste aus dieser Familiendynastie, noch heute, immerhin über 2000 Jahre später, ist sein Name uns vertraut. Der griechische Mediziner lebte 460 bis 370 vor Christus, überwiegend auf der Insel Kos. In Kos-Stadt steht noch heute eine Platane, unter der Hippokrates seine Schüler unterrichtet haben soll. Wie viele Ärzte seiner Zeitepoche war er nach der Ausbildung viele Jahre unterwegs, reiste durch Griechenland und Kleinasien, um zunächst sein Wissen zu erweitern und seine ärztliche Kunst zu erproben, später um seine Kenntnisse an Schüler weiterzugeben.

Heute gilt Hippokrates in Ärztekreisen als ein Gründer der Medizin als Wissenschaft. Während viele seiner Berufskollegen ihre Heilkunst mit Magie oder Religion verknüpften, setzte Hippokrates auf die Vernunft und auf eine genaue Beobachtung der menschlichen Natur. Er gestaltete Leitlinien für den Arzt als Therapeuten: Nach einer sorgfältigen Beobachtung, Befragung und Untersuchung des Patienten sollte systematisch die Diagnose gestellt und eine Therapie ausgearbeitet werden. Auch die Hygiene im weitestens Sinne war einer seiner Schwerpunkte, nicht nur beim Patienten, sondern auch bei seinen Arztkollegen. Und selbst die uns heute selbstverständliche Schweigepflicht liess er nicht unerwähnt. Sie war ihm wichtig, um Schaden von Patient und Arzt abzuhalten.

Immer noch sind zahlreiche Schriften erhalten, die er verfasst hat, um seine Erkenntnisse festzuhalten und auch anderen Medizinern, aber auch interessierten Laien zugänglich zu machen. Der „Eid des Hippokrates“ ist jedem ein Begriff. Der vor über 2000 Jahren verfasste Eid enthält allerdings viele Elemente, die nicht mehr übertragbar sind, z.B. dass ein Arzt keine Blasensteine operieren dürfe. Auch Schwangerschaftsabbruch und aktive Sterbehilfe wurden ausdrücklich untersagt. Der Text ist zwar überliefert, aber im Lauf der Zeit immer wieder angepasst worden, so dass man nicht sicher sein kann, welche Bestandteile wirklich von dem berühmten Griechen formuliert wurden.

Aber auch in dem Eid, den Mediziner heute ablegen, finden sich noch immer Elemente des Schwurs, wie er uns von Hippokrates überliefert wurde: Der Respekt vor den Lehrern, die den jungen Mediziner ausgebildet haben, die Weitergabe des eigenen Wissens an andere und die sorgfältige Behandlung der Kranken mit grosser Achtung vor der persönlichen Geschichte eines jeden. Bemerkenswert ist, dass es wohl schon damals Ärzte gab, die nur auf ihren Geldbeutel schauten und am liebsten die reichen Kranken behandelten. Warum sonst hätte Hippokrates festhalten sollen, dass ein Arzt verpflichtet ist, unabhängig vom Stand des einzelnen Patienten jedem Hilfe zu leisten und niemandem Unrecht zu tun?

Heute ist die „Genfer Deklaration des Weltärztebundes“ aus dem Jahr 1948 die aktuelle Version des früheren Eides, wenn auch juristisch für die angehenden Mediziner nicht mehr verbindlich. Darin gelobt der Arzt, sein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen, seinen Lehrern Achtung und Dankbarkeit zu erweisen, gewissenhaft zu arbeiten und die Gesundheit des Patienten als oberstes Gebot zu betrachten.

Aber nicht nur Ärzte, sondern auch Apotheker und Hebammen leisteten in vielen Ländern einen ähnlichen Eid. Der Einfluss von Hippokrates auf die Heilkunde war gross und ist es bis heute geblieben.

Bücher zum Thema:
- Die Geschichte der Medizin: Von der Antike bis zur Gegenwart
- Heilkunst: 100 grosse Ärzte und ihr Wirken

Zucchini - auch als süsser Kuchen!

Christa Becker | 21. Juli 2008

ZucchiniZucchini sind sehr gut geeignet für eine bewusste Ernährung, denn 100 g enthalten etwa 20 kcal und kaum Fett. Und jeder Gärtner weiss: Grüne oder gelbe Zucchini sind im Garten leicht zu kultivieren und ergeben eine reichliche Ernte. Zucchini schmecken am besten, wenn sie noch nicht ihre ganze Grösse erreicht haben. Als saures Gemüse eingelegt, oder kombiniert mit Aubergine und Tomate als Ratatouille, dem leckeren Schmortopf aus der provençalischen Küche, auch als Gemüsetarte, es gibt unzählige Varianten. Neulich habe ich erstmals einen süssen Zucchini-Kuchen probiert – und er schmeckt. Ein bisschen erinnert er an die berühmte Rüeblitorte aus der Schweiz, ist saftig und schnell gebacken. Probieren Sie es aus!

Zutaten:

250 g Butter
300 g Zucker
4 Eier
150 g geriebene Mandeln (oder Haselnüsse)
300 g gelbe oder grüne Zucchini
300 g Mehl
1 TL Backpulver
Salz

Zubereitung:

Den Backofen auf 200° Grad (Umluft 180°) vorheizen. Eine Springform mit 24 bis 26 cm Durchmesser einfetten.

Zuerst die Zucchini waschen, abtrocknen und grob raspeln.

Die Butter weich rühren, Zucker und Salz zugeben und unterrühren.

Die Eier Stück für Stück zugeben, unterrühren.

Die Mandeln unterheben, zum Schluss nach und nach das Mehl, das vorher mit dem Backpulver vermischt wurde.

Den Teig in die Form füllen und glatt streichen, etwa 70 Minuten auf der untersten Schiene backen.

Bücher zum Thema:
- Zucchini Zucchetti: Die besten Rezepte
- Lust auf Zucchini

Kurkuma - „Safran“ aus Indien

Christa Becker | 11. Juli 2008

KurkumaDie Kurkuma, auch Gelbwurz genannt, ist eine wunderschöne exotische Pflanze mit dicker Wurzelknolle. Ist diese Wurzel, botanisch ein Rhizom, nach einem Jahr ausgewachsen, wird sie ausgegraben, gereinigt, mit heissem Wasser überbrüht und dann getrocknet. Im feucht-warmen Klima von Indien, Indonesien, Bangla Desh, China und Südamerika gedeihen auch heute noch die meisten Kurkuma-Pflanzen. Soweit wir wissen, wird das Pulver aber schon seit 4000 Jahren als Gewürz und Heilmittel in Südostasien verwendet. Im mittelalterlichen Europa benutzte man damals Safran zum Würzen von Speisen, der allerdings fast ein Vermögen kostete. Es soll der venezianische Seefahrer Marco Polo gewesen sein, der erstmals Kurkuma in die alte Welt brachte. Das neue Gewürz fand schnell reissenden Absatz, weil es auch für die weniger Reichen erschwinglich war. Geschmacklich haben Safran und Kurkuma nichts gemeinsam, aber beide färben jede Speise kräftig gelb.

Heute fehlt Kurkuma in keiner Curry-Mischung, gibt Gemüse-, Geflügel- und Fleischgerichten die typische Farbe und einen pfeffrigen, leicht bitteren Geschmack. Die indische Küche ist ohne das Gewürz nicht denkbar. Und in der indischen Heilkunst (Ayurveda) wird die Gelbwurz schon seit Jahrtausenden bei Erkrankungen der Gallenblase und der Leber, bei Appetitlosigkeit, bei Atembeschwerden und Kreislaufstörungen, sowie als Vorbeugung gegen Fettablagerungen in Blutgefässen eingesetzt. Heute haben Labortests bewiesen, dass die Gelbwurz antibakterielle und entzündungshemmende Inhaltsstoffe enthält. In Asien ist sie deshalb fester Bestandteil von Salben bei Hauterkrankungen, färbt aber auch die Haut nachhaltig gelb.

Diese gelbe Farbe gilt in Indien noch heute als heilig, Grund genug, um jedem Neugeborenen mit einem kleinen Tupfer Kurkuma auf der Stirn Glück zu wünschen. Und wenn wir die typischen Gewänder asiatischer Mönche bestaunen, finden wir auch hier das strahlende Gelb der Kurkuma wieder. Noch heute wird das Pulver zum Färben von Kleidung, Leder und sogar Holz verwendet. In der Lebensmittelindustrie ist Kurkuma als Farbstoff E100 zugelassen, um Käse, Butter, Spirituosen und Gebäck ein noch kräftigeres Gelb zu verleihen.

Aus der Farbtherapie wissen wir, dass die Farbe Gelb positiv auf die Stimmung wirkt. Die Kurkuma ist also doppelt gesund! Und weil die indische Küche so reich an phantasievollen Gerichten mit einfachen und überall erhältlichen Zutaten ist, kommen sowohl Fleischliebhaber als auch Vegetarier ganz auf ihre Kosten. Und was raffiniert schmeckt, ist oft in kurzer Zeit auf dem Tisch, eine gelungene Abwechslung für die Familie oder Freunde. Kochen Sie also mal ein indisches Menü, kochen Sie mit Kurkuma!

Bücher zum Thema:
- Indien: Kochen und verwöhnen mit Originalrezepten
- Indien Basics: Alles, was ein Küchenguru braucht - von Ayurveda bis Bollywood

Coabhängigkeit - keine Einbahnstrasse

Christa Becker | 27. Juni 2008

CoabhängigkeitDie Dunkelziffer ist hoch, deshalb gibt es keine genaue Statistik. Aber Experten schätzen, dass allein in Deutschland 4 Millionen Menschen leben, die alkoholkrank sind. Das ist eine erschreckend hohe Zahl. Denn zuviel Alkohol über längere Zeit zerstört allmählich den Körper mit schrecklichen Folgen: Leber, Bauchspeicheldrüse und Gehirn werden auf Dauer geschädigt, das Risiko für einen Herzinfarkt oder bestimmte Krebserkrankungen steigt rapide. Fast noch schlimmer als die körperlichen Schäden sind die psychischen und sozialen Folgen der Sucht. Viele Alkoholkranke sind so in ihrer Sucht gefangen, dass sie auch ihre seelische Gesundheit, ihr Familienleben und ihr Berufsleben aufs Spiel setzen.

Und hinter den meisten Alkoholikern steht eine Familie, die mindestens ebenso unter der Sucht leidet wie der oder die Abhängige selbst: Männer, Frauen und vor allem Kinder. Ein Süchtiger ist nicht mehr in der Lage, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, geschweige denn für andere. Zudem werden viele im Rausch aggressiv oder sogar gewalttätig, für die Familie eine ernste Bedrohung. Und auf Dauer unerträglich.

Aber warum gibt es vor allem so viele Frauen, die bei ihren alkoholkranken Männern bleiben, sich demütigen und sogar schlagen lassen, und trotzdem bemühen, nach aussen „heile Welt“ vorzuspielen? Genau hier beginnt die Coabhängigkeit, mit Aussagen wie: „Aber er braucht und liebt mich doch“, „Das kriegen wir schon wieder in Griff“, „Ich kann ihn doch nicht ausgerechnet jetzt im Stich lassen“. Ein fataler Kreislauf. Wenn ein Süchtiger sich nicht helfen lassen will, hat der Partner mit aller Mühe und Anstrengung und Liebe keine Chance. Ein anderes Problem kommt meistens noch dazu: Viele Frauen trauen sich ein eigenständiges Leben ohne ihren Mann nicht zu und merken gar nicht mehr, dass sie schon längst die Verantwortung für die ganze Familie übernommen haben und ohne ihn besser leben könnten. Der Begriff „Helfer-Syndrom“ wurde dafür geprägt, wenn man der festen Überzeugung ist, dass das eigene Leben nur dann etwas wert ist, wenn man von anderen geliebt und gebraucht wird.

Die Autorin Viktoria Tapp kennt das alles aus eigener Erfahrung. Sie hat ein Buch über ihren Weg mit einem alkoholkranken Partner und ihren mühevollen Weg der Befreiung aus der Coabhängigkeit geschrieben. Zudem gestaltet sie eine sehr ehrliche Webseite mit viel Wissen und Hintergrundinformationen, auch mit Tipps, wo man Hilfe bekommen kann. Der erste Schritt aus der Beziehung, die meistens schon lange keine Partnerschaft mehr ist, beginnt für die Coabhängigen mit der Überzeugung: „Jetzt reicht es, so will ich nicht mehr weiterleben. Alleine bin ich besser dran“. Und dann sollte man sich Unterstützung holen, denn das Ablösen aus einer solchen Beziehung ist schwer. Und nur mit einer Trennung ist es noch nicht getan, denn dann beginnt erst der eigene Entwicklungsprozess und die Aufarbeitung, warum man überhaupt in so eine Situation geraten konnte. Das ist mit Ängsten, Trauer und Schmerz verbunden. Aber man tut es für sich, sagt Viktoria Tapp. Ihr Buch ist deshalb so empfehlenswert, weil sie eben keine Psychologin ist, sondern ihre eigene Entwicklung und Verstrickung aufzeigt und Mut macht. Niemand muss sich schämen oder schuldig fühlen, der mit einem Alkoholkranken zusammenlebt, sagt sie. Aber keiner muss in dieser Situation bleiben bis zum bitteren Ende. Einen süchtigen Partner kann man meistens nicht „retten“, aber sich selbst und auch die Kinder.

Buch zum Thema:
- Zusammen besiegen wir den Alkohol

Link zum Thema:
-http://www.viktoriatapp.de/

Zitrone - sauer und gesund

Christa Becker | 20. Juni 2008

zitroneIn Zentralasien standen die ersten Zitronenbäume, lange vor unserer Zeit. Erst die Kreuzzüge brachten nach Europa, was für uns ein typischer Baum des Mittelmeerraumes ist. Aber wie die Menschen des Altertums sind wir immer noch fasziniert von den zierlichen Bäumen, die bei optimalen Bedingungen ganzjährig reife Früchte und gleichzeitig duftende Blüten tragen. Damit ist der Baum auch für die Botaniker eine Rarität. Die meisten Früchte für den europäischen Bedarf werden heute in Spanien und Italien angebaut. Das „Land, wo die Zitronen blühen“, ist also seit Goethe immer noch dasselbe. Noch im Mittelalter war die Zitrone ausschliesslich ein Heilmittel gegen Entzündungen und Infekte. Die Seefahrer des 18. Jahrhunderts entdeckten neben bisher unbekannten Welten, dass gegen den Skorbut, eine gefürchtete Krankheit auf den langen Reisen, ein Mittel gewachsen war. Wer Zitronensaft zu sich nahm, blieb gesund, bei den anderen kam es zu Entzündungen des Zahnfleischs, Gelenkschmerzen, Schwäche und Apathie. Die Fürsten Europas schätzten die Zitrone ebenfalls, allerdings mehr als Statussymbol. Jeder gut situierte Regent liess sich einen Wintergarten bauen, und bestellte jenseits der Alpen die begehrten Zitrusbäume, die den Sommer über als Kübelpflanze im Freien standen und im Winter in der Orangerie vor Frost Schutz fanden. Manche dieser Glashäuser sind auch heute noch zu besichtigen.

Viele Pflanzenfreunde haben schon Versuche gemacht mit selbst gezogenen Zitrusbäumchen. Ein möglichst unversehrter Kern in einen Blumentopf mit Erde geben, leicht mit Erde bedecken und immer gut feucht halten, das ist das ganze Geheimnis. Die Chancen, dass aus dem Kern ein langjähriger grüner Freund wird, stehen gut. Mit Blüten und Früchten sieht es allerdings anders aus: Diese lassen entweder lange Jahre auf sich warten oder bleiben ganz aus, weil die meisten Zitrusfrüchte nur nach einer komplizierten Veredelung entstehen.

Aber nun zu den inneren Werten: Heute wissen wir, dass die oberste Schicht der Schale Öle und Pektin enthält, der Saft hingegen reichlich Vitamin C, Eisen und andere Mineralstoffe. Und das unterstützt unser Immunsystem! Jeder von uns hat wohl schon die wohltuende Wirkung einer heissen Zitrone bei einem grippalen Infekt verspürt. Dazu wird frischer Saft ausgepresst, mit heissem Wasser übergossen und nach Bedarf gesüsst. Eine echte und wohlschmeckende Alternative zur Vitamin C-Tablette! Bis zum nächsten Winter müssen Sie allerdings nicht warten. In heissen Sommermonaten gibt es nichts Besseres zur Erfrischung als selbst hergestellte Zitronenlimonade. Den Saft von 2 oder 3 Zitronen durch ein Sieb in einen Wasserkrug geben, mit Zucker nach Belieben vermischen, 1 Liter Wasser aufgiessen, durchziehen lassen – fertig! Wer es mag, kann noch einen Zweig Minze oder Zitronenmelisse oder ein paar Zitronenscheiben in den Krug geben. Mit Eiswürfeln oder zerstossenem Eis wird aus dieser Limonade ein echter Fruchtcocktail.

Sie achten auf eine gesundheitsbewusste Ernährung? Regelmässig Zitrone auf dem Speiseplan kurbelt die Verdauung an, entgiftet und soll ausserdem helfen, einen erhöhten Cholesterinspiegel zu senken. Dass die Menschen rund ums Mittelmeer weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle erleiden, hat auch im ausgiebigen Gebrauch der Zitrone seinen Grund: die enthaltenen Vitamine wirken antioxidativ, zerstören die sogenannten „freie Radikale“. Darunter versteht man aggressive Sauerstoffmoleküle, die gesunde Zellen unseres Körpers zerstören können. Aber nicht nur die italienische oder griechische Küche kommt nicht ohne Zitrone aus.

Ob zu Fleisch oder Fisch, im Kuchen oder Dessert, es gibt kaum ein so vielseitiges Aroma wie das der Zitrone in den verschiedensten Formen. Ob als Saft, Abrieb der Schale oder in ganzen Scheiben, der fein säuerliche Geschmack und die desinfizierenden Eigenschaften machen das gelbe Wunder zum Küchenstar. Zu erwähnen ist auch noch das Zitronat, welches aus der Schale spezieller Zitronen gewonnen wird und in Früchtekuchen und Weihnachtsgebäck zum Einsatz kommt.

Auch im Haushalt ist die Zitrone unentbehrlich, weil ihre Säure stark wirksam ist gegen Kalk und Keime, sowie zur Fleckentfernung. Und das noch umweltfreundlich und mit frischem Duft. In zahlreichen Putzmitteln ist der Saft der gelben Frucht deshalb fester Bestandteil. Auch in vielen Kosmetika finden wir Spuren der Zitrone, weil sie gleichermassen gegen Pickel und andere Keime wirksam desinfiziert. Und gegen trockene, rauhe Ellbogen nach dem Winter gibt es ein gutes Hausmittel: Eine Zitrone aufschneiden, die Ellbogen hineindrücken, kurz einwirken lassen, abtrocknen und gut eincremen. Es wirkt!

Nicht zuletzt spielt die Zitrone auch in der Parfumherstellung und Aromatherapie eine wichtige Rolle, ihre ätherischen Öle wirken erfrischend und belebend. Sie eignet sich daher besonders gut als Raumspray für Arbeitszimmer und Essräume, für gute Ideen und anregende Gespräche.

Bücher zum Thema:
- Köstlich und zitronenfrisch
- Das goldene Buch der Zitrone
- Fit & schön mit der Kraft der Zitrone